Die lustige Figur im Puppentheater

Shownotes

Willkommen zurück bei FIESEMADÄNDE On Air! Heute wird’s lustig – und gleichzeitig überraschend grundlegend, denn wir sprechen über eine Figur, die so ziemlich jeder kennt, aber kaum jemand wirklich „einordnen“ kann: die lustige Figur im Puppentheater.

Carsten und Adrian starten bewusst mit diesem Thema, weil es der perfekte Einstieg ist, um euch Schritt für Schritt tiefer in die Welt des Figurenspiels mitzunehmen. Und ja: Das ist erst der Anfang, denn nach dieser Folge geht’s in den nächsten Episoden weiter mit unterschiedlichen Puppenformen und mit Expert*innen-Interviews. Sogar eine kleine Reise nach Berlin steht an, bei der das Aufnahmegerät natürlich mitläuft.

Aber zurück zur „lustigen Figur“: In Deutschland ist das erstmal ganz klar der Kasper – früher auch mal Hanswurst genannt. Und genau hier wird’s spannend, denn diese Figur war nicht immer der „Kinderfreund mit Zipfelmütze“, den viele heute im Kopf haben. Im Mittelalter war sie deutlich derber, auf dem Jahrmarkt wurde sie zum politischen Stachel, der die Obrigkeit verspottet hat – also Könige, Polizisten und Autoritäten. Sie war nicht nur zum Lachen da, sondern auch als Stellvertreter fürs Publikum: frech, direkt und manchmal mit sehr deutlichen Mitteln.

Und das ist auch der Punkt: Die lustige Figur ist eben nicht einfach nur Quatschmacher, sie ist oft „der Sprecher des Volkes“, ein Ventil, ein Freiraum, ein kleiner Anarchist mit Charme. In dieser Folge wird klar, warum das so zeitlos ist: Diese Figur steht für Resilienz (nach jedem Rückschlag wieder aufstehen) und für Anpassungsfähigkeit. Sie hat sich immer wieder verändert – von der groben Jahrmarktfigur über den Kinderfreund (später auch stark geprägt durch die Hohnsteiner Tradition) bis hin zu dem, was sie heute sein kann: nostalgischer Klassiker, satirischer Kommentator oder moderne Figur, wenn man ihr den Freiraum lässt.

Und weil das Ganze nicht nur in Deutschland existiert, werfen Carsten und Adrian auch einen Blick in die internationale Verwandtschaft: In England etwa der Mr. Punch, deutlich ruppiger, historisch weit entfernt von „lieb“. Und genau diese Vergleiche machen klar: Die „lustige Figur“ ist kein Zufallsprodukt, sondern ein Kulturphänomen – in vielen Ländern, mit vielen Namen, aber oft ähnlicher Funktion.

Diese Folge ist also eine Mischung aus Einstieg, Einordnung und Ausblick: Warum die lustige Figur so mächtig ist, warum sie nie weg war und warum sie auch heute noch alles sein kann, wenn man sie lässt.

Viel Spaß mit der Folge!

📣 Hinweis: Wer Carsten und seine Kolleg*innen zwischenzeitlich live erleben möchte, schaut am besten in den aktuellen Spielplan des Theater FIESEMADÄNDE im Figurentheater Mottenkäfig in Pforzheim: www.fiesemadaen.de/events

Transkript anzeigen

00:00:03:

00:00:30: Ja, hallo zusammen hier bei Fiesse Madente und er wir sind wieder da.

00:00:34: Hallo Carsten!

00:00:35: Hallo Adrian!

00:00:35: Tagtag!

00:00:37: Na und wir haben uns ja ein ganz spezielles Thema rausgesucht und ich glaube sagen es wird lustig.

00:00:40: so viel können wir schon spoilern.

00:00:42: Ja der Name sagt sie auch schon aber nochmal für alle Es geht um die lustige Figur im Punkt die lustige Figur.

00:00:52: Was könnte das sein?

00:00:53: Darum geht es jetzt, denn generell ist unser Plan, liebe Zuhörer, dass wir euch ein bisschen tiefer in die Welt des Puppenspiels einführen und da kommen wir an der lustigen Figur nicht vorbei.

00:01:09: Wir steigen dann so tief ein, dass im nächsten Folge über unterschiedliche Puppenformen reden werden Meist auch mit dem Gast, mit vielen Gästen auf die ich mich schon sehr freue.

00:01:23: Ich will das gar nicht mal zu tief oder zu sehr spoilern... Das ist der Adrian und ich, wir begeben uns demnächst nach Berlin

00:01:34: on Tour.

00:01:36: Eigentlich müsste man da schon das Handy oder das Aufnahmegrid mitlaufen lassen.

00:01:41: Genau um dort eben ganz viele Interviews mit tollen Gästen zu führen die uns jeweils auch als Fachleute da ein bisschen unterstützen werden.

00:01:50: Ja, ich glaube wir haben ganz viele auch spannende Expertinnen und Experten ja terminlich gekriegt jetzt in der Zeit in Berlin.

00:01:56: Ich freue mich sehr darauf.

00:01:57: natürlich werden das Aufnahmegerät auch unterwegs mit dabei haben.

00:02:01: Das sei natürlich auch schon gespoilert.

00:02:03: Und ich denke wir können euch jetzt einfach mal so ein bisschen hinführen damit alle jetzt mal so einen Gefühl dafür kriegen um was wird es denn gehen?

00:02:09: Genau

00:02:10: also die lustige Figur.

00:02:11: erst einmal Die meisten werden sich schon denken dass ist natürlich In Deutschland zumindest der Casper.

