Es war einmal – Zwischen Grimm & Gegenwart
Shownotes
**Es wird märchenhaft – im wörtlichen Sinn. **
Carsten und Adrian holen Märchenerzählerin Katrin Bamberg ans Mikro und erkunden, warum Märchen zugleich einfach, zeitlos und voller Wirkung sind. Katrin erzählt, wie sie frei und publikumsnah erzählt (statt vom Blatt), Kinder aktiv mitnimmt und warum Gefühle – vor allem die Freude, wenn die Geißlein wieder zusammen sind – stärker hängen bleiben als jede Moralpredigt.
Dass Märchen klare Kanten haben (gut/böse) und genau deshalb Orientierung geben, gehört für sie zum Kern – ohne die Ambivalenz unserer Gegenwart zu leugnen.
Parallel wirft Carsten den Vorhang für sein kommendes Projekt auf: „Der Wolf und die sieben Geißlein“ als Koproduktion von Theater Fiesemadände und dem Südwestdeutschen Kammerorchester – mit 15 Musiker*innen, Musik von Alexander Litwinowski, Flachfiguren (gebaut von Matthias Hensel) und Zeichentricksequenzen der HfG Pforzheim. Erzählerisch wird’s zur True-Crime-Spurensuche…
Katrin ordnet ein: Märchen funktionieren weltweit, die Grimms haben „nur“ gesammelt und fixiert – deshalb gibt es viele Varianten desselben Motivs; Zahlen wie „3“ und „7“ tragen Bedeutung (Ordnung, Vollständigkeit). Und ja: Brutalität in Märchen irritiert eher Erwachsene – Kinder begreifen klar „der Böse wird bestraft“. Im Alltag hilft Märchenlogik sogar beim Gegenwartsvergleich („Pfoten-Check“ als Identitätsabgleich – sprich: Passwort/Pin statt weißer Pfote). I**hre Quintessenz: Hoffnung bewahren und weitergeben. **
Im der zweiten Hälfte der Folge wird’s diskursiv: Von Ernst Bloch („Philosophie der Hoffnung“) über Simone Weil bis Walter Benjamin – Märchen als Ratgeber gegen „mythisches Schicksal“, als Raum für List, Mut und Natur-Komplizenschaft.
Und zum Schluss kommt natürlich auch Puppentheaterpraxis ins Spiel: Anna Rampe vom Theater Anna Rampe und künstlerische Leiterin des Theater Zitadelle Spandau berichtet, wann sie Märchen sanft adaptiert, um überholte Rollenbilder nicht unkommentiert zu lassen (z. B. „Schneeweißchen & Rosenrot“, „Rumpelstilzchen“, „Dornröschen“ – jeweils mit klugen Drehungen, ohne den Grundstrang zu zerstören). Carsten ergänzt mit eigenen Regie-Erfahrungen – und beide bleiben sich einig: Kulturgut bewahren, heutig erzählen.
Ein märchenhafter Jahresabschluss bei FIESEMADÄNDE On Air und wir sagen DANKE für eure Treue und die schönen Rückmeldungen zum Podcast in 2025. Danke an alle, die 2025 ein Teil von diesem für uns besonderen Format waren und noch zu Gast sein werden!
📣 Hinweis: Wer Carsten und seine Kolleg*innen zwischenzeitlich live erleben möchte, schaut am besten in den aktuellen Spielplan des Theater FIESEMADÄNDE im Figurentheater Mottenkäfig in Pforzheim: www.fiesemadaen.de/events
Einen guten und gesunden Start in das Neue Jahr 2026 und wir freuen uns, wenn ihr auch im Neuen Jahr wieder mit dabei seid.
Euer Carsten & Adrian
Transkript anzeigen
00:00:12: Der Wolf und die sieben jungen Geißlein.
00:00:26: Es war einmal eine alte Geiß.
00:00:29: Die hatte sieben junge Geißlein und hatte sie lieb, wie eine Mutter ihre Kinder lieb hat.
00:00:37: War das nicht schön, herrlich.
00:00:40: Also wer es noch kennt, das war
00:00:43: Hans
00:00:44: Peitsch, deutscher Schauspieler, Hörerspiel- und Synchronsprecher, Regisseur und vor allen Dingen der Märchenunkel der Nation.
00:00:55: Der hat... so viele Märchen vom Label Europa, aber noch ganz viele andere besprochen.
00:01:01: Oder war der Erzähler bei Huibu, der Schlossgespenst?
00:01:04: Herrlich, wenn ich den höre, ist immer sofort die Kindheit da.
00:01:09: Oh,
00:01:10: apropos Märchen.
00:01:13: Adrian, mach einfach schon mal die Begrüßung, wir legen los.
00:01:32: Jetzt,
00:01:33: jetzt geht's los!
00:01:48: Fiese Madende und er, wir sind zurück.
00:01:49: der Puppentrage für Anfänger.
00:01:51: und jetzt kurz vor Weihnachten lieber Karsten oder um die Weihnachtszeit, würde ich mal sagen.
00:01:56: Hau mal, nicht nur Brötchen in den Mund!
00:01:59: Und Gebäck.
00:02:01: Sondern wir sind der ASMR-Podcast für die genussvollen Momente.
00:02:06: Genau.
00:02:06: Wir machen heute einen Podcast über Weihnachtsplätschene.
00:02:09: Genau.
00:02:10: Nein, es wird ja Märchenhaft krass.
00:02:11: Das wäre gut, da ist so eine Füllung.
00:02:15: Das ist so ein Stäbchen.
00:02:16: Gesalzenes
00:02:17: Karamell.
00:02:18: Die sind fies.
00:02:20: Ich liebe dich.
00:02:22: Oh mein Gott, ich hatte doch nie dein Spatzen, so wie jetzt gerade.
00:02:26: Also es passt ja wirklich super an alle, die jetzt vielleicht auch die Weihnachtsbrötchen
00:02:30: verfestbaren.
00:02:31: Genau, also erst mal an alle anderen auch Hallo.
00:02:33: Und ihr habt auch schon gehört, wir haben noch jemanden bei uns.
00:02:36: Das ist die Katrin Bamberg.
00:02:37: Sag mal Hallo, Katrin.
00:02:38: Ich sitze hier ganz klein im Versteck, aber ich werde euch auch was erzählen, Hallo alle zusammen.
00:02:44: Na
00:02:44: ja, Katrin, klein im Versteck, du kriegst ja eine große Bühne heute hier bei uns, bei Fiese, Madende und er, denn du bist die Fachfrau für Märchen.
00:02:51: Ich bin auch.
00:02:52: Die Märchenerzählerin hier in der Ortenau.
00:02:54: Und ich bin da sehr glücklich, weil ich ganz viel unterwegs bin zu den Kindern, zu den Erwachsenen.
00:03:00: Und ich probiere die Märchen aus.
00:03:02: Und sie probiert Plätzchen.
00:03:04: Ja.
00:03:05: Und sie kann Plätzchen.
00:03:06: So viel darf man sagen.
00:03:07: Wir haben sie schon verkustigt.
00:03:08: Hast du
00:03:08: sie auch selber gemacht?
00:03:09: Nein.
00:03:10: Selber gekauft.
00:03:11: Das ist besser als schlecht selbst gemacht.
00:03:13: Das zählen auch.
00:03:14: Karsten, du willst uns hier alle in die Welt der Märchen entführen?
00:03:17: Was hatten das mit den Figuren Theater zu tun?
00:03:19: Und wenn ja, wie viel?
00:03:20: Ganz viel und auch wieder gar nichts.
00:03:21: Okay.
00:03:24: Wir haben ja schon in einer der letzten Folgen ein bisschen erzählt, dass wir ja jetzt als nächstes Projekt, also bald als nächstes Projekt der Wolle von den sieben Geißleihen im Programm haben werden.
00:03:32: Stimmt.
00:03:33: Was eine Produktion ist von meinem Theater, also Theater Fiesemadende und dem südwestdeutschen Kammerorchester.
00:03:41: Mitgesponsert von der Stadt Pforzheim und noch ein paar anderen liebenswerten und ganz tolle Institutionen, die uns dabei mit unterstützen.
00:03:51: Und wir haben richtig ein schönes Fördergeld bekommen, weil der SWDKU wird jetzt dann seventy-fünf Jahre nächstes Jahr und wollten mal was Neues ausprobieren.
00:04:01: Und das ist ausgerechnet zu mir gekommen.
00:04:03: Na,
00:04:04: was ein Zufall.
00:04:06: Und ich habe das auch ja gesagt, weil ich es lieber mit unterschiedlichen Genres zusammenzuspielen und wenn ich die Möglichkeit habe, mit dem Orchester was zu machen, was auch noch so professionell ist, werde ich definitiv nicht nein sagen, egal wie viel drum herum gerade passiert.
00:04:20: Und das ist aber immer größer geworden.
00:04:22: Am Anfang hieß es eben, ja, die fünfzehn Musiker und dann machst du halt Wolf von den Sieben Geißleinen, haben wir tolle Noten und eine tolle Partitur dazu.
00:04:27: Das ist eine wirklich tolle Musik.
00:04:29: Kann ich nur empfehlen von Alexander Litvinovsky.
00:04:33: Könnt ihr mal bei Spotify suchen zum Beispiel.
00:04:36: Alexander Litvinovsky, der generell eine tolle Musik für Streicher macht, ganz tolle Musik, nicht nur für Wolf von den Sieben Geißleinen, also reguläre Konzerte, aber auch von Pinocchio hat er eine Vertonung von Schneewittchen hat er eine Vertonung.
00:04:49: Und das ist total toll.
00:04:51: Da hört man einfach gerne rein und die Musik von Wolf für die sieben Kreisleite geht so, ich glaube, neunzehn Minuten.
00:04:56: Das ist ein Traum.
00:04:57: Ich habe die Musik zum ersten Mal angehört und dachte, oh.
00:05:01: Ich habe die gehört und hatte sofort Bildern im Kopf.
00:05:03: Soforten auf der Stelle.
00:05:04: Und wie das dann bei mir ist, dann werden es immer mehr Bildern, immer mehr.
00:05:07: Und auf einmal wurde aus, ich begleite ein kleines bisschen.
00:05:10: Wir brauchen jetzt ein Bühnenbild.
00:05:12: Und auch wenn wir schon mal so viel Fördergelder bekommen haben, dann frage ich doch mal nach, ob wir zum Beispiel auch noch die Hochschule für Gestaltung in Vorzeichen dazu gewinnen können, mitzumachen.
00:05:21: Und die haben jetzt eben, was ich auch schon mal erzählt habe, jetzt Zeichentricksequenzen.
00:05:25: für mich produziert.
00:05:26: Das heißt, wir sind vom Stand her noch gar nicht so viel weiter als beim letzten Mal, als ich was darüber erzählt habe.
00:05:32: Das stagniert jetzt gerade noch ein bisschen, weil die Proben offiziell eben dann erst so im Frühjahr und Sommer losgehen.
00:05:38: Und der Matthias Hänsel, den ihr höhere Jahr mittlerweile auch schon alle kennt, wird erst im März anfangen können, die Puppen dafür zu bauen, wobei wir dieses Mal Flachfiguren haben werden.
00:05:49: Ist immer nicht ganz so einfach mit Flachfiguren.
00:05:51: Die Erfahrung hat schon gezeigt, dass das große Publikum, da immer noch ein bisschen Probleme hat, weil die eben doch sehr eingeschränkt sind in der Bewegung.
00:06:02: Aber ich denke mal in Zusammenführung mit der supertoilen Musik und auch mit dem Zeichentrick wird das, glaube ich, cool.
00:06:10: Von der Rahmenhandlung her wird es wohl so sein, dass ich ein Polizeibammtablin oder Detektiv ist noch nicht ganz klar, der sich auf Kriminalfälle in der Märchenwelt spezialisiert hat und jetzt eben dazu gerufen wird dass sieben junge geisslein verschwunden sind und den gehe ich dann auf
00:06:30: die Menge zu tun haben mein lieber
00:06:33: ja ich glaube auch Ja, und dann versuche ich quasi rauszufinden, wie das alles dazu kam und versuche das dann eben mit diesen Flachfiguren so zu stellen, wie es gewesen sein könnte.
00:06:45: Und darüber wird dann diese Geschichte erzählt.
00:06:47: Also die Musik geht so neunzehn Minuten, ich spiele in die Musik rein, spiele mit den Musikern zusammen auch, das alles gepaart mit der Zeichentrick-Variante und ja, dann wird das so gewünscht, circa vierzig Minuten, fünfvierzig Minuten sein.
00:07:02: für Kinder ab vier Jahre.
00:07:05: Und das Tolle ist, wir haben eben so eine schöne hohe Fördersumme bekommen, weil die eben auch diese Jubiläum haben, dass wir gesagt haben, cool, da machen wir mal was ganz anderes.
00:07:14: Wir werden jetzt nicht damit so oft tourgehen, dass wir wieder so üblich ist, dann Eintrittsgelder verlangen, sondern wir nehmen die Summe, die wir bekommen haben, nehmen die als unsere Gage.
00:07:28: Bieten wir es den Veranstaltern an.
00:07:31: Und dann können die selber z.B.
00:07:32: entscheiden, wir machen es komplett frei und wir laden dann dafür z.B.
00:07:38: lauter Zuschauergruppen ein, die sie sonst nicht leisten können.
00:07:42: Und dann können auch solche Kinder und Erwachsene natürlich sich das mal angucken und müssen kein Eintritt zahlen und kriegen mal hoffentlich... Gute Kunst zu sehen.
00:07:55: Ja, vor allen Dingen seid ihr ja voll am Zeitgeist, denn True Crime ist ja gerade richtig im aufspäbenden Past, also ey.
00:08:01: Und da gibt es einen gefährlichen Wollfamilie.
00:08:04: Genau, also das ist die Familie Geißens.
00:08:08: Und wir legen das Ganze tatsächlich auch in die Jetztzeit, also das spielte ich irgendwo in der Hütte im Wald und das ist dann tatsächlich in einem Mehrfamilienhaus mitten in der Großstadt.
00:08:18: Und das kleine Baby... Zicklein versteckt sich auch nicht in den Uhrenkasten, sondern in der Waschmaschine.
00:08:25: Und die...
00:08:25: Ist ziemlich ähnlich.
00:08:26: Ist
00:08:26: eigentlich fast das gleiche.
00:08:27: Genau.
00:08:29: Und der Wolf heißt
00:08:30: Robert.
00:08:34: Stimmt.
00:08:34: Ja, das wäre eigentlich ein bisschen...
00:08:36: Den Brüller hättest du schon.
00:08:38: Ja, dem Abend.
00:08:39: Ja, also da freue ich mich sehr drauf.
00:08:41: Und ja, für mich war es mal wieder toll, sich mit Märchen zu beschäftigen, weil eben... Bei uns laufen jetzt leider, merke ich, nicht so tolle in den letzten Karlsruhen, Vorzeichen tatsächlich.
00:08:53: Es gibt Landstriche, da funktioniert das ja gut.
00:08:57: Also in Bayern zum Beispiel oder auch so alles, was so Ostdeutschland ist, da läuft es auch ganz toll.
00:09:03: Da bin ich immer etwas neidisch, weil ich liebe Märchen wirklich sehr.
00:09:07: Aber das ist hart verdientes Geld, wenn wir es machen möchten, weil da... ist schwer.
00:09:12: Außer man spielt natürlich rund um Weihnachten, Hänsel und Gretel, da kommen sie dann wieder, aber das war es dann auch schon.
00:09:18: Und das finde ich total schade, weil ich finde Märchen so wichtig und so wertvoll.
00:09:23: Und wenn wir uns da gleich auch mit der Katrin nochmal drüber unterhalten, das hatte auch alles seinen Sinn.
00:09:28: Absolut.
00:09:28: Und deswegen ist es wichtig, dass wir das auch erhalten.
00:09:33: Und deswegen war es mir um so eine größere Freude, dass das jetzt stattfinden kann mit dem SWDKO, weil ich glaube auch, dass dann durch die Verbindung mit der Livemusik, mit diesem wirklich fünftzehn Mannorchester, mit dieser tollen Musik, dass da vielleicht nochmal Leute mehr Bock haben, da reinzugehen und dann vielleicht auch mal wieder so ein Märchen zu entdecken.
00:09:55: Klar, wir haben es auch schon mal im Auf besprochen, dass es je nach Gegend auch so ist.
00:09:59: Katrin hat jetzt andächtig mitgenickt, als du gesagt hast, auch gerade im Bereich Ostdeutschland.
00:10:04: Es gibt gute Gründe, warum das so ist.
00:10:06: Natürlich ist im Osten ganz vieles über die Märchen transportiert worden.
00:10:11: Es gab ja dort z.B.
00:10:13: diese ganzen biblischen Geschichten nicht, sind ja Teil der Kirche und damit auch die ganzen moralischen Dinge.
00:10:19: Die fehlten dort.
00:10:20: Also musste man das unter dem Deckmantel das Märchens verbreiten und nichts geht einfacher als das.
00:10:27: Wenn ich erklären will, ob jemand faul besser durchs Leben kommt oder fleißig, dann erzähle ich die Frau Holle.
00:10:33: Das ist doch eine ganz einfache Sache und die Botschaft von den Märchen ist immer ganz, ganz klar und sehr eindeutig.
00:10:38: Insofern ist das als Transportmittel gut geeignet und deswegen ist das dort auch viel mehr verbreitet als hier.
00:10:47: Lustigerweise, ich habe mal ein Bild rumgegoogelt, ist der Wolf von den Sieben Geißlern, eines der am weitesten verbreiteten Märchen in der ganzen Welt.
00:10:56: Es gibt Varianten davon in fast ganz Europa, im Nahen Osten, Nordafrika.
00:11:02: Die haben wir mal ein bisschen abgewandt, aber das Motiv ist immer gleich.
00:11:07: Was ich auch jetzt spannend finde und gut, dass du es ansprichst, Kathrin, du hast jetzt auch mitgenickt.
00:11:11: Märchen ist jetzt nicht nur hier in unserer Regionenthemen oder in Deutschland, sondern wirklich weltweit in der Neustadt.
00:11:16: Also die Brüderkrim waren fleißig.
00:11:18: Und natürlich hatten die ein gutes Marketingkonzept.
00:11:21: Die haben dieses Grimchen, die Hausmärchen, gut verbreitet.
00:11:26: Und dadurch sind die, was weiß ich, wie viele Sprachen übersetzt wurden, natürlich haben wir da eine gute Verbreitung.
00:11:33: Und das ist gut.
00:11:34: Insofern sind die wirklich bekannt.
00:11:37: Und natürlich ist es kulturgut, deutsches Kulturgut, weil sie gut sind.
00:11:41: Das ist doch einfach.
00:11:42: Ja, das ist auch kulturgut.
00:11:45: Richtig.
00:11:45: Sonst wärst du kulturgeschlecht.
00:11:46: Genau.
00:11:48: Ja, ja.
00:11:48: Und ich mein, Katrin, ich weiß von dir, dass du weißt, dass die Märchen ja nicht nur von dem Gebrüder Grimm abhängen, sondern dass ja wirklich eine internationale auch kulturelle Geschichte ist.
00:11:56: Wir
00:11:57: haben hier eine Märchensammlung, das heißt, denen sind die zugespielt worden.
00:12:02: Und die haben sie aufgeschrieben, das ist der Witz da dran.
00:12:06: Und schön, dass sie das vor zwehundert Jahren gemacht haben.
00:12:09: Absolut gut, weil dort haben wir das erste Mal die ganzen Märchen schriftlich fixiert.
00:12:13: Aber
00:12:14: war ja auch nur von Mund zu Mund.
00:12:17: Und
00:12:17: genau deshalb gibt es diese vielen Varianten in ganz Europa.
00:12:20: Ja,
00:12:21: ist ja bei den Sagen mehr oder minder genauso.
00:12:23: Ich meine, ich habe hier nun wirklich sehr mit Sagen auseinandergesetzt und im Prinzip gibt es in jeder Region.
00:12:30: Das
00:12:30: Motiv vom Teufel, der überlistet.
00:12:32: Es gibt so zehn
00:12:33: Standardsagende, die gibt es abgewandelt in jeder Region.
00:12:35: Es gibt überall einen Main-Eid-Bauern, es gibt überall eine Melusine.
00:12:39: Wir heißen vielleicht anders.
00:12:40: Wir
00:12:40: heißen anders, aber es ist überall Mospfaff.
00:12:42: Ja,
00:12:43: genau.
00:12:45: Ich finde es eher hochspannend, als ich meine, für alle, die jetzt einschalten, die Katrin, das war jetzt kein Witz, es ist wirklich professionelle Märchenerzählerin.
00:12:52: Das heißt, es ist ihr Beruf, Märchen zu erzählen.
00:12:54: Also es ist jetzt nicht erfunden von uns hier kreativ, sondern Katrin, du verdienst damit dein Geld.
00:12:58: Was ist richtig?
00:12:59: Das ist mir so null
00:13:03: peinlich.
00:13:05: Nein, das ist ja was richtig
00:13:06: tolles.
00:13:07: Ja, absolut.
00:13:08: Vielleicht kann ich dich dann nochmal abholen für alle, die dich jetzt nicht kennen.
00:13:11: Ich meine, wir haben die Ehre, wir kannten dich schon vorher hier bei uns in der Region.
00:13:14: Wie kam es denn du überhaupt dazu zu sagen, hey, ich mach das zu meinem Beruf?
00:13:18: Wie wird mein Märchenerzählerin?
00:13:19: Das
00:13:19: ist schon eine Mission, in der ich unterwegs bin.
00:13:22: Also zum Teil, zum einen ist es mir wichtig, dass die Märchen lebendig bleiben.
00:13:27: Im Buch.
00:13:28: Da liegen die halt mal eingesperrt wie in so einem Kästchen.
00:13:32: Und wenn wir es aufmachen, wenn wir es lesen, fängt das an.
00:13:35: Dort wird's lebendig.
00:13:37: Und wenn wir es erzählen oder spielen, dann sind die aufverstanden.
00:13:42: Und genau das müssen wir machen.
00:13:43: Das ist unsere Mission.
00:13:45: Im Buch selbst, das reicht nicht.
00:13:49: Ja, und das fasziniert ja, das weiß ich ja auch klein und groß.
00:13:52: Also es ist jetzt nicht nur so eine Geschichte, dass man sagt, du machst es halt nur für Kinder.
00:13:55: Nein, nein, auch erwachsene Augen gucken dich immer noch sprachlos und fasziniert an.
00:14:00: Also ich selber wurde schon zeuge, wie die Katrin was vorgeführt hat sozusagen.
00:14:05: Wir hatten ja vor zwei Jahren, vor drei
00:14:07: Jahren hatten wir
00:14:09: ein Burgfest, also ein Mittelalterfest auf der Schaunburg in Oberkirch.
00:14:12: Und da haben wir die Katrin auch schon engagiert.
00:14:16: Und da konnte ich ab und zu mal so ein bisschen zugucken, wenn sie dann so durch die Zuschauer geht und sich dann mal auch eben Erwachsene rausgreift und da natürlich auch entsprechend andere Märchen erzählen.
00:14:24: Sie macht nicht viel, aber sie macht's.
00:14:30: Ja, und natürlich, oder vielleicht kann man das sagen, wie unterscheiden sich in deinem Handwerk, sag ich jetzt mal, Märchen für Erwachsene, von Märchen für Kinder.
00:14:38: Ich sage immer ganz ketzerisch, ich erzähle die für die Erwachsenen erst, wenn es dunkel wird draußen.
00:14:43: Aber tatsächlich, die sind dann vielleicht nicht ganz so jugendfrei.
00:14:48: Durchaus.
00:14:50: Das ist, dort geht es eben um die Themen Männer und Frauen und viele, viele andere Sachen, die eben tatsächlich im Märchen, auch im erotischen Märchen durchaus vorkommen.
00:15:01: Und die sind spannend und die gibt es für die Erwachsenen.
00:15:04: Ja, und trotzdem bleibt ja so im Kern als die Botschaft im Prinzip gleich.
00:15:08: Unbedingt, je nach Thema.
00:15:10: Es geht immer alles gut aus.
00:15:12: Das ist ein großer Vorteil von den Märchen.
00:15:14: Die sagen dann ja nicht, nicht unbedingt.
00:15:17: Das geht nicht für jeden gut
00:15:18: aus.
00:15:18: Das ist auch richtig.
00:15:19: Auch so den Wolf bei den Sieben Geißleinen geht es nicht gut aus.
00:15:22: Ich weiß nicht, wie du es enden lässt.
00:15:24: Aber der Bösewisch sollte schöne Paar aus dem Deckel kriegen.
00:15:27: Der kriegt auf jeden Fall was auf dem Deckel her.
00:15:29: Ist es auch so die Quintessenz, was Märchen von anderen Erzählformen unterscheidet?
00:15:33: Unbedingt.
00:15:35: Und ich glaube, diese Botschaft ist ganz wichtig und die sollten wir um keinen Preis zur Welt ändern.
00:15:40: Das ist das, was unsere Zuhörer lieben und was die auch hoffen.
00:15:44: Das Happy End.
00:15:45: Das ist gut endet, ne?
00:15:47: Genau.
00:15:48: Das unterscheidet sich jetzt wieder vom Horror an.
00:15:51: Da wären wir doch wieder bei meinem Lieblingsthema.
00:15:53: Und immer wieder.
00:15:54: Jetzt weißt doch, warum ich es nicht gucke.
00:15:56: Ich bin einfach so Ende gut, alles gut, weißt du?
00:15:58: Das verträgt meine leichte Seele nicht, dass es nicht gut ausgeht.
00:16:02: Weißt
00:16:02: du, im Warnleben geht schon nicht immer alles gut.
00:16:05: Und dernoch weißt du, was mein Lieblingsmärchen ist tatsächlich?
00:16:08: Von einem der Ausdruck, das fürchten zu lernen.
00:16:10: Aha.
00:16:11: Das ist mein Lieblingsmärchen.
00:16:13: Ja, da habe ich neulich tatsächlich sogar was drüber gehört, weil er jetzt sagt, dass es immer gut ausgeht.
00:16:17: Wisst ihr, das ist auch der Grund, warum uns zum Beispiel Serien zu süchtig machen.
00:16:21: Wenn eine gute Serie das schafft... Wie ihr wisst, Game of Thrones, gucke ich gerne, dass nach jeder Folge das Ende offen bleibt, ist unser Gehirn darauf programmiert, weil es ja wissen will, dass es gut ausgeht oder wie es ausgeht, dass wir weitergucken.
00:16:34: Deswegen werden wir auch süchtig.
00:16:35: Wunderbar.
00:16:38: Jetzt haben wir es.
00:16:39: Jetzt ist es raus.
00:16:40: Die Großistandien-Enttäuschung
00:16:41: wird es nicht gut ausgesehen.
00:16:42: Ja,
00:16:42: oder schlecht.
00:16:43: Oder schlecht.
00:16:45: Aber Katrin.
00:16:45: Weil
00:16:45: wir auch wieder bei Gehmerfonds werden.
00:16:48: Der Reich schließt sich halt immer wieder.
00:16:51: Was würdest du aus deiner Erfahrung sagen, das habe ich mir nämlich mal, das will ich von dir jetzt wissen, was historisch gesehen, sag ich jetzt mal, die ursprüngliche Funktion von Märchen ist wahr und wie hat sich das aus deiner Sicht vielleicht sogar verändert?
00:17:03: Dann
00:17:03: bleibt man ganz einfach bei der Unterhaltung.
00:17:05: Echt?
00:17:06: Also, ich sag mal, das Erzählen selbst fängt ganz früh an in der Menschheitsgeschichte.
00:17:12: Das sind die ums Lagerfeuer und haben sich von ihren, von ihrer Jagd erzählt oder vielleicht die Jagd geplant und haben erzählt, was da so alles passieren kann.
00:17:21: Und sie war auch gut übertrieben und dort erzählt, oder dort hat sich das Erzählen entwickelt.
00:17:27: Also das warme Herdfeuer in der Mitte und dann kann es losgehen.
00:17:31: Das haben wir noch heute.
00:17:32: Man muss ja die Zeit irgendwie vertreiben.
00:17:34: Genau.
00:17:35: Das war das Netflix von damals.
00:17:36: Und ein bisschen auf den Pudding hauen.
00:17:38: Das kann schon mal gut sein.
00:17:40: Und das gehört auch mit dazu.
00:17:41: Na klar, wenn ein Mann von der Jagd nach Hause kommt, dann macht er eben noch zwei, drei Schippen drauf, damit es noch interessanter klingt, weil er noch besser dasteht.
00:17:48: Und die Mädchen hören sicherlich zu, welcher Jäger hört die besten Sachen erzählt.
00:17:54: Wo sich's lohnt, mit ans Feuer zu gehen.
00:17:56: Also, da ist die Unterhaltung, ist, glaube ich, der große Effekt.
00:18:01: moralische.
00:18:03: Ich denke, dass sich das dann gut mit eingeschlichen hat und sich gut einflächten ließ.
00:18:08: Unbedingt.
00:18:10: Ja, ja, weil wir haben jetzt vorhin schon angesprochen, das spricht ja Erwachsene und Kinder irgendwie gleichermaßen an.
00:18:15: Was ist da so das Geheimnis?
00:18:17: Klar, die Unterhaltung, aber warum sind wir da so fasziniert oder verzaubert?
00:18:21: Oder auch
00:18:21: das innere Kind tatsächlich.
00:18:23: Auch der Erwachsene hat sein inneres Kind und ich denke gerade so die Zaubermärchen und die Dinge, wo die Wunder passieren.
00:18:30: Auch das möchte der Mensch sehr gerne hören und er lässt sich auch gerne da inspirieren.
00:18:35: Und ich denke auch noch ein Punkt.
00:18:36: Nostalgie ist vielleicht auch dabei, weil es ist ja auch wie beim Theater.
00:18:39: Weißt du, also wenn ich jetzt ein Stück spiele wie zum Beispiel der Räuber Holzenplatz.
00:18:43: Es gibt ja so ein paar Stücke, die ziehen sich über Generationen.
00:18:46: Es gibt Geschichten, die schaffen das nicht.
00:18:49: Aber es gibt so ein paar, die kriegen es einfach hin, weil sich die Leute daran erinnern.
00:18:53: Auch wenn das habe ich als Kind damals auch so gemacht.
00:18:56: Und da gehen wir jetzt einfach
00:18:57: nochmal hin.
00:18:59: Und so ist es bei den Märchen, glaube ich, auch.
00:19:00: Also, wenn die früher als Kind Märchen vorgelesen bekommen haben, werden sie sich da positiv dran erinnern und das dann entweder beibehalten oder spätestens dann auch an ihre Kinder weitergeben.
00:19:11: Also,
00:19:11: ich frage ganz oft, die Kinder, wo kennt ihr denn die Märchen her?
00:19:14: Die habt ihr doch nicht zum ersten Mal gehört.
00:19:16: und dann sagen die mir tatsächlich, dass die Großmütter ihre Märchenbücher noch haben und dass die mit ihnen zusammen diese Bücher anschauen.
00:19:23: Das ist am Anfang wirklich nur das Anschauen.
00:19:24: Da wären Bilder angeguckt.
00:19:26: Das ist faszinierend.
00:19:28: Das sind Dinge, die siehst du sonst nicht.
00:19:30: Im Bild anschauen ist was anderes, als im Fernsehen mit einer Bildfolge geflutet zu werden.
00:19:36: Dort hat das Kind die Möglichkeit zu entdecken und kann auf dem Bild ganz vieles sehen.
00:19:40: Die sind liebefolge zeichnet in den alten Büchern.
00:19:44: Die Großmutter wird dann irgendwann anfangen zu erzählen oder vielleicht so vorzulesen.
00:19:48: Und dann kommen die ersten Sachen, dann kommen so bestimmte Sachen, wie es pumpelt und pumpelt in meinen Bauch herum.
00:19:55: Das prägt, das bleibt.
00:19:57: Das passt nicht in den Sprachgebrauch, den wir sonst haben.
00:20:00: Kein Mensch sagt, der rumpelt und pumpelt was, sondern das passiert eben nur bei dem Wolf, wenn er mit Steinen voll geladen ist.
00:20:07: Und solche Sachen, die bleiben den Kind tatsächlich erhalten.