00:02:18: Ganz einfach, der Kasper.

00:02:20: Früher hieß er auch mal Hans Wurst aber zu diesen geschichtlichen Punkten kommen wir später.

00:02:25: Ist Wurst meinst

00:02:26: du?

00:02:26: Ist jetzt erstmal Wurst.

00:02:28: Was ich toll finde ist dass eben diese lustige Figur im Puppenteater ein absolut faszinierendes kulturelles Phänomen ist denn... Ich habe es schonmal in einer der frühen Folgen erzählt das sich die lustigen Figuren überall auf der Welt getrennt voneinander entwickelt hat.

00:02:46: Fast jeder europäische Kultur-Nationen hat ihren eigenen unverwechselbaren Helden, der sich eben über Autoritäten lustig macht das Publikum zum Lachen bringt und auch ziemlich frech ist in erster Linie in der Vergangenheit zumindest dafür da war um nicht nur Witzigur zu sein sondern auch so ein bisschen das normale Volk zu vertreten und ja sich stellvertretend für das Publikum über die Obrigkeiten lustig machen also Könige Polizisten.

00:03:16: als Autorität spielt da auch eine Rolle.

00:03:18: Mit unterschiedlichsten Mitteln damals nicht nur mit Wortwitz, sondern auch mit seiner Pritsche.

00:03:26: Da kommen wir später noch mal dazu.

00:03:27: Ja er war also das Sprecher des Volkes heißt dass die Dinge tun kann, die der Normalbürger nicht kann und der wiederum als Zuschauer natürlich Freude empfindet, wieso mit den Obrigkeiten umgegangen wird.

00:03:44: Ja vielleicht können wir da noch einen ganz kurzen Step zurück nämlich auch die Katrinja.

00:03:48: in unserer Märchenfolge hat ja das auch bestätigt dass die Figuren ja auch im Märchen das durften was natürlich ja das gemeine Volk damals halt nicht durfte und deswegen war es ja auch eine besondere Kunst unter anderem auch im Märchen?

00:04:00: Ja ja absolut!

00:04:00: Und es war ja auch ne zeitlang... Da gab's ne Epoche wo die lustige Figur tatsächlich richtig verbannt war von der Bühne verboten, weil natürlich das den adligen Herrschaften überhaupt nicht gepasst hat was so passiert.

00:04:13: Aber... müssen sie durch und Sie haben es nicht geschafft, denn die Figur kam überall auch wieder zurück.

00:04:20: Ja ja du hast ja schon angesprochen in jeder Kultur oder in jedem Bereich hat sie auch einen eigenen Namen.

00:04:25: Hans Wurst hast Du schon im Raum geschmissen?

00:04:27: Es gibt ja wirklich weltweit diese lustigen Figuren.

00:04:31: Ja also natürlich im europäischen Bereich aber auch weltweit.

00:04:36: Ich weiß gar nicht ob ich alle aufzählen soll.

00:04:38: das ist vielleicht ein Mittel zu vieles gut.

00:04:40: Vielleicht noch

00:04:40: mal einen kleinen Auszug zumindest.

00:04:41: Genau

00:04:42: genau!

00:04:42: Also wir spielen neben dem Casper in Deutschland.

00:04:45: Gibt's den Mr.

00:04:47: Punch?

00:04:48: In Großbritannien, das ist wohl die bekannteste Figur.

00:04:50: der war immer deutlich rupiger als der Casper wobei man eben tatsächlich sagen muss also man musste unterscheiden zwischen der historischen Casper-Figur und so wie er jetzt ist.

00:05:01: Das wird auch nochmal eine extra Folge werden in der nächsten dass auch der Caspar mal ursprünglich also noch als Jahrmarktsfigur auftrat.

00:05:10: Nicht der Casper ist, wie man ihn heute kennt.

00:05:12: Das war ein Casper, der war versoffen, er war hässlich und hatte auch nicht zwangsweise eine Zipfel mit so auf.

00:05:19: Der war faul, sehr aggressiv, hat doch gerne mal das Baby aus dem Fenster geschmissen oder seine... Der

00:05:25: Bein spielt ne Rolle, ne?

00:05:26: Eine sehr große Rolle.

00:05:27: Er hat seine Kretel geschlagen

00:05:29: usw.,

00:05:30: also das ist weit entfernt von dem was wir ja heute haben.

00:05:36: Also nichts mit der lieben Kinderfigur sozusagen.

00:05:38: Nee,

00:05:40: überhaupt gar nicht.

00:05:40: und so war das auch erst mal überall anders.

00:05:44: und eben der Punch ist auch so einer.

00:05:48: Das hieß damals Punch & Judy Show also richtig traditionelles britisches Theater.

00:05:53: da waren Anarchist der sich mit auch jedem angelegt hat inklusive Polizisten mit dem Teufel auch mit seiner Frau Judy.

00:06:00: aber auch in Italien gab es dann Pulsinella.

00:06:03: Er gilt als einer der Uhrahnen, der lustige Figur.

00:06:06: Der stammt aus der Komediate Arte und ist ja wechselhaft oft hungrig und versteht es sich durch Liste aus brenzlichen Situationen zu befreien.

00:06:17: aber auch Frankreich, unsere Nachbarn aus Frankreich haben einen Casper, der dort Guignol heißt.

00:06:23: Das war ein Arbeiter, eigentlich ein Arbeiter-Held aus Lyon.

00:06:27: Der ist frech aber im Gegensatz zu Punch war er eher so einen Verteidiger der Unterdrückten.

00:06:31: Ein scharfer Kritiker der sozialen