00:20:11: Ja, weil es auch außergewöhnlich ist, eben durch die Sprache schon alleine.
00:20:15: Ich wollte gerade sagen, was macht denn ein Märchen aus, damit es Märchen ist und nicht Geschichte?
00:20:20: Ja, es hat natürlich ganz viele Merkmale.
00:20:23: In der Tat, das fängt damit an, dass es, es war einmal, also die Märchenbeginn, da gibt es sehr viele Merkmale mit der Zahlenkombination, also die drei oder die sieben.
00:20:36: Die sieben,
00:20:37: ja.
00:20:37: Bei der Bibel sind es ja auch so vierzig zum Beispiel.
00:20:40: Genau, und eben die sieben hier bei unseren sieben Geißleinen, die Zahl selbst, das Dutzend wäre sechs und das siebte ist dann immer so.
00:20:48: das Besondere, der Ausreißer, wo es sich was verändert.
00:20:53: Die sechs dürfen, die lassen sich fressen und das eine hat das checkt und sucht sich ein gutes Versteck.
00:21:02: Wahrscheinlich hat es bei dir die Alexa gefragt, wo ist das beste Versteck?
00:21:05: und die sagten, da gehen wir in die Waschmaschine.
00:21:07: Aber im Grunde genommen ist es dann eben bei den zwölf.
00:21:12: weißen Frauen beim Dornröschen, die machen alle gute Wünsche, die Dreizehnte, aber ist der Ausreiser.
00:21:18: Also es wäre jetzt ganze Dützend.
00:21:20: Und hier ist es halbdützend und dann kommt der Ausreiser.
00:21:23: Also gibt es schon bestimmte Merkmale, die sich immer wiederholen oder auftauchen.
00:21:26: Und dann natürlich eben das gute Ende und die Botschaft.
00:21:29: Da habe ich hier zum Beispiel was gefunden.
00:21:30: hier zur Zahl sieben.
00:21:31: Die sieben steht im Märchen oft für Vollständigkeit und kosmische Ordnung.
00:21:37: Also sieben Wochen Tage, sieben Tugenden.
00:21:40: Wenn der Wolf sechs Geißlein frisst, dann zerstört er die Ordnung.
00:21:44: Das siebte Geißlein, das sich im Ohrenkasten versteckt, rettet die Kontinuität sozusagen.
00:21:49: Die Zeit bleibt nicht stehen und durch dieses Überbleibsel der Vernunft kann dann das Ganze auch wieder geheilt werden.
00:21:56: Die müssen zusammen sein.
00:21:58: Hätte der aber jetzt das siebte Gleichmit gefressen, dann wäre er aus.
00:22:03: Also ich finde das sowieso total spannend, weil du hast jetzt gerade gesagt, es gibt so bestimmte Muster, die irgendwie immer funktionieren im Märchen.
00:22:10: Allein schon dieses es war einmal, das verbindet jeder damit.
00:22:13: Das
00:22:13: holt bei mir die Zuhörer sofort an.
00:22:17: Wenn ich die drei Zauberworte gesprochen habe, dann geht es los.
00:22:20: und dann dürfte euch jetzt ganz bequem hinsetzen, rutscht nochmal mit dem Puppo hin und her.
00:22:24: Dann geht's los.
00:22:25: Was bleibt so bei den Leuten, die dir zuhören am meisten hängen?
00:22:29: Ist es dann immer so diese Moral von der Geschichte oder was?
00:22:31: Das glaube
00:22:32: ich nicht.
00:22:33: Das glaube ich nicht.
00:22:34: Was wirklich hängen bleibt sind Gefühle.
00:22:36: Ah, okay.
00:22:37: Und das sitzt.
00:22:38: Ja.
00:22:39: Und die müssen so gut wie möglich
00:22:41: sein.
00:22:42: Also dieses Gefühl, wenn der dann den Bauch aufgeschnitten kriegt und die kommen eins nach dem anderen wieder raus, diese Freude.
00:22:51: Wir sind wieder beieinander, wir sind alle wieder zusammen, Vollständigkeit, Zusammengehörigkeit ist was ganz Wichtiges.
00:22:57: Die Kinder applaudieren, wenn die alle wieder zusammen sind, der jubeln die.
00:23:03: Dort ist für die schon das Beste passiert.
00:23:06: Wenn aber die Geist sagt, es ist okay, ihr könnt euch jetzt freuen, aber jetzt geht ihr los und holt die Steine.
00:23:13: Dann sind die alle wieder achtsam und dippeln los.
00:23:16: Ich sag dann, die müssen Steine holen so groß wie eine Faust, macht man eine Faust.
00:23:21: Gucken die ihre klänen Hände an, sag ich, hier nissen die kleinen Steine, die große, wie die Faust.
00:23:27: Und was machen sie dann mit denen?
00:23:28: Frag ich die Kinder.
00:23:30: Also es gibt natürlich Kinder, die Sachen, den bewerfen sie mit den Steinen.
00:23:34: Nein, das stimmt gar nicht so ganz.
00:23:38: Aber eins ist immer dabei, was ich schon weiß, dass die in den Bauch hineinmüsst.
00:23:43: Also ich lass die tatsächlich miterzählen.
00:23:45: Und das ist gut.
00:23:46: mit den Kindern so zu kooperieren, dass die dann auch ihre Gefühle mitteilen können.
00:23:52: Die sehen bei mir, zu Beginn des Merchants, ein einziges Bild davon abschiedet sich.
00:23:57: die Mutter kreut von den Kindern und erzählt denen, was sie achten müssen.
00:24:01: Das sind die, das ist sich ein Geißlein.
00:24:05: Ich grusel mich.
00:24:07: Geh gleich zu Dano Kindergärtnerin, kannst du auf den Schoß sitzen, die beschützt euch alle.
00:24:12: Zack sitzen die alle um die Kinder.
00:24:14: Das ist
00:24:15: total herrlich.
00:24:19: Total witzig.
00:24:20: Und dann klappt das.
00:24:21: Ja,
00:24:22: es ist schon faszinierend.
00:24:23: Also, tatsächlich, erzählst du Märchen so, wie man sie kennt?
00:24:26: Oder machst du noch was in deinem eigenen Stil dazu?
00:24:29: Was würdest du sagen?
00:24:30: Es ist schon viel Eigenes.
00:24:32: Die leben ja.
00:24:33: Also, natürlich bleibe ich ganz klar an der Fassung.
00:24:36: Also, ja, Krim ist die Vorlage.
00:24:42: Aber es gibt ganz viele Redewendungen oder so, die vielleicht, ja.
00:24:47: Ja, genau.
00:24:48: Also sie sind nach Krim und ein bisschen nach mir.
00:24:51: Also es ist nicht toll, dass es noch funktioniert.
00:24:53: Natürlich.
00:24:54: Dass die Kinder da immer noch sitzen und zuhören können.
00:24:56: Genau.
00:24:57: Also wenn ich das jetzt ganz nach den alten Worten sprechen würde, so war das früher, dass wir das eben genau nach dem, ähm, also identisch gesprochen haben, dann ist es für mich rezitieren.
00:25:08: Ja, klar.
00:25:10: Kann man machen?
00:25:11: Ich finde es lebendiger, wenn ich die Kinder mit einbeziehe und wenn ich mit denen.
00:25:16: Das ist mir schon quasi durchsteher.
00:25:18: Ja, und vielleicht für alle Diets,
00:25:20: die dich nicht kennen, Katrin, du liest ja auch nicht ab aus den Märchenbogen, sondern du sprichst ja frei.
00:25:24: Ich brauche meine Augen für die Zuschauer und für mein Publikum.
00:25:29: Wie viele Märchen hast du gerade so im Hirn?
00:25:30: Hach.
00:25:33: Hundertfünfzig, Hundertabzig, so in dem Dreh.
00:25:36: Ja.
00:25:39: Wenn du schon so viele jetzt, also boah krass, also gut ab, wirklich tatsächlich.
00:25:44: Aber wie entscheidest du jetzt zum Beispiel, wann du warst, aus dem Repertoire auspasst?
00:25:47: Das
00:25:48: ist genau die Kunst.
00:25:49: Das ist die Kunst.
00:25:50: Also wenn ich jetzt gerufen werde zu einer Veranstaltung, sag jetzt einfach mal, das ist ein siebziger Geburtstag.
00:25:58: Und ich kenne weder das Publikum noch sonst irgendwas.
00:26:00: Ich gehe mal davon aus, das Geburtstagskind ist siebzig.
00:26:03: Die meisten Gäste rund um dieses Alter herum, aber die werden auch Kinder haben, die werden alles Mögliche dort sitzen haben.
00:26:10: Also muss es irgendwie jeden seinen Geschmack treffen.
00:26:14: Das heißt, ich habe irgendwie so eine Randvoll Sachen mit, wo ich denke, das könnte funktionieren.
00:26:19: Und aus denen picke ich mir das dann raus.
00:26:22: Dazu muss ich meinen Publikum erst mal kennenlernen.
00:26:24: Das heißt, ich muss erst mal testen.
00:26:26: Ich teste erst mal aus.
00:26:27: Was wissen die?
00:26:28: Ich zeig denen mal eine Frosch und eine goldene Kugel und gucke erst mal, ob die überhaupt was damit anfangen können.
00:26:34: Und fütter die quasi erst mal an.
00:26:36: Und wenn das funktioniert und die mir dann erklären, ah, den muss man küssen.
00:26:40: Das sag ich dann.
00:26:44: Wer glaubt denn noch alles, dass man den kürzen müsste gehen, aber schon einige Hände hoch.
00:26:51: Und dann sind wir drin.
00:26:53: Ja.
00:26:54: Und dort angelt ich sie mir und gucke erstmal, was alles schon so bekannt ist, wie sie reagieren.
00:26:59: Und dann kann ich die Märchenauswahl treffen.
00:27:02: Also es passiert innerhalb von wenigen Minuten.
00:27:04: Und die sind doch bestimmt auch ganz oft erstaunt darüber.
00:27:08: Wie viele andere Märchen es gibt als die Standards, die man so kennt, oder?
00:27:12: Also ich mixe immer gut.
00:27:14: Das heißt, wenn ich jetzt bis zum Beispiel in den Seniorenheim, das sind ältere Herrschaften.
00:27:19: Natürlich, die haben das Leben schon gesehen.
00:27:21: Ja.
00:27:22: Und denen, was Neues zu erzählen.
00:27:23: Du brauchst
00:27:23: nichts von Frau erzählen.
00:27:25: Genau, lass mir das mal weg.
00:27:27: Aber denen erzähle ich dann natürlich von Armen und Reichen.
00:27:30: Und da gibt es auch reichlich Märchen.
00:27:32: Und da ist völlig klar, dass der Reiche definitiv nichts abgibt.
00:27:37: Das haben die schon hundertmal erlebt im Leben.
00:27:39: Da brauchst du den X-Force-Übermachen und den Weltschehen reden.
00:27:43: Das wissen die so.
00:27:44: Also, dort sind wir auch mitten im Märchen drin und dann gibt's von Armen reichen, massenhaft Märchen.
00:27:50: Und wie dann der gute der Arme meist eben doch zu seinem Recht kommt und zu seinem Glück.
00:27:57: Das lieben die.
00:27:58: Ich glaube auch, um zurückzukommen, was wir am Anfang sagen.
00:28:02: Ich glaube, das spielt eben schon auch wirklich eine Rolle, dass es so klare Strukturen gibt, also während unserer Welt um uns rum so undurchsichtig ist und man nicht weiß, wer ist gut, wer ist böse, wer hat recht, wer hat keinen recht?
00:28:14: und da ist einfach klar, gut, böse.
00:28:16: Es gibt
00:28:16: schwarz und weiß und die ganzen Krauthöhen sind weg.
00:28:19: Genau.
00:28:19: Also ein Wolf
00:28:20: ist böse.
00:28:22: Klar, brauchen wir nicht drüber reden.
00:28:23: Also, da kommen dann die Naturschützer, die kommen dann schon um die Ecke und sagen, die Wölfe sind noch gar nicht böse.
00:28:29: Aber hier in dem Märchen ist der Böse.
00:28:33: Graues Fell, blitzende Augen, schrafe Zähne, Böse.
00:28:36: Punkt.
00:28:37: Sonst hast du eine Petition dahinter.
00:28:39: Das
00:28:40: ist eine
00:28:41: Fähne auf dem Kopf, das ist eine Jahre.
00:28:42: Ja,
00:28:44: aber auch das ist ja sicherlich was oder was sich schon verändert hat oder diese ganzen Diskussion rund um.
00:28:49: darf
00:28:50: ich das überhaupt noch erzählen?
00:28:50: Ich muss schon darauf eingehen, aber es ist klar, im Märchen ist das eine eindeutige Geschichte, gut und böse, schwarz und weiß.
00:28:57: Und das brauchen die auch.
00:28:58: Und das brauchen die auch.
00:28:59: Eine Hexe im Hexenhaus mit ihren schönen Lebkuchenhaus, die ist böse.
00:29:04: Da frage ich mich, spürst bestfalls noch mal nach, warum ist die böse?
00:29:07: Was machten die?
00:29:07: Was hatten die vor mit den Kindern?
00:29:09: Die will die fressen.
00:29:11: Darf man das?
00:29:12: Sollen die aber alle?
00:29:12: Nein.
00:29:13: Das ist doch völlig klar.
00:29:15: In dieser Eindeutigkeit bewegt sich das.
00:29:17: Und dann ist auch klar, dass diese Hexe verschwinden müssen.
00:29:20: Verschwinden ist in dem Falle verbrennen.
00:29:22: Verbrennen bleibt nichts übrig.
00:29:24: Und die taucht nicht wieder auf.
00:29:26: Die wird nicht bloß weggeschickt.
00:29:27: Die ist weg.
00:29:31: Du hast ja jetzt gerade schon gesagt, du hast im Seniorenheim gespielt.
00:29:33: Für Kinder natürlich auch.
00:29:35: Beim Karsten weiß ich, dass ja auch mit unter das Bühnenbild etc.
00:29:38: eine Riesenrolle spielt für die Gesamtwirkung.
00:29:40: Wie ist es bei dir?
00:29:41: Also gibt es auch Orte, wo du sagst, die machen schon nochmal einen Unterschied, wie so ein Märchen ankommt?
00:29:45: Ja, wahrscheinlich schon.
00:29:46: Ganz gewiss,
00:29:46: ganz gewiss.
00:29:47: Natürlich in der Natur erzählt sich es immer gut.
00:29:49: Das weißt du auch.
00:29:50: Also alles, was es draußen im Freien stattfindet, funktioniert immer.
00:29:54: Aber du hast manchmal auch eine Location.
00:29:56: eine Turnhalle.
00:29:57: Also eine Turnhalle ist eine Turnhalle.
00:29:59: Da muss ich ein bisschen was tun.
00:30:01: Dort muss ich schon meinen Zauber wirken lassen, bevor also eine Turnhalle meine Bühne entsteht.
00:30:06: Und da lässt sich viel mit Tüchern machen, da lässt sich auch viel mit diesen Figuren machen.
00:30:11: Eine Schatztuhe, die ich öffne.
00:30:14: Wir gucken, was da drin ist und dann ist der Zauber auch da.
00:30:17: Und natürlich auch das, wo sitzt das Kind in der Turnhalle?
00:30:21: Sitzt einfach nur auf dem Boden oder hat es vielleicht doch ein Teppich unter dem Hintern und dann ...
00:30:26: Da muss man sich auch viel selbst vertrauen, dass man dann genug Strahlekraft hat, um die dann auch zu kriegen.
00:30:32: Ich habe gerade erst neulich, das hätte man zu Tourleben erzählen können.
00:30:36: Hatte ich genau die Situation.
00:30:38: Ich wurde wieder irgendwo eingeladen mit Wodigilden Kerlewohnen von Maurice Sendak.
00:30:42: Und es war eine Tourenhalle.
00:30:44: Es wäre das volle Programm.
00:30:46: Also ich weiß nicht, was ich glaube.
00:30:48: Irgendeine Erwartung, dass er das bei uns erzählt hat beim Mädels Tourleben.
00:30:53: Tourenhalle,
00:30:53: du kommst hin.
00:30:54: Anke war das.
00:30:55: Anke, du kommst hin, dass er allererste ist, der Hausmeister kommt.
00:30:58: Da könnt ihr das aber nicht
00:30:59: pausen.
00:31:01: Ja, ich weiß, ich muss aber jetzt ausladen.
00:31:03: Nur
00:31:03: zum Be- und Entladen.
00:31:04: Da
00:31:05: ist jetzt aber gleich eine große Pause.
00:31:06: Ja, ich muss ausladen, sonst kann ich gleich wieder fahren und spiele ich halt nicht.
00:31:10: Ja, aber dann verschwick.
00:31:11: Ja, okay.
00:31:11: So, dann musst du erst mal eine ewig langen Gang entlang, dann nochmal die Treppe und ich hab eine halbe Stunde gebraucht nur zum Ausladen.
00:31:18: Und dann hast du eine Tourenhalle, also einmal Fußballfeld, in der Mitte einmal durchgeteilt, wenn du Glück hast.
00:31:24: Nicht verdunkelbar.
00:31:25: Nichts.
00:31:27: Eine wunderschöne Atmosphäre.
00:31:28: Total.
00:31:29: Es reilt ganz ruhig.
00:31:31: Und so.
00:31:31: Und du kannst die Musik versuchen, einzustellen, wie du willst.
00:31:33: Das klingt immer scheiße.
00:31:35: Dann kommen die Kinder schon mal eine Viertelstunde zu früh.
00:31:39: Und so.
00:31:39: Und es war wirklich ruhig.
00:31:41: Und dann bist du gerade fertig mit Spielen.
00:31:43: Und auf einmal kommt dann der nächste Sp... Das ist der Schwung an den Sportschülern rein.
00:31:49: Und damit mit Becken.
00:31:51: Sie müssen jetzt hier aber weg, weil wir holen jetzt hier noch die
00:31:54: Geräte raus.
00:31:56: Nein, in meinem Vertragstil.
00:31:57: Ich habe der Dreifeld schon zum Abbau und die brauche ich auch, Leute.
00:32:00: Ja, das geht es aber nett.
00:32:02: Dann spielt um mich drum herum, aber ich kann mich leider nicht den Luft auflösen.
00:32:06: Das gibt es halt auch.
00:32:07: Aber eben, wenn du scharfst und eine gewisse Präsenz auf der Bühne hast, dann ... Kriegst du es auch hin, dass
00:32:13: du Kinder zuhörst?
00:32:14: Ja.
00:32:14: Und unbedingt.
00:32:15: Also meine Erfahrung auch.
00:32:17: Du musst halt nur für dich als Spieler oder als Rezipient oder was auch immer, musst du einfach dir selber vertrauen können, dass du das schaffst und vor allem vorher wieder zur Ruhe kommen, bei all dem ganzen Stress zum Rumswissen so.
00:32:29: Und jetzt durchatmen.
00:32:31: Jetzt schieb
00:32:31: ich dann.
00:32:32: Ja, genau.
00:32:32: Und da sein.
00:32:33: Und dann geht es
00:32:34: auch.
00:32:35: Ja.
00:32:35: Katrin, was würdest du sagen?
00:32:37: Wir haben es vorhin schon gehabt, vielleicht auch Richtung Endspurt mit dir, gerade in der digitalen Welt.
00:32:42: Wir haben es vorhin davon gehabt, wie wichtig das ist, alles ist irgendwie nicht planbar und verwirrt und dings, welche Rolle spielt oder welchen Zauber haben, da mähr ich ihn für dich.
00:32:49: Ja, also natürlich, klar, sohlt mich zurück auf den Boden der Tatsachen.
00:32:53: Das ist das alte, das ist schon das Bewerde.
00:32:57: Und das haben wir in den Märchen.
00:32:58: Und wenn ich da jetzt ein Märchen erzählt habe, und dort sitzen lauter gestandene Menschen.
00:33:05: Ich sag, warum hab ich euch jetzt dieses Märden erzählt?
00:33:07: Das muss doch einen guten Grund haben.
00:33:09: Soll ich euch den vielleicht mal
00:33:10: erklären?
00:33:12: Und ich frag dann bloß so rum, ihr habt alle ein Handy.
00:33:15: Ja.
00:33:17: Wie schützt ihr euch denn davor, dass jemand anders an diese Daten rankommt, die auf euren Handys sind?
00:33:24: Fingerabdruck vielleicht?
00:33:26: Zeig mal deine Pfote.
00:33:28: Oder vielleicht ist es doch eine Pin oder irgendwas anderes, also diese guten Passwörter.
00:33:35: Das ist nichts anderes als das, was die Geißleihen verlangen vom Wolf.
00:33:40: Zeig deine Pfote.
00:33:41: Also die machen einen Abgleister der Identität und dann erst machen die eine Freigabe oder eben auch nicht.
00:33:50: Und das ist genau das, was wir heute genauso nutzen.
00:33:53: Bis der Trojaner kommt und sich dann eben die Pfote doch weiß macht.
00:33:58: Richtig,
00:33:59: genau das passiert.
00:34:00: Das ist das selbe Spiel wie damals.
00:34:03: Also heißt du musst misstrauisch sein, ein gesundes Misstrauen sollte jeder haben.
00:34:08: Und wenn du vertraust, dann musst du das geprüft haben.
00:34:12: Nichts anderes machen unsere Systeme.
00:34:16: Und dann habe ich den Beweis erbracht.
00:34:20: Das ist gut, das die alten Märchen zu hören.
00:34:23: Ach, Kathrin, vielen Dank.
00:34:24: Vielleicht kannst du ja abschließend in einem einzigen Satz zusammenfassen.
00:34:27: Das fände ich jetzt auch spannend aus deiner Sicht.
00:34:30: Ich weiß nicht, wie er lautet, du verrätst uns, wenn du das Wesen von Märchen, also was es auch für dich bedeutet, in einem einzigen Satz zusammenfassen müsstest.
00:34:39: In einem Satz,
00:34:42: das zwei.
00:34:43: Ja, es gibt ja auch zwei.
00:34:45: Dann sage ich... dass wir uns unbedingt diese Hoffnung bewahren müssen, dass die Dinge gut ausgehen, dass wir diese Botschaft einfach weiter tragen für unsere Kinder, für unsere Nachkommen.
00:34:58: Das ist wichtig.
00:34:59: Für uns wurde sehr schließlich auch transportiert.
00:35:02: Das stimmt.
00:35:02: Und wenn wir überlegen schon so lange, das ist echt etwas Wunderschönes.
00:35:06: Das ist unsere
00:35:07: Aufgabe.
00:35:08: Hey, vielen, vielen Dank, Katrin, für den Blick in die merchenhafte Welt mit dir.
00:35:13: Und wer dich natürlich auch mal erleben will, Spinnradmärchen, können wir an der Stelle einen kurzen Werbeblock einschieben.
00:35:18: Du bist auch fleißig unterwegs, jetzt sowieso eine Weihnachtszeit.
00:35:21: Die Termine mit den öffentlichen Vereinstellungen sind auf der Homepage und die findet man tatsächlich unter spinradmärchen.de.
00:35:27: Kann man dich auch mal live besuchen.
00:35:29: So ist das.
00:35:29: Vielen, vielen
00:35:30: Dank.
00:35:30: Oder mal selbst buchen.
00:35:31: Sie ist ja käuflich, genau.
00:35:32: Ich bin käuflich,
00:35:33: genau.
00:35:34: Mensch, wir sind wie alle käuflich, auch irgendwie.
00:35:36: Also weißt du.
00:35:38: Danke, Katrin.
00:35:39: Ich danke
00:35:39: euch.
00:35:40: Schön, dass ich mit euch sein durfte.
00:35:41: Danke
00:35:42: schön.
00:35:42: Sehr, sehr gerne.
00:35:43: Tschüss.
00:35:45: Wünschte Katrin, ha?
00:35:46: Ach,
00:35:47: immer mehrchenhaft, wirklich.
00:35:48: Also ich kenne sie ja auch schon länger tatsächlich, aber...
00:35:50: Du hattest sie auch schon in deinem eigenen Podcast?
00:35:51: Ja,
00:35:51: genau.
00:35:52: Sie war auch schon bei mir eine... Sie war die erste Folge, muss man sich mal vorstellen.
00:35:56: Mein erstes Podcast, ja.
00:35:57: Also die allererste war ja mit mir und Lena damals, wo ich interviewt wurde, aber die erste offizielle Gästefolge war gerade drin.
00:36:03: Lustig.
00:36:04: Ja.
00:36:04: Aber es rückt, die strahlt auch so eine Ruhe aus.
00:36:06: Total.
00:36:06: Und ist so sympathisch.
00:36:08: Ja.
00:36:08: Und dann mit ihrem Dialekt, das fühl ich ja so süß hier bei uns in der Orte nach, weißt du?
00:36:12: Ja.
00:36:12: Und dann damit rechnen der Keiner.
00:36:14: und das dann mit dem Thema Märchen finde ich jedes Mal süß.
00:36:16: Aber ich finde es toll.
00:36:17: Also sie hat echt eine tolle Erfahrung und sie lebt den Märchen wirklich.
00:36:21: Ja.
00:36:21: Na toll.
00:36:22: Ja, weißt du, ein Märchen, das ist ja auch natürlich eine Herzsache, aber mittlerweile gibt es auch so viele Fachleute, Philosophen, Forscher, die sich wirklich mit Märchenforschung beschäftigen.
00:36:37: Da gab es in den Jahren ganz viele mehrere bedeutende Denker, die sich aus unterschiedlichen philosophischen Perspektiven mit Märchen auseinandergesetzt haben.
00:36:45: Also das ich so gemerkt habe, dabei geht es eigentlich ganz oft um die Frage, ob jetzt Märchen zum Beispiel ... bloßer Aberglaube ist, oder halt, ob Märchen so eine tiefe Wahrheit hat über, über Menschie-Existenz, über Hoffnung.
00:37:02: Das ist verrückt da.
00:37:04: Ich habe mal ein paar zusammengesucht, das sind das natürlich längst nicht alle.
00:37:08: Wie immer, wer da mehr wissen möchte, könnt schon mal googeln.
00:37:11: Ja, könnt doch mal googeln.
00:37:12: Aber ich habe jetzt mal drei Stück, der eine wäre zum Beispiel der Ernst Bloch, auch genannt.
00:37:19: Philosophie der Hoffnung, also so hat er das bezeichnet mit den Märchen, der Ernst Bloch, ja, das ist ein Philosoph, der, glaube ich, den Märchen den höchsten Stellenwert eingeräumt hat.
00:37:31: Für ihn sind Märchen nicht kindisch, sondern eher, ich muss mal sagen, eigentlich revolutionär sogar, der arme Bauernsohn, der das Glück sucht und am Ende gewinnt, das war körper zum Beispiel in dem Menschenwunsch, die fesseln, der Unterdrückung zu sprengen.
00:37:45: Zitat, er sprach vom Märchen als eine Welt, die bunt und leichter ist, als die graue Realität.
00:37:52: Was man im Prinzip auch schon hat.
00:37:53: Genau,
00:37:54: was ja Kathrin auch schon gesagt hat, dieses Endegut, alles gut Thema, was die Menschen sich auch erhofft.
00:37:58: Ein Ort, an dem einfach die Gerechtigkeit siegt, immer.
00:38:01: Genau.
00:38:02: Das ist verrückt.
00:38:03: Es gibt ja eben Vorschläge, dass er jedes Märchen eben auch wirklich eine Aussage hat.
00:38:09: Das
00:38:09: hat viel auch mit Kindheit, mit Loslösen zu tun.
00:38:12: Ich sage jetzt mal zum Beispiel, die Schöne aus Biest geht es auch um die...
00:38:16: Abkapselung
00:38:17: von Vater oder von den Eltern zum Beast, also in dem Fall zum Mann.
00:38:22: Also es geht auch da, um ja, groß werden, erwachsen werden, sich von den Eltern lösen.
00:38:28: Das ist da zum Beispiel ein Thema.
00:38:29: Es geht viel auch um Sexualität ganz oft.
00:38:32: Dann haben wir aber zum Beispiel denn eine Frau, die Simone Weil, ich hoffe man spricht so sieht die aus, eine französische Philosophin, die sah in Märchen Also ähnlich wie in den antiken Mythen, Spiegelbilder göttlicher Wahrheiten.
00:38:49: Okay.
00:38:49: Also die Kernidee war, für sie waren Märchen, Brücken zum Transcendenten.
00:38:54: Das klingt ziemlich hochgestochen.
00:38:56: Also Symbole, wie das Aschenputtel, dass er niedrigst wird.
00:38:59: Und dann erhöht wird, das sollte sie dann als... Bild für die Gnade und die spirituelle Reise der Seele.
00:39:05: Das ist ganz schön.
00:39:06: Das ist schon sehr Mieter.
00:39:08: Ja, und ziemlich
00:39:09: esoterisch.
00:39:10: Okay, also darauf bin ich jetzt verarscht und nicht gekommen.
00:39:13: Ja, aber krass.
00:39:13: Es gibt so Überlegungen.
00:39:15: Die
00:39:15: Interpretation bin ich interessant.
00:39:16: Ja, ja,
00:39:17: ja.
00:39:18: Ich glaube, einer der bekanntesten ist... Da Walter Benjamin, der setzt sich mit der Bedeutung des Märchens für die menschliche Erfahrung auseinander.
00:39:26: Also da ist die Kerne die, das Märchen ist für ihn die früheste Form, wie die Menschheit versucht hat, den Mythos, also das Schicksal, das einer drückt, so kann man es bezeichnen, also, dass dieser Mythos besiegt wird.
00:39:39: Er sah im Märchen, was wir auch vorhin so mit hatten, einen Ratgeber.
00:39:42: Ja, gut, ja.
00:39:43: Ja, der zeigt ihn mal mit List und mit Mut.
00:39:46: gegen die dunklen Mächte bestehen kann.
00:39:49: Das ist ja nicht das, was wir vorhin auch besprochen haben.
00:39:51: Also dieses gutes Sieg am Ende und wie gelingt es?
00:39:54: und das ist ja dann die Quinte Senz letztlich.
00:39:57: Wobei Benjamin unterscheidet das Schaf zwischen Mythos und Märchen, also der Mythos, repräsentiert für ihn eine Welt des Schicksals, der Angst und der Unbeziehung machen Götter und der Mensch ist quasi nur ein Opfer dunkler Mächte.
00:40:11: Und das Märchen, also ich sage es mal, Odysso ist zum Beispiel, jahrzehntelang unterwegs ist und ständig von einem von einer Insel zur nächsten, von einer Gefahr zur nächsten, halt wegen Poseidon, der einen verflucht hat und so weiter und ständig dem Willen der Götter ausgeliefert ist sozusagen.
00:40:28: Man sagt ja auch so, das war jetzt eine Odisee.
00:40:31: Ja, genau.
00:40:33: Oder das Märchen, das ist dann für ihn der erste Versuch der Menschheit diesen mythologischen Albtraum zu entgehen.
00:40:40: Und zeigt sich mal mit List, mit Humor und Mut so, dass das scheinbar starre Schicksal besiegen kann.
00:40:48: Benjamin analysiert dann bestimmte Figurtypen, um zu zeigen, wie das Märchen Rat gibt.
00:40:53: Also es gibt zum Beispiel für ihn den Dümmling oder Dümmling viel mehr.
00:40:57: der stellt sich gegen den Mythos dumm, also durch seine vermeintliche Einfalt, entzieht sich der Logik, der Gewalt und Gewinn am Ende.
00:41:05: Für mich ist da so ein Beispiel, obwohl es kein Märchen ist, krabbert.
00:41:08: Da beschäftige ich mich gerade ein bisschen mit von Ottfried Preußle in dem Fall.
00:41:11: Da gibt es auch einen dieser Müllersburschen oder dem alle für dumm halten.
00:41:16: Also der hat auch mit Zauber nichts zu tun.
00:41:19: Der macht dann die Küche und so weiter und an alles kümmert sich und der stellt sich aber die ganze Zeit nur eigentlich so ein bisschen dumm.
00:41:27: Ja.
00:41:28: Um am Ende aber auch lebend aus der Nummer rauszukommen.
00:41:30: Guck mal, das ist das heutige Prinzip der Reality-Stars.
00:41:34: Ja, da weiß ich nur nicht, ob die sich nur so
00:41:36: stellen, aber das weiß ich leider auch nicht.
00:41:39: Ganz wirklich
00:41:39: zweifel.
00:41:40: Ja, ich auch.
00:41:42: Dann gibt es zum Beispiel im Gegensatz mit den schlauen Helden, der nutzt die List, also so wie eben, wie ich vorhin sagte, Odysseus, um dann die übermächtigten Kräfte auszutricksen.
00:41:51: Dann gibt es aber noch, und das finde ich im Märchen sehr wichtig, die Komplizenschaft der Natur.
00:41:57: Also im Märchen helfen oft Tiere oder Pflanzen in irgendeiner Form dem Helden weiter.
00:42:01: Und für Benjamin ist das ein Zeichen dafür, dass die Natur nicht mehr als feindliche, mythische Gewaltauftritt, sondern eben... sich mit dem befreiten Menschen verbündet.
00:42:12: Es gab ja auch mal eine Zeit, also gerade so achtzehntes Jahrhundert, in der Natur, bevor es dann zur Romantik kam, in der die Natur ja mehr oder minder fast verpönt war.
00:42:21: Und ich weiß noch, da muss ich damals an der Hochschule einen Referat oder mal einen Abschlussarbeit halten im Thema Kulturgeschichte.
00:42:27: Da ging es genau darum, dass ja eben da auch gerade diese Gärten entstanden, wo dann viele Hecken und Bäume bestimmte Muster bekamen.
00:42:36: Das sieht man heute auch noch oft bei Schlössern.
00:42:38: Und das haben sie nicht gemacht, weil sie es schon schön fand.
00:42:42: Aber es ging eigentlich darum, da war Natur komplett verpönt.
00:42:44: Also insgesamt mit, deswegen haben sie sich auch nicht viel gewaschen.
00:42:48: Oder gar nicht, sondern lieber eingepudert, weil Wasser war.
00:42:50: Natur und Natur macht krank und mal eklig.
00:42:53: Gut, okay.
00:42:54: Deswegen haben sie die Bäume und die Hecken gestutzt und dann lieber Quadrate und Kreise.
00:42:58: Das
00:42:59: ist hauptsächlich nicht mehr so ein Naturtyp.
00:43:03: Das ging so weit, dass sie dann zum Beispiel, und da kommt gleich eine Redewendung her, dass der König zum Beispiel nicht mehr raus wollte, in der Natur um zu jagen.
00:43:12: Nee, im Gegenteil, die haben die Rehe zum König gejagt, haben die in ein Gehege, wenn man so möchte, gehetzt, was aber eigentlich nur daraus bestand, dass da zum Teil rote Lappen quasi diese Abgrenzung waren und haben diese da reingeschickt.
00:43:30: König, also Ludwig zum Beispiel, hat dann von oben vom Balkon aus die Tiere abgeschossen.
00:43:36: Und manchmal sind dann diese Tiere durch die Lappen gegangen.
00:43:41: Ach, guck.
00:43:42: Daher
00:43:42: kommt es.
00:43:44: Da ist was durch die Lappen gegangen, weil eben, z.B.
00:43:46: in Rhee oder in Hirsch oder was auch immer.
00:43:48: Ich flüchtete
00:43:48: es hier gerade,
00:43:49: also durch diese Abgang, den Lappen einfach abgehauen.
00:43:51: Aha,
00:43:52: da kommt es her.
00:43:52: Das haben
00:43:52: wir wieder was gelernt hier, also wir sind auch der Podcast für historische Wortspiele, wo die herkommen.
00:43:58: Aber gut, ja.
00:44:01: Und für Benjamin eben war das Märchen die höchste Form der Kunst, weil es ratweiß,
00:44:08: auch schon von,
00:44:09: immer dann, wenn die Not am größten ist.
00:44:11: Und dann habe ich mal ein bisschen rumgeguckt, eben zum Thema Wolle von den sieben Geißleinen.
00:44:15: Ich glaube, die Geschichte müssen wir nicht nochmal erzählen, oder?
00:44:17: Die dürfte klar sein.
00:44:18: Ja, ich denke, ich hoffe.
00:44:20: Also,
00:44:21: mir ist sie klar.
00:44:22: Ja, mir auch.
00:44:23: Wir machen ein Podcast eh nur für uns zwei.
00:44:25: Natürlich, weil wir eigentlich sonst nichts zu tun haben.
00:44:28: Haben wir gesagt, lass uns doch mal das ein Podcast machen.
00:44:30: So ein auch krass Geld, also Märchen sind auch schon immer ein bisschen brutal, finde ich teilweise.
00:44:35: Schon?
00:44:35: Wow.
00:44:36: Allerdings ist das für Kinder nie ein Problem.
00:44:38: Ja, das stimmt.
00:44:39: Es gibt viele Eltern, die dann mit so was ehemaligen Problem
00:44:42: haben.
00:44:42: Das kann man doch den Kindern nicht erzählen.
00:44:44: Ja,
00:44:44: oder wenn Maximus dann zu schrot verarbeitet werden oder die Hexe in den Ofen geschmissen wird und dort verbrennt und so weiter.
00:44:52: Für Kinder ist das völlig wurscht.
00:44:55: Für Kinder ist einfach nur, der war böse, der wird bestraft.
00:44:57: Die sehen das gar nicht.
00:44:59: Aber die Eltern haben da mittlerweile irgendwann...
00:45:03: Seit er die Katrin vorhin auch so beschrieben, dass eigentlich die Kinder da mit gar kein Thema haben, solange man es eben so anspricht, dass der gute halt gewinnt.
00:45:10: Hier steht zum Beispiel was hier zum Thema Geißlein.
00:45:13: Die Bedeutung im Märchen.
00:45:16: In der Welt der Märchen geht es selten um echte Wölfe, sondern eben um menschliche Urängste und... Reife Prozesse.
00:45:22: Der Wolf ist ein Täuscher.
00:45:24: Er symbolisiert das unberechenbare Böse oder eben die fremde Gefahr.
00:45:29: Im Gegensatz zum echten Wolf kann dieser Wolf sprechen.
00:45:31: Er kann Kreide fressen, um die Stimme zu verstellen und Pfotenweis machen.
00:45:36: Er steht für Betrug und Verstellung und die Warnung, dass das Böse oft maskiert.
00:45:40: Daher kommt.
00:45:41: Das
00:45:42: ist immer wieder beim Thema, was wir vorhin auch hatten.
00:45:44: Die sind vertrauene Prüfen.
00:45:46: Wem kann ich trauen?
00:45:47: Das war ja vorhin auch noch ein Thema.
00:45:49: Ich habe auch was zum Thema Uhrenkasten gefunden.
00:45:51: Aha.
00:45:52: Ist es halt doof, weil bei mir springt es halt in eine Waschmaschine rein.
00:45:56: Egal.
00:45:57: Psychologisch wird der Uhrenkasten oft als Ort der Besinnung oder der Zeitlosigkeit gedeutet.
00:46:03: Während die anderen Geißlein in Panik blindlings weglaufen, findet das Jüngste einen Ort der Stille... was ihm das überleben ermöglicht.
00:46:11: Die Steine im Bauch wiederum symbolisieren die Schwere der Schuld oder die Gehe, die sich am Ende gegen den Täter selbst wendet.
00:46:19: Der Wolf erbringt an seinem eigenen Übergewicht ein klassisches Bild für das sich übernehmen.
00:46:25: Okay, krass, aber naja klar, wenn man halt die Hintergründe kennt, der Interpretation ist nochmal ganz anders.
00:46:30: Also ich finde, aber das sieht manchmal wie frei jeder ist, sowas zu interpretieren, weil das hätte ich jetzt gar nicht so gelesen bei den Märchen,
00:46:38: aber gut.
00:46:39: Dann gibt es noch etwas ganz verrücktes, das habe ich jetzt wirklich zum ersten Mal gelesen oder gehört.
00:46:46: Jedes Märchen weltweit hat eine AT-Nummer.
00:46:51: Und zwar gibt es da einen Herrn, Thompson.
00:46:55: Stith Thompson.
00:46:57: Er ist einer der bedeutendsten amerikanischen Volkskundler und zusammen mit Antiane entwickelte er das Arne Thompson Index, also AT, später ATU.
00:47:07: Das Standardwerk zur Klassifizierung von Märchentypen.
00:47:11: Ich dachte, der ATU wäre ein Scheibenreparaturdienst, aber...
00:47:14: Das kam danach.
00:47:16: Jedes Märchen hat also so eine Nummer, zum Beispiel, Schneewittchen, hat die Nummer AT.
00:47:22: Okay.
00:47:24: Das ist also ein System, damit jeder weiß, welcher Plot gemeint ist.
00:47:30: Unabhängig von Sprache oder Titel.
00:47:31: Beispiel Aschenputtel ist ATU-Fünfhundertzehn.
00:47:36: Also zum Beispiel die Nummer eins bis zweihundertneunzehnt neunzehnt sind Tiermärchen.
00:47:40: Dreihundert bis siebenhundertneunzehnt sind Zaubermärchen, wie Schneewittchen oder Händel und Kretel.
00:47:45: Und achthundertfünfzig bis neunhundertneunzehnt sind nur Wellenartigemärchen, Schwenke und Anekdoten.
00:47:50: Aber macht vielleicht auch Sinn, vielleicht auch, weil die Katrin ja vorhin gesagt hat, mit der internationalen Klassifikation, dass man da auch wieder wiederfindet, welche Geschichte jetzt da wo einzuordnen ist.
00:48:00: Finde ich ja gut, also
00:48:01: absolut.
00:48:02: Hier das Märchen, da wurde von den sieben Geißleien, hat die ATU-Nummer hundertdreiundzwanzig.
00:48:08: Da die Nummern-Bereiche eins bis zweit an der neunundneinundzig liegt, wird das als Tiermärchen eingestuft.
00:48:13: Okay.
00:48:14: Thompson und seine Nachfolger definieren diesen Typen durch folgende Merkmale, die Abwesenheit der Mutter.
00:48:20: Die Geisenmutter verlässt das Haus und warnt ihre Kinder vor dem Wolf.
00:48:23: Die Täuschung der Wolf verstellt seine Stimme, frisst Kreide oder verändert sein Aussehen, Mehl auf der Pfote, um Einlass zu finden.
00:48:31: Das Verschlingen und die Rettung.
00:48:32: Die Opfer werden lebendig verschlungen.
00:48:34: Die Mutter rettet sie später, indem sie den Bauch des schlafenden Wolfes aufschneidet.
00:48:38: Die Bestrafung der Bauch wird mit Steinen gefüllt, was zum Tode des Wolfs führt oder durch ihr trinken Brunnen.
00:48:44: Verwandte Motive.
00:48:46: hat für die Einzelteile dieses Märchens spezifische Motivnummern vergeben.
00:48:50: Zum Beispiel K.A.R.A.R.A.R Wölfe geben sich als Mutter aus, bla bla bla.
00:48:55: Verrückt.
00:48:56: Ich glaub für einen, der ist still
00:48:57: einfach.
00:48:57: Also jetzt wird's richtig tief, ja.
00:48:59: Also krass.
00:48:59: Ach,
00:49:00: verrückt, oder?
00:49:01: Es ist
00:49:01: ein Riesenuniversum rund um Märchen.
00:49:03: Ja, aber wer ist hinter einem Puppen-Podcast?
00:49:06: Richtig.
00:49:07: Und darum... Sollten wir auch mal noch weiter über Puppen reden.
00:49:10: Ja, also über meine Puppen haben wir schon ein bisschen geredet, da können wir aber noch mal näher darauf eingehen, wenn es soweit ist und da Matthias auch soweit ist.
00:49:16: Bei unseren Märchen werden es auf jeden Fall diesmal eher Flachfiguren, aber dreidimensionale Flachfiguren, also nicht einfach nur ein Brett und ein bisschen was draufgemalt, sondern sie werden schon gestaltet.
00:49:25: Da ist für Matthias wiederum die Herausforderung, dass er die Puppen natürlich jetzt auch ein bisschen dem Design der Zeichentrickfiguren anpassen muss.
00:49:33: Das heißt eigentlich haben... Die Studenten, die die Zeichnung gemacht haben, die Vorlage geliefert haben, was jetzt Matthias übernehmen muss.
00:49:41: Er wird sich da trotzdem noch die eine oder andere Freiheit rausnehmen, aber trotzdem so natürlich, dass man die Geißländer noch erkennt.
00:49:49: Da kommen wir dann zu einem anderen.
00:49:51: Da bin ich schon sehr gespannt.
00:49:53: Aber
00:49:55: nein, jetzt geht es noch um eine liebe liebe Kollegin, die Anna Rampe und die.
00:50:03: ... ist Puppenspielerin in Berlin.
00:50:06: Es war erratet mit meinem Kollegen Daniel Wagner, ... ... den wir auch schon einmal und zumindest ...
00:50:11: ...
00:50:11: erwähnt haben.
00:50:12: Richtig, er ist schon gefallen hier.
00:50:14: Ja, ja, denn wir werden vielleicht aber noch ... ... fürs Mikro kriegen.
00:50:16: Beide, also wohl Daniel, ... ... als auch die anderen, beschäftigen sich viel ... ... mit dem Thema Märchen.
00:50:20: Wir haben, ich glaube, einen Großteil ... ... ihres Repertoires besteht aus Märcheninszenierungen.
00:50:25: Sehr, sehr lustig, ... ... schön modern inszeniert, ... ... immer mit dem Augen zwingern ... ... und trotzdem mit viel Herz.
00:50:31: Und ich würde sagen ... Mal hören, was du da sagst.
00:50:34: Ich bin schon sehr gespannt, dann tauchen wir doch mal ein.
00:50:38: Herzlich willkommen bei Fiese, Madende und Er.
00:50:40: Wir haben ja das Thema Märchen schon in dieser Folge aufgegriffen und haben es schon angekündigt, dass es ja jetzt, weil wir ja auch der Puppentrat für Anfänger sind, rund um Figuren gehen soll, also Figuren, Theater.
00:50:51: Und wie hängt das eigentlich mit Märchen zusammen?
00:50:54: Wie bringt man das alles?
00:50:55: Vereint man das sozusagen?
00:50:56: Und da haben wir niemand besseres als die Expertin sozusagen hier zugeschalten, wie er Zoom.
00:51:01: Wir freuen uns sehr, dass du hier mit dabei bist bei Fiese, Madende und Er.
00:51:05: Und an der Stelle würde ich mal mal sagen, Willkommen an einer Rampe.
00:51:08: Grüße die.
00:51:09: Hallo.
00:51:10: Guten Tag!
00:51:11: Guten
00:51:11: Tag!
00:51:12: Schön, dass du hier mitmachst bei unserer Märchenfolge.
00:51:15: Liebe Anna, wir hatten die Kathrin Bamberg als Märchenerzählerin.
00:51:19: Da sind wir schon etwas abgetaucht rund um die Märchen, die Faszination der Märchen und was eigentlich alles dahintersteckt.
00:51:25: Du bist ja Puppenspielerin, hast auch dein eigenes Theater, Anna Rampe, gegründet.
00:51:31: Jetzt wird uns natürlich interessieren, wie bist denn du zur Märchenwelt oder die Märchenwelt auch zu dir gekommen?
00:51:36: Und war das von Anfang an für dich schon klar, dass es teilt?
00:51:39: einer künstlerischen Ausrichtung wird?
00:51:41: oder kam das dann erst?
00:51:43: Wie kam denn das Märchen zu mir?
00:51:46: Das ist eine Frage, das weiß ich ja gar nicht.
00:51:49: Das kam einfach.
00:51:50: Ich glaube, ich war vorher, war ich drei Jahre am Theater Jungen Generation in Dresden fest angestellt und wir haben halt viel so Zeug gemacht.
00:52:02: und dann mein erstes frei berufliches Stück war dann Dornröschen.
00:52:09: Und ich hatte, wie war denn das?
00:52:11: Ich weiß es, ehrlich gesagt, kann ich es überhaupt nicht sagen.
00:52:13: Das war eine ganz natürliche Sache.
00:52:15: Das war wanksläufig.
00:52:18: Die Märchen gaben zwanksläufig.
00:52:20: Es ging gar nicht anders.
00:52:23: Ich glaube, dass man einfach, egal um welches Thema du dich gerade drehst, eine sehr gute... einen sehr guten Zugang kriegen kannst, über einen einfachen Handlungsstrang, an dem du dich sehr frei bewegen kannst.
00:52:37: Eigentlich geht es für mich als Spielerin und als Produzentin dann um die Freiheit, die mir so ein Märchen gibt.
00:52:43: Das sind keine, ich habe keine Vorgaben, wie wenn ich einen kleinen Prinz machen würde und da steht irgendwie eine ganze Batterie an Erben, die mir sagen, welchen Satz ich sagen darf und welchen nicht, sondern ich habe ein Material zur Verfügung, was ich füttern kann.
00:52:56: Und gerade deswegen, weil da so was, das steht halt nur... Das steht halt nur über diese Figuren selber, ist ja so wenig erzählt.
00:53:05: Das ist ja meistens in vier Sätzen gesagt.
00:53:07: Und ich hab die Möglichkeit, aus einem Rotkäppchen zum Beispiel eine Person zu machen.
00:53:13: Also so wie jetzt bei Daniel ist es dann Helene Kappstrudel und die hat dann eine Geschichte und die hat dann eine Mutter, die hat dann eine Beziehung zu ihrer Mutter, die hat eine Beziehung zu einer Uma, wo sie hingeht und all dieses, was da noch kommt, ich... Das ist meine Freiheit.
00:53:28: Das kann ich auslegen, wie ich will.
00:53:30: Die Vorgaben sind nicht so groß wie bei anderen literarischen Stoffen, wenn man sich die vornimmt, auf die Bühne zu bringen.
00:53:40: Ist es dann auch so ein Kriterium, nachdem ihr zum Beispiel ein Märchen auswählt, wo ihr sagt, hey, da passt es irgendwie besonders, da kann ich mich besonders austoben?
00:53:47: Oder was sind so die Merkmale, wo du sagst, das ist für mich ein spannendes Märchen, da möchte ich ran.
00:53:52: Ja voll, das sind die Typen.
00:53:53: Da habe ich mich auch schon mal irgendwie mit hingelegt.
00:53:57: Ich habe zum Beispiel Ne weiß nicht und Rosenrot gemacht.
00:54:00: Nach Schneeweißchen und Rosenrot.
00:54:03: Und habe das ausgewählt, weil ich dachte, ey so geil, so ein kleiner, gastiger Zwerg, ein Bär, habe ich voll Bock.
00:54:10: Dachte ich, das ist eine total geile Sache.
00:54:12: Dann haben wir angefangen das zu machen und dachten so, ach du meine Güte, dieses Frauenbild.
00:54:18: in diesem Märchen, das geht ja gar nicht.
00:54:21: Da sind so zwei Mädels, die kommen an und sagen, la la la la, oh, ein Zwerg.
00:54:25: Und der, dann befreien die denen, der sagt, ihr blöden, gassigen, beschimpft die aufs übelste.
00:54:32: und die sagen, ja, wiedersehen, la la la la, gehen weg, am nächsten Tag kommen die wieder, la la la la, machen's gleich noch mal.
00:54:40: Und dann lassen sie sich wieder auf die Fresse hauen und dann gehen sie weg.
00:54:44: und die sind nur am Helfen und dann kommt der Bär dahin und es geht nur darum, dass die so aufgeregt sind, weil vielleicht kriegen sie ja den goldenen Prinzen und so.
00:54:53: Irgendwie hat es dann gar nicht funktioniert.
00:54:55: und dann haben wir diese Geschichte.
00:54:56: Das ist das einzige Märchen, was sich wirklich... umgebaut habe.
00:55:01: Alle anderen Märchen versuche ich immer so den Grundstrang zu behalten, aber da war es dann so, da hat mich dann meine Kollegin und Freundin Susi Klaus gefragt, was willst du eigentlich erzählen?
00:55:12: Was erzählst du da?
00:55:14: Und dann haben wir uns länger darüber unterhalten auf der Fahrt in die Schweiz und da sind wir dann darauf gekommen, dass im Grunde die Basis ist diese Naturverbundenheit, dieser Mädels und Aus diesem Ding heraus haben wir das dann umgedreht.
00:55:29: Und bei uns ist es jetzt so, dass der quasi der König alle Bodenschätze ausraubt.
00:55:35: Der macht alles leer und macht damit die Höhen der Zwerge kaputt.
00:55:40: Und der zwerg ist irgendwann total sauer und sagt, ey, pass auf.
00:55:43: Wenn du jetzt hier noch tiefer gräfst, dann verwandel ich dich in einen Bär.
00:55:48: Und der sagt, ey, geh weg, ich bin hier der Chef.
00:55:51: Und dann wird er in den Bär verwandelt und dann kommt er quasi in dieses Haus und wird sozusagen geläutert.
00:55:57: Da sind nämlich diese beiden Mädels, die total Naturschützerinnen sozusagen sind.
00:56:04: leutern ihn dann mehr oder weniger.
00:56:06: Und er geht dann zurück und hat was gelernt, nachdem er ein Bär war.
00:56:10: So mussten wir das umbauen, weil das einfach nicht ging.
00:56:12: Ansonsten versuche ich schon an den Grundstrukturen der Märchen festzuhalten, weil es ist auch, ich finde es auch eigentlich ganz schön, es ist ein Kulturgut.
00:56:20: Ich finde es schön, wenn die Kinder das kennen.
00:56:22: Es gibt viele Kinder inzwischen, das war echt vor zwanzig Jahren ein bisschen anders.
00:56:27: Und inzwischen kennen viele Kinder die Märchen nicht mehr.
00:56:30: Und deswegen, finde ich, gehört das auch so ein bisschen mit in den Bildungsauftrag, dass wenn die wissen, ach Rotkäppchen, ach so, klar, das war das Mädel, was vom Wolf gefressen wurde so.
00:56:41: Finde ich irgendwie geil, wenn die das wissen, weil ganz viel Kultur und Sachen baut auch darauf auf, Witze bauen darauf auf und so.
00:56:48: Finde ich schon cool, wenn man das kennt.
00:56:50: Ich finde es total spannend, du hast ja auch Rumpelstils in dem Programm, ne?
00:56:53: Ja.
00:56:54: Und ich habe das auch mal gemacht als Regisseur für die Marinettenbühne Mottenkäfig.
00:56:59: Ähnliches Problem finde ich, du hast diesen König, der sieht dazu zwingt, das Stroh zur Gold zu spinnen und am Ende sagt er so und jetzt heirate ich dich und sie nur juhu, ja, ja,
00:57:11: ja.
00:57:11: und genau deswegen, genau das habe ich auch und so eine Punkte habe ich immer in Märchen und die drehe ich immer nur müh um.
00:57:18: Ich habe zum Beispiel bei Rumpelstilzien habe ich das so gemacht, dass Der König.
00:57:24: Von Anfang an, es gibt einen Schatzmeister.
00:57:27: Ich habe einfach einen Bösen eingebaut.
00:57:28: Der Schatzmeister.
00:57:29: Und genau das habe ich
00:57:30: auch.
00:57:30: Lüstig.
00:57:31: Und ich habe natürlich
00:57:32: nicht gesehen.
00:57:34: Ja, geil.
00:57:34: Und der Schatzmeister, der will das ganze Gold.
00:57:37: Und der zum Beispiel, der König sagt, ja, bring sie raus.
00:57:41: Und der Schatzmeister sperrt die ein und sagt so, bis morgen, sonst bring ich deinen Vater um, weil den habe ich im Knast.
00:57:46: Also der nimmt sich quasi den Vater, sperrt den weg.
00:57:50: Der sperrt den immer in den Kräcker, weil das ist ein französischer.
00:57:55: Und der sperrt ihn weg.
00:57:57: und der König ist im ersten Moment, wenn die sich treffen, sind die beiden so ein bisschen verknallt.
00:58:04: Das zieht sich so durch und am Ende geht nämlich der König los und sagt, ich werde die Prinzessin iratern.
00:58:12: Und dann geht er los.
00:58:14: und stellt dann fest, dass sie im Kerker ist, befreit sie und da ist aber der Schatzmeister schon abgehauen.
00:58:21: Aber das sind so, aber der Rest der Geschichte und der Rumpelstilzien und so ist alles gleich.
00:58:26: nur der König ist auch der, der losrennt, um den Namen rauszufinden.
00:58:32: Das ist ja sowieso so, das ist ja eh so.
00:58:34: Bei mir
00:58:34: war es so, also dass ich den König als den alten König genommen habe, der das Land runtergewirtschaftet hat.
00:58:41: Und es ist nichts mehr übrig und vererbt dann aber alles an seinen Sohn.
00:58:45: Und der Sohn, der macht dann mit seinem Pferd Appassionata erstmal eine Reise durchs Land, um so zu gucken, was so übrig geblieben ist und trifft dort anonym macht er das, trifft dort auf die Ermüllers Tochter und dann verlieben die sich beide.
00:59:02: Ja, genau.
00:59:03: Er gibt sich nicht zu erkennen, sondern reitet wieder zurück.
00:59:06: Und dann habe ich einen Hofmarschall in dem Fall, der dann sagt so, aber bub, wir müssen jetzt an Kohle kommen.
00:59:11: Und ich habe gehört, da gibt es einen, der kann Stroh zu Gold spinnen.
00:59:14: Und dann sperrt er die ein, also der Hofmarschall, ohne dass der Prinz, was davon weiß.
00:59:19: Und dann
00:59:20: kommt der Prinz und sagt, was ist denn hier los?
00:59:22: Und dann trifft er seine... seine Liebste wieder und dann hat sie auch Lust, ihn zu heiraten.
00:59:27: Genau, das ist aber genau das.
00:59:28: Also man muss dieses Böse dann auslagern.
00:59:30: in dem Fall und was für mich auch dann Rösschen, selbst wenn man in allerersten Märchen war, so, dass ich dachte, da kommt so ein fremder Typ, knutscht die und dann sagt sie, ja, lass uns heiraten, weil sie während die schlägt.
00:59:42: Also ich meine, Moa-Übergriff geht überhaupt gar nicht.
00:59:45: Das ist ganz
00:59:45: schlimm.
00:59:47: Und da ist es so, die ist die ganze Zeit das ganze Stück schon überverliebt in den Küchenjungen.
00:59:53: Und dann kommt der Prinz und er traut sich nicht, sie zu küssen.
00:59:56: Der weckt dann den Küchenjungen, der küsst den Küchenjungen wach und der Küchenjunge bis dann dann Röschen wach und die war eh schon verknallt in denen.
01:00:03: und dann heiratet sie den Küchenjungen und der Prinz, der reingekommen ist, heiratet dann einen anderen Prinz, der noch in der Hecke hängt.
01:00:10: Wende, das ist so, da hab ich dann so ein bisschen die Kohle, der hing da so, genau, die kämpfen dann gemeinsam gegen Hecken danach.
01:00:18: Aber das ist ... Genau, also es gibt immer in Märchen und da darf man auch, also ich finde es schwierig, weil ich finde auf der einen Seite natürlich muss man diese Geschichte irgendwie erzählen in den Grundstrukturen, weil die habt ja auch einen Sinn und da habt ihr, ich weiß ja nicht was ihr geredet habt, gerade aber wenn ihr euch über Märchen und die Inhalte und die Bedeutung mit der
01:00:43: Katrin Bamberg.
01:00:44: Katrin Bamberg irgendwie auseinander gesetzt hat, dann wart ihr da ja schon.
01:00:48: Das heißt, das ist auch wichtig, dass das inhaltlich irgendwie rüber kommt.
01:00:51: Und aus der anderen Seite kommen die aber auch aus einer anderen Zeit und haben manchmal natürlich auch Also, dass das Rotkäppchen nicht vom Wege abkommt, zum Beispiel.
01:01:02: Das hat ja einen erzieherischen Grund, dass das so vermittelt wird an die Kinder.
01:01:08: Und bestimmte Dinge kann man auch ändern, weil diese erzieherischen Maßnahmen in unserer Welt nicht mehr von nöten sind.
01:01:16: Ich finde es gut, aber dass du es ansprichst, Anna, was wäre für dich?
01:01:19: Du hast ja auch gesagt, Carsten, ihr adaptiert ja da schon auch Elemente, die sind einfach gegeben durch das Märchen, dann transformiert er sie wieder, bringt die Neuzeit sozusagen mit rein.
01:01:28: Was ist für dich, Anna?
01:01:29: Das würde mich jetzt interessieren, natürlich auch für dich, Carsten.
01:01:32: Wirklich dann, wo ihr sagt, hey, das ist eine gelungene Adaption von dem Kernmärchen an sich.
01:01:37: Also wie weit darf es weg und wie weit soll es aber schon auch noch die Kerngeschichte tragen?
01:01:42: Ich finde, das kommt total aufs Märchen an.
01:01:45: Es ist tatsächlich so, dass bei Schneeweißchen und Rosenrot, ich hab's dann ja auch nicht Schneeweißchen und Rosenrot genannt, war da mehr nötig.
01:01:56: Ich finde halt, was ist die Kernaussage?
01:02:00: Das sollte irgendwie schon erhalten bleiben.
01:02:02: Und die haben oft, oft ist es auch was Zwischenmenschliches.
01:02:06: Also dann ist es was, da geht es um Beziehung, da geht es irgendwie um ... und miteinander und so.
01:02:13: Und ich finde schon, dass das drin sein muss.
01:02:15: Ich finde aber auch in vielen Punkten, deswegen habe ich das eben mit dem weiß nicht in Rosenroth zu erklärt hat, in vielen Märchen finde ich schon auch gut, wenn die Basis, die Grundstruktur erhalten ist.
01:02:28: Ich meine, das ist ja da auch, der verwandelt hier ein Bär und dann kommt er dahin und dann so.
01:02:32: Und jetzt bleibt auch immer wieder hängen und die Mädchen befreien den.
01:02:35: Also sowas gibt es schon auch.
01:02:37: Ich merke, ich verfaser mich gerade.
01:02:39: Ich kann nicht ganz genau die Grenze sagen, aber ich finde, doch, ich weiß es.
01:02:43: Die Grenze ist eigentlich dann, wenn man das so auseinander nimmt, dass man so ein Voraussetzt, dass die das kennen, um die Witze und die Geschichte verstehen zu können.
01:03:00: Das ist so eine Voraussetzung.
01:03:02: Das Problem habe ich aber eh bei Theater.
01:03:04: Man sagt ja manchmal, Das Volkstheater sagt man ja manchmal so abwertend.
01:03:10: Aber ich finde das eigentlich toll, weil es ist zugänglich.
01:03:14: Wir spielen ja von einem sehr breiten Publikum und ich möchte auch verstanden werden.
01:03:19: Das ist schwierig, gerade wenn man Märchen macht, das ist oft Familientheater, wenn man das zu so einer intellektuellen Kiste macht, wenn man schon drei Bücher und Interpretationen gelesen haben muss, um das zu verstehen.
01:03:30: Ich habe auch als Erwachsene und ich komme ja vom Theater, ich habe das studiert und ich beschäftige mich damit und ich gehe viel ins Theater.
01:03:37: Und trotzdem kotzt mich das total an, wenn ich ein Stück gehe und denke, okay, also den Shakespeare, den und den musst du schon gelesen haben und eigentlich musst du das und das auch, sonst verstehst du ja die ganzen Dinge gar nicht.
01:03:49: Aber das ist auch eigentlich schon zusammengefasst.
01:03:52: Also ich mache zum Beispiel, wenn ich Regie mache für Amateurtheater in letzter Zeit viel so Sachen wie Edgar Wallace oder Agatha Christie und Karl May.
01:04:00: Oder auch bei einem Alfred Preußler.
01:04:02: Da ist schon eine Menge Zeit drüber.
01:04:05: Und auf der einen Seite muss du, finde ich, ist es sehr wichtig, dem der Vorlage gerecht zu werden.
01:04:12: Eben auch wie du sagst Anna, dass man Den Grundkern, der muss bleiben, weil das ist ja die Geschichte, die wir eigentlich erzählen wollen.
01:04:18: Aber du musst es auch ein bisschen in die Neuzeit hieven, auch um neues Publikum zu kriegen.
01:04:23: Denn wenn du so Sachen machst wie Agatha Christi oder Karl May, da sind viele Dinge drin, die kannst du einfach so nicht mehr machen.
01:04:30: Wenn wir aber wollen, dass sie erhalten bleiben, weil sie in sich immer noch toll sind, dann musst du da ein paar Schrauben drehen, damit die Leute Bock haben, das weiter zu verfolgen.
01:04:37: Aber ganz wichtig ist, dass man das nicht verfälscht.
01:04:40: Also, dass der Autor, der sollte schon noch über allem stehen.
01:04:43: Aber so ein paar Dinge muss man natürlich schon ein bisschen drehen.
01:04:45: Ja, und ich denke wahrscheinlich auch, oder die Grundelemente von den Märchen, die funktionieren, die müssen auch bestehen bleiben, weil sonst funktioniert das Märchen vermutlich nicht mehr.
01:04:53: Absolut.
01:04:54: Ja.
01:04:54: Und es gibt Märchen, die funktionieren einfach im Lesen, aber in der Dramaturgie auf der Bühne ganz schwierig.
01:05:00: Gibt es immer wieder, haben wir jetzt gesehen gemerkt, Daniel hat Hans im Glück gemacht und wir haben diese Situation, da ist jemand, jeder weiß, was passiert, der macht immer nur das Gleiche, der geht hin.
01:05:13: und tauscht was größeres gegen was kleineres, sagt, habe ich ein Glück.
01:05:16: Und das passiert dann dreimal.
01:05:18: Daher nüscht mehr und geht nach Hause.
01:05:20: So.
01:05:21: Das ist jetzt für die Dramaturgie auf der Bühne.
01:05:23: Muss man sich eigentlich was ausdenken, was dann richtig oder eine andere Ebene schaffen, die so wie Jochen Wenzel damals dieses mit Pierre Schäfer, die haben ja, weil deswegen, es gibt auch, finde ich, Märchen, die dramaturgisch einfach nicht so viele ergeben.
01:05:39: Da muss man sich dann auch was überlegen.
01:05:42: Und ich finde aber, der Autor steht über allem, das ist so eine Sache, dann genau, da muss man sich einfach entscheiden, wenn man die Grundgeschichte nicht will, dann muss man halt was anderes machen.
01:05:50: Also dann, das ist ja völlig sinnfrei, da musst du ja das nicht machen, wenn du die Geschichte nicht erzählen willst.
01:05:55: Weil am Ende sind wir Geschichtenerzähler, ne?
01:05:58: Genau, wir warst mal hier bei Rumpel Schielzin.
01:06:00: Also für mich war immer klar so verdammt, also es gibt ja schon noch, also Rumpel Schielzin ist eines der Märchen, was wirklich noch viele Kinder dann doch irgendwie kennen.
01:06:07: Es gibt so ein paar Grundmärchen, Händel, Gretel eben.
01:06:10: Rotkäppchen, Schneewittchen, dann fängt es für viele an schon ein bisschen dünn zu werden, Froschkönig noch vielleicht und eben auch noch so das Rumpelstil sind.
01:06:18: Und da geht es ja darum diesen Namen zu erraten.
01:06:21: und das war immer ganz schwierig.
01:06:23: und deswegen hatte ich mir da auch einen kleinen Trick ausgedacht, das habe ich schon erzählt, dass ich da zwei Mäuse als Erzähler eingebaut habe, die in dieser Mühle wohnen und das quasi alles sehen.
01:06:35: Weil, ganz klar war, irgendwann rufen alle Kinder rein.
01:06:37: Das heißt, Rumpel stehlt sein und die hauen ja das ganze Stück kaputt.
01:06:42: Und deswegen habe ich die Mäuse auch mit zum Mittel eingebaut, damit die sagen können, das ist eine Welt für sich, die hören euch ähnlich.
01:06:47: Das könnt ihr reinrufen, ihr wollt, sie werden es nicht hören.
01:06:51: Und so ging es dann irgendwie, also auf lustig natürlich.
01:06:54: Und so ging es dann ganz gut.
01:06:55: Ich meine, wenn du jetzt so, also Anna, ich fand es interessant, wie du jetzt zum Beispiel, ne, ne weiß nicht und rosenrot, das sind ja jetzt dann schon wahrscheinlich eher Adaptionen oder die für Erwachsene dann Sinn machen.
01:07:06: Also andersrum, sowas würde ja wahrscheinlich bei Kindern jetzt nicht funktionieren, um die Originalgeschichte irgendwie hinzukriegen.
01:07:13: Oder wie unterscheidest du das?
01:07:14: Wie gehst du davor?
01:07:16: Ja doch, bei uns ist es witzigerweise so, dass ich spiele das für Kinder und für Erwachsene.
01:07:22: Also ich mache das in einem Märchen-Comedy-Programm und ich mache das nachmittags für Kinder und es gibt diese Ebenen, es gibt sowieso auch viele Witze und Sachen, die verstehen die Kinder nicht.
01:07:33: Aber andere Sachen sind dann halt kühlt, denn es gibt ein bisschen Slapstick und ein bisschen Blatt, das ist dann für die Kids.
01:07:39: Und eigentlich funktioniert deswegen am allerbesten so eine Familienvorstellung, weil dann lachen die Kinder und die Erwachsenen freuen sich, dass die Kinder lachen, dann lachen die Erwachsenen und die Kinder gucken so, ist lustig, ne?
01:07:50: Ja, und dann lachen die Kinder, weil sie sich irgendwie, weil denken auch so, ja klar, ist lustig.
01:07:55: Und dann ist es irgendwie gut zusammen.
01:07:57: Also ich glaube, diese beiden Ebenen, das ist ja das Tolle.
01:08:00: Deswegen finde ich auch Puppentheater so geil.
01:08:03: Da können die Großen völlig mit reingehen in diese Welt.
01:08:08: Und die Kleinen können mit den Großen, also es ist nicht bei allen Theatern, in einem Stück ist es so, aber ich finde, es gibt viele Stücke, die diese, weil es so viele Ebenen gibt, weil es oft noch eine Erzählerebene gibt und die Kinder, und dann gibt es manchmal noch eine kleinere Ebene.
01:08:23: Alle Altersklassen können zusammen was erleben.
01:08:26: Das ist was sehr Verbindendes, wo alle was von haben.
01:08:29: Und dann gehen die so beseelt raus.
01:08:30: Und immer, wenn so Nachmittagsvorstellungen sind und jetzt auch zur Weihnachtszeit und so, wenn man das noch, und alle gehen so beseelt daraus, denke ich, ja.
01:08:37: richtiger Job ist.
01:08:39: Das ist das Geile an unserem Job, weil man die Leute so besehlen kann.
01:08:42: Ja, hatte ich gestern auch gerade, ich habe gestern eine wunderschöne Vorstellung, da Mammu im Schnee gespielt.
01:08:47: Und da sind auch einige Gags für die Erwachsenen drin.
01:08:49: Und die waren, wie du sagst, die waren alle völlig begeistert.
01:08:52: Und vor allen Dingen, es ist eine gute Werbung, weil wenn es in Eltern gefällt, kommen die nämlich wieder ab.
01:08:56: Das stimmt, weil die entscheiden, ob es im Theater geht, nicht die Kinder.
01:09:00: Ja, und die sagen das auch den Lehrern und den Kitas und so.
01:09:05: Also die organisieren das dann auch mit uns an, die Eltern.
01:09:10: Vielleicht gehen wir mal in die Welt der Figuren, Anna, die du dann benutzt, zum Beispiel, um Märchen zu interpretieren.
01:09:15: Wie gehst du daran?
01:09:16: Also ist es da quasi zuerst die Idee, wie adaptiere ich es und dann entsteht die Figur oder umgekehrt?
01:09:22: Es kommt immer darauf an.
01:09:24: Manchmal ist es so, dass man eine Figur zum Beispiel beim Rumpelstilzchen, das ist natürlich die spannendste Figur in den Märchen, ist dieses Rumpelstilzchen und da hat man auch Bock, das zu spielen.
01:09:34: Das macht ja... Na, wie überlegt, wie kann das aussehen?
01:09:37: Und dann guckt man sich Bilder und dann überlegt man.
01:09:39: Und dann ist bei uns so, also ich überlege oft, was ist das für ein Typ?
01:09:45: Und dann gibt es schon Sätze.
01:09:48: die der sagt, oder Dialoge, die ich so im Kopf habe, die schreibe ich dann auf und das schicke ich dann der Puppenbauerin und sage, ey, das ist total geil.
01:09:56: Ich glaube, der ist grün.
01:09:58: Irgendwie habe ich das Gefühl, der ist grün und ist so.
01:10:00: Und dann ist er so.
01:10:01: Und guck mal, das ist so ein Dialog.
01:10:04: So ein Typ ist das, so ein Show wie, ne?
01:10:05: Also bei mir ist das so ein Typ, der halt auch... Na schätze rein, das ist so eine goldische Typ, da redet immer so Gold.
01:10:12: Und der, der ist halt auch so ein bisschen chauvinistisch und... Dann haben wir uns zusammen überlegt, wie der aussehen könnte.
01:10:18: Und ich arbeite oft mit Mächtet Nina aber zusammen, eine ganz grandiose Puppenbauerin, bei der das tatsächlich so ist, die macht dann eine Zeichnung.
01:10:29: Ich schickte ja manchmal Fotos davon, dann macht die eine Zeichnung, die schickt sie zurück und dann sage ich, der müsste ein bisschen dicker sein oder der müsste so und ich habe das Gefühl, irgendwie vielleicht eine längere Nase, dann macht die noch eine Zeichnung.
01:10:42: Dann sind wir uns einig und sie, was sie kann und das ist.
01:10:45: Also da fliegt mir die Schädeldecke hoch, die kann Dinge so bauen, also so nähen, wie sie sie zeichnet.
01:10:53: Und
01:10:53: das können die allerwenigsten, weil du ja mit diesem Material und musst dem Material auch nachgeben und so.
01:10:59: Aber bei Mechtelt ist es immer so, diese Puppen, die entsprechenden Zeichnungen sind nur noch ein bisschen geiler.
01:11:08: Genau, und dann gibt es ja immer noch die andere Ebenen, sind dann noch, wir mischen das immer, wir mischen immer die Figurenarten so, dann gibt es oft noch Holzfiguren, die dann oft Reif Wagner macht, mein Schwiegervater.
01:11:20: Und der ist anders künstlerisch, der macht oft zu sein, der braucht so Vorgaben und dann hat er so einen ganz klaren Stil.
01:11:32: Also ich finde, Reif's Puppen erkennt man immer direkt, möchte ich jetzt auch, aber Und das ist auch total gut.
01:11:38: Also das passt total gut zusammen, weil man diese Art Schachfiguren hat, die nicht viel können, die können dann beim Kopf bewegen, die begegnen dann sehr bewegten Puppen und gemeinsam geht das dann irgendwie ganz gut.
01:11:50: Ja schon, ich frag mich gerade, aber ich glaube, man kann es gar nicht pauschalisieren, was sozusagen, was war zuerst da, sondern das ist wahrscheinlich der Prozess, oder, dass du dir, während du das Stück schon für dich raussuchst und sagst, hey, das könnte ich so und so, wie du es ja gesagt hast, da gehen schon Dialoge ab bei dir und dann entsteht eigentlich diese Figur, sozusagen, daraus.
01:12:08: Genau, du sagst das gerade, ja, jetzt weiß ich auch wieder, was die Frage war, haha.
01:12:13: Ich hab die Frage unterwegs verloren, ich hab zu viel geredet.
01:12:16: Nee, aber die, es ist ja so.
01:12:18: dass das alles zusammen passiert, immer gleich wie du sagst.
01:12:22: Das ist so ein Prozess und mal kommt das eine zuerst und mal das andere.
01:12:26: Also wir beim Theater Zitadelle arbeiten, er arbeiten die Stücke immer auf der Bühne.
01:12:32: Und da entstehen die dann.
01:12:34: Und wir müssen natürlich die Grundmaterialien, wie die Figuren haben.
01:12:38: Deswegen müssen wir uns auf ein Figursetting geeinigt haben.
01:12:41: Das heißt, eine Grundidee muss stehen.
01:12:42: Aber wir sind überhaupt nicht.
01:12:44: Und ich glaube, das ist schon sehr unterschiedlich, wie Leute arbeiten.
01:12:47: Das weiß ich.
01:12:49: Es gibt auch Menschen, die vorher eine Art Skript brauchen, die brauchen Regiebuch.
01:12:54: Und dann geht es los.
01:12:54: Dann haben die ihre Texte, die lernen ihre Texte, dann gehen die auf die Bühne und interpretieren die und bauen die um.
01:13:00: Das sind wir gar nicht.
01:13:01: Das haben wir ein paar Mal probiert und sind jedes Mal grandios gescheitert, weil da kommt nicht unser Zeug raus.
01:13:08: Wir arbeiten anders, wenn sich das für uns organisch anfühlt und damit dass die Dynamik, die wir haben und den Humor und all das kriegt, müssen wir die Figuren auf der Bühne entwickeln.
01:13:17: Also dieses am grünen Tisch ein komplettes Buch schreiben.
01:13:22: und nur noch leicht verändern, das ist nicht die Arbeitsweise.
01:13:26: Das ist im Grunde auch das, warum ich das Festehaus verlassen habe.
01:13:29: Die Art Regiearbeit, das so arbeiten ja große Theater, meistens, weil die Spieler ja auch nur Spieler sind.
01:13:36: Wir sind ja immer alles.
01:13:37: Wir sind ja die Produzenten und die so.
01:13:39: Das ist ja dann ein bisschen anders.
01:13:41: Du nixkasten, also kannst du... Das
01:13:43: ist so meine Lieblingsversion so zu arbeiten.
01:13:47: Ich kann beides ganz gut.
01:13:49: Also manchmal schreibe ich auch gerne Texte vorher.
01:13:51: Aber ich bin dann ziemlich uneitel.
01:13:54: Also arbeite ich immer zu viel Text schreibe.
01:13:55: Das heißt, ich hau auch gerne selber raus, ohne dass es mich selber stört dabei.
01:13:59: Und kann das machen und bau dann auch um.
01:14:02: Aber die Liebsvariante ist mir auch, die einfach drauf gehen, spielen.
01:14:07: Ich fand es interessant.
01:14:08: Ich glaube, du hattest auch noch auf deiner Liste die Frage mit dem Gepäck.
01:14:11: Anna, du hast schon angesprochen.
01:14:12: Du hast zum Beispiel auch mal Holzfiguren damit dabei.
01:14:15: Mit was für verschiedenen Arten von Figuren spielt ihr dann?
01:14:18: Wir haben so Tischfiguren, die sind aus und mit manchmal Arme.
01:14:25: Und Kopf kann sich bewegen, also Ralf hat so eine ganz coole Technik, das durch den Rücken kommt dann so ein kleiner Stab und den kann man drehen und dann kann sich der Kopf bewegen und die Arme, aber das ist ohne Stäbe dran, also es ist immer direkt angefasst.
01:14:39: Das heißt, ich als Erzähler in der Aktion gehe hin und stelle die Puppe hin, sage was und habe immer die Hand an der Puppe.
01:14:46: Dann Klappmausfiguren, die sind meistens von Mächtelt, also Stofffiguren.
01:14:52: Es gibt auch kleine Marionetten.
01:14:55: Reine Marionetten machen wir nicht.
01:14:57: Das ist auch oft eine Rhythmusfrage, finde ich.
01:15:00: Also, wenn du dich darauf nicht spezialisiert hast, bist du im Rhythmus immer sehr eingeschränkt mit Marionetten.
01:15:05: Aber so kleine, die dann mal als Sidekick durchlaufen oder so, so kleine tschechische Marionetten oder so gibt es dann schon.
01:15:11: Und wir mischen die Figurenarten immer.
01:15:13: Wir haben auch immer mal eine Handpuppe drin, was wir auch oft benutzen, ist dann bestimmte Szenen machen wir in klein nochmal.
01:15:22: Dann gibt es die gleichen Figuren dann nochmal in klein.
01:15:24: Die sind dann auch aus Holz oder manchmal auch Papmaché oder als Schaffenspiel.
01:15:31: Wenn wir in der Szenerie wechseln, wir sind eigentlich nie festgelegt.
01:15:35: Das ist meistens so ein Gemisch von all diesen Dingen.
01:15:39: Ja, das habt ihr ja auch, ne?
01:15:40: Also du mixst ja sozusagen auch verschiedene.
01:15:42: Ja, immer.
01:15:43: Also ich habe auf mindestens drei Puppenformen drin.
01:15:47: Manchmal, das eine oder andere Stück hat sogar fünf.
01:15:50: Aber das empfehle ich auch wirklich nur Profis.
01:15:53: Das würde ich jetzt einem Amateur nicht zumuten wollen.
01:15:55: Die sind dann mit einer oder maximal zwei Puppenformen durchaus schon beschäftigt genug.
01:16:01: Anna, wir sind jetzt im Kosmos der Märchen.
01:16:04: Vielleicht auch nochmal deines Sicht.
01:16:06: Der Katrin habe ich auch die Frage schon gestellt.
01:16:08: Was denkst du gerade jetzt auch so im digitalen Zeitalter?
01:16:10: Du hast gesagt, auch wenn Vorstellungen mixen, also mit Erwachsenen und Kindern, da passiert Auch was Wunderschönes, dann lachen einmal die Erwachsenen, dann lachen die Kinder.
01:16:20: Was können Märchen, also jetzt explizit Märchen, gerade auch heute noch wirklich Menschen mitgeben oder vielleicht, egal ob Erwachsen oder Kinder aus deiner Sicht?
01:16:29: Also ich weiß nicht, ich würde das vielleicht gar nicht so auf die Märchen beschränken.
01:16:33: Also ich finde schon natürlich, Märchen ist was, das was schön ist an Märchen, das ist oft ein Verbindenselement, weil die... Erwachsenen kennen das schon aus ihrer Kindheit.
01:16:44: Die Kinder kennen es neu und die erleben jetzt gemeinsam ein neues.
01:16:48: Also das finde ich schon toll an diesen Märchen, weil es einfach so was.
01:16:52: meine Oma hat mir dann erzählt, wie ihr Vater ihr die Märchen erzählt hat.
01:16:57: Meine Mutter erzählt mir dann von den Schallplatten, die ich noch kenne als Kind.
01:17:02: Meine Tochter kennt das dann wieder von einem anderen Medium.
01:17:04: Also das finde ich irgendwie schon so ein zusammenführenden Moment, den es, weil es immer die gleichen Geschichten sind, gibt.
01:17:10: Eigentlich finde ich den noch viel wichtigeren verbindenden Moment, den Gang ins Theater, diesen Moment rauszugehen, eine Situation zu besuchen, die komplett analog ist, die die Gesellschaftsformen beinhaltet.
01:17:28: Das finde ich immer so spannend, wenn die ganz jungen Zuschauer kommen und man sagt, okay, die waren noch nie im Theater, die wissen nicht, dass man am Schluss klatscht.
01:17:35: Aber das sind ja so... Dinge, die einfach zu einer Kultur, zu einer Gesellschaftskultur auch gehören.
01:17:43: Und dass die das erleben und als Erinnerung haben, jetzt was gemeinsames Analoges und die Feststellung auch für die Kids, dass wir da oben real sind, dass wir Fehler machen auch, das ist ja auch manchmal ganz lustig, dass die merken, dass sie Einfluss haben mit dem, was da passiert im Zuschauerraum, das finde ich schon eigentlich total wichtig.
01:18:05: Und meine Oma hat mir tatsächlich auf ihrem Sterbebett gesagt, dass das Schönste ist, doch sie hat dann so ein paar Sachen erzählt, von früher erzählt, ach, das ist so schön, das Schönste ist diese Erinnerungen zu haben.
01:18:19: Und das finde ich ein total Wichtiges Ding, weil an die Filme, die die gucken, erinnern die sich später nicht.
01:18:28: An die Momente, wo die mit der ganzen Familie im Theater waren, da erinnern die sich dran mitunter.
01:18:33: Oder die Kids, die nie ins Theater gehen und mit der Schule in einem richtig geilen Stück
01:18:37: waren.
01:18:38: Das setzt natürlich voraus, das ist ein gutes Theater, das irgendwie bei denen ankommt.
01:18:42: Aber davon gehe ich jetzt mal aus, dass das so ist.
01:18:44: Das sind Momente, die erinnern die als Erwachsene noch.
01:18:47: Den Film oder die Paw Patrol-Serie eben nicht.
01:18:51: Auch bei Konzerten, die Marotte, dass man ständig dann sein Handy anhat und alles filmen muss.
01:18:58: Und eigentlich gucken sie das Konzert nur noch über den Bildschirm an, anstatt das wirklich behaftig wahrzunehmen und zu erleben.
01:19:05: Weil da, ja, die haben dann die Erinnerung auf ihrem Handy, was dann spätestens nach zwei oder drei Wochen eh dann wieder gelöscht wird.
01:19:13: Aber sie gucken es nicht mit dem Herzen.
01:19:15: Also ich glaube auch die Emotion.
01:19:17: Das ist wahrscheinlich die Emotion, die ich in diesem Moment pur erlebe.
01:19:21: Ohne Digitale Ablenkung, ohne irgendein
01:19:24: Filter.
01:19:24: Das nimmt ja auch keiner
01:19:25: mit.
01:19:25: Genau.
01:19:26: Die hast du drin.
01:19:27: Und das kann dir auch, wenn du jemandem das beschreibst.
01:19:29: Deswegen, ich muss jetzt schmunzeln, weil du das mit dem Handybildschirm ansprichst.
01:19:32: Diese Emotion kriegt kein anderer hin, die du da in dem Moment erlebt hast.
01:19:35: Niemand.
01:19:36: Also deswegen macht es das auch so einzigartig, denke ich, diese Livemomente.
01:19:40: Ich finde auch total wichtig, das Gemeinschaftserlebnis.
01:19:43: Dass man gemeinsam was erlebt und die anderen so spürt.
01:19:48: Das hat ja Corona so gezeigt, als das auf einmal gefehlt hat, dass wir oft spielen wir in Theater, die sind dann ein bisschen zu voll und ein bisschen zu warm.
01:19:58: Und es ist alles ein bisschen zu doll.
01:19:59: Aber diese, wenn die dann Spaß haben als Gruppe, das heizt dich ja auch so hoch.
01:20:04: So wie wir vorhin gesagt haben, die Kinder lachen, weil die Erwachsenen lachen, die Erwachsenen lachen, weil die Kinder lachen.
01:20:09: Es lachen auch Leute, weil andere Leute lachen.
01:20:12: oder einen kindenlustigen Satz gesagt hat.
01:20:14: Und dieses Die fühlen sich dann ja auch so als Gemeinschaft, die gemeinsam.
01:20:18: jetzt, wie in einem großen Konzert, wie du auch sagst, wenn sich jeder vereinzelt und durch sein Bildschirm das anguckt, ist es etwas anderes, als wir erleben das Gemeinsam.
01:20:27: Und das finde ich für Gemeinschaft auch total wichtig.
01:20:29: Absolut, ja.
01:20:30: Also kann ich selber nur bestätigen, egal ob Theaterkonzert oder wie auch immer, diese Momente, alle singen zusammen, alle, was weiß ich, tanzen, flippen aus, ist einfach mega.
01:20:39: Ja.
01:20:39: Und wir hatten vorgestern eine tolle letzte Vorstellung dieses Jahr.
01:20:43: Von Ist das Leben nicht schön?
01:20:45: Und traditionell singen wir am Ende mit allen leise rieselter Schnee.
01:20:49: Und das ist total geil, wenn du eine Halle hast und sechshundert Leute singen miteinander.
01:20:54: Das ist so schön.
01:20:56: Mega.
01:20:57: Oder ich war ja bei dir beim der kleine König, feiert Weihnachten im Stück und dann die Kinder, die Reaktionen, wo ich dann selber lachen musste, wie du es gesagt hast, Anna, weil dann die Kinder so süß reagieren und es erwärmt einem irgendwie das Herz.
01:21:09: ja, jetzt gar nicht, weil du vorne vielleicht was gerade Ultraspektakuläres machst, aber wie diese Kinder so herzlich dann das Wahrnehmen voll in dieser Welt sind, das ist einfach für mich dann als Erwachsen auch super süß.
01:21:20: Uns ist verrückt, auch da haben wir in der Weihnachtsbäckerei drin, das singe ich dann mit den Kindern und ich war jetzt noch mal ein Regisseur, der Thomas meinte,
01:21:26: Anja, komm,
01:21:28: das singt doch keiner mit.
01:21:29: Lass mal machen.
01:21:30: Immer.
01:21:30: Das singen alle.
01:21:32: Alle.
01:21:32: Egal ob Eltern oder Kinder.
01:21:35: Und danach ist immer ein großes Bohai und dann klatschen sie auch für sich selbst.
01:21:38: Das ist echt toll.
01:21:39: Ja, definitiv.
01:21:41: Lieber Anna, wenn du jetzt so in die Welt der Märchen noch mal mit uns ganz zum Abschluss gehst, gibt es so ein Märchen, wo du sagst, boah, wenn ich das noch mal komplett in Anführungszeichen neu schreiben dürfte oder ein Thema, da hätte ich richtig Lust drauf.
01:21:53: Also was wir uns ja trauen.
01:21:55: Nächstes Jahr, das finde ich total spannend, wir trauen uns eine Hänsel- und Gretel-Version zu machen.
01:22:00: Und Hänsel und Gretel finde ich sauspannend, weil total gruselig und eigentlich ein Stoff für Kinder, weil das alle Urängstetriggert.
01:22:13: In meinem Verständnis Triggert das alles, wovor Kinder Angst haben.
01:22:16: Dunkeln allein im Wald, die Eltern sind weg.
01:22:20: dann kommt auch noch jemand Fieses, dann ist da auch noch die Menschenfresserei drin, also eigentlich geht es überhaupt nicht, eigentlich ist es ein Erwachsenenstoff.
01:22:29: Jetzt wurdest du sagst, ich sehe das Märchen nochmal anders.
01:22:33: Also, Pinsel und Gretel ist hart, also das ist wirklich, das ist Horror, das ist richtiger Horrorstreifen.
01:22:42: Das adaptieren wir aber für Kinder und suchen jetzt schon gerade Figuren, die uns das möglich machen.
01:22:50: Und also ich kann es jetzt nur aus meiner jetzigen Jetzt im Moment finde ich das total spannend, weil ich da so ein bisschen drin hänge mit einem Fuß schon.
01:22:58: Und wir uns da einen Rahmen dazu ausdenken.
01:23:00: Also würde ich jetzt in diesem Moment sagen, Hänsel und Gretel, auch was da familiär abgeht.
01:23:05: Also wie sind da die Dynamiken?
01:23:07: Das ist der Wahnsinn und dieses Stiefmutter-Thema.
01:23:11: Das kommt ja auch immer wieder und ist in Wahrheit ein Thema, was auch unsere Gesellschaft mit all diesen Patchwork-Familien total betrifft.
01:23:22: Ganz viele Tabuthemen sind da drin.
01:23:24: Ganz viele Sachen.
01:23:25: Man darf nicht darüber sprechen, wenn du in eine Familie eingeheiratet hast, dass du mit deinem eigenen Kind, sondern dem Kind, was du angenehm hast, nicht so gut klarkommst zum Beispiel.
01:23:36: Das ist ein totales Tabuthema.
01:23:39: als Frau, die ja die mütterliche Rolle hat und so.
01:23:42: Also es ist sausspannend.
01:23:43: Ich finde auch die Stiefmutter sausspannend in den Dingen.
01:23:46: Aber ich finde es spannend, unter welchen Blick ihr das nochmal anguckt.
01:23:49: Ich glaube, es können wir auch als Auftrag vielleicht für alle die Einschalten mitgeben, rund um Märchen da mal zu gucken.
01:23:53: Was steckt da eigentlich alles für Dynamiken und wirkliche, ja auch Geschichten drin, was man vielleicht so, also ganz ehrlich, ich erinnere mich ja auch noch an meine Kindheit mit Märchen.
01:24:02: So wie du es jetzt gerade auseinandergebröcklich warst, habe ich das noch nie gesehen und ich finde es schon sehr spannend.
01:24:07: Das ist unser Weg.
01:24:08: Ja, das müssen wir machen.
01:24:09: Das ist unsere Aufgabe, wenn wir so ein Stück machen, dass wir auseinandernehmen und gucken, wo kommt überhaupt was her.
01:24:14: Und was sind das für Charaktere?
01:24:17: Ich finde es mega.
01:24:17: Also ich würde sagen, lieber Anna, du hast unsere Märchenfolge mehr als bereichert.
01:24:23: Und hoffentlich bist du auch mal hier in der Gegend oder ich kann dich dann vielleicht beim Besuch vielleicht mal in Berlin erleben, weil da hätte ich schon mal Lust drauf, deine Adaption zu sehen und was du daraus machst, weil es klingt auf jeden Fall schon sehr interessant.
01:24:35: Ja, kommt gerne vorbei.
01:24:37: Und man wird sich begegnen, da oder dort.
01:24:40: Ich denke doch, ja.
01:24:42: Vielen, vielen Dank, dass du Teil warst hier bei unserer Märchenfolge.
01:24:45: Es war Märchenhaft mit dir, liebe Anna.
01:24:47: Und ich hoffe, wir werden uns an der einen oder anderen Stelle sicherlich noch mal rundum fiese Madente wieder hören oder wiedersehen.
01:24:53: Garantiert.
01:24:54: War mir eine Freude.
01:24:55: Mir auch.
01:24:56: Macht's gut.
01:24:57: Danke dir, Anna.
01:24:57: Macht's gut.
01:24:58: Tschüss.
01:24:59: Tschüss.
01:25:00: Ach, die Anna.
01:25:01: Vielen, vielen Dank nochmal.
01:25:02: Das war toll, oder?
01:25:03: Ja, vor allen Dingen, also für mich, ich bin ja immer der Leid hier in der Runde mit dem Umstratt für Anfänger.
01:25:08: Nee, fand ich das jetzt wirklich nochmal ein spannender Einblick, wie sie dann auch solche Stücke und du ja auch interpretiert, wie ihr rangeht und habt mir jetzt vorgenommen, dass ich mal über die Feiertage die Märchen, die mir so erzählt wurden, vornehmen, mal gucken, was steckt da eigentlich wirklich dahinter?
01:25:21: Ja, macht doch mal.
01:25:21: Ja,
01:25:22: ich glaube auch an euch alle, die einschalten, vielleicht eine spannende Aufgabe, mal zu gucken, was hat mal eigentlich meine Opa oder mein Opa da erzählt?
01:25:30: Ja, aber ich finde es sind ... und auch die Adaption und so, wie sie daran geht.
01:25:33: Und du ja auch.
01:25:34: Echt cool.
01:25:36: Normalerweise würde man jetzt ein Zitat machen, aber darf ich mir was wünschen?
01:25:40: Natürlich.
01:25:40: Also noch sind wir ja kurz auf Weihnachten und jetzt im Moment zumindest.
01:25:44: Ich möchte noch einmal zumindest ein kleines Stückchen Hans-Patreon, darf ich?
01:25:46: Na gut, dann machen wir es halt ausnahmsweise.
01:25:49: Also.
01:25:49: Und euch.
01:25:50: Tschüss.
01:25:51: Tschüss.
01:25:59: Am Rande eines riesengroßen Waldes lebte ein Mal ein armer Holzhacker mit seiner Frau und seinen beiden Kindern.
01:26:08: Der Knabe hieß Hemsel und das Mädchen Gretel.
01:26:13: Die Familie war bitter arm und litt große Not.
01:26:17: Und die arme Mutter war ganz verzagt.
01:26:24: Das war's.
01:26:24: Das
01:26:26: war's.
01:26:27: Das
01:26:28: war's.
01:26:29: Das war's.
01:26:29: Das war's.
01:26:30: Das war's.
01:26:31: Das war's.
01:26:32: Das war's.
01:26:33: Das war's.
01:26:34: Das
01:26:34: war's.
01:26:34: Das war's.
01:26:37: Das
01:26:37: war's.
01:26:39: Und er und schalten Sie auch noch das nächste Mal.
01:26:44: Bitte wieder ein
01:26:46: unbedingt,
01:26:47: unbedingt.
01:26:49: Tschüssi, Koski.
01:26:53: Tschüssi, Koski.
01:26:55: Tschüss.
01:26:56: Danke
01:26:57: schön.
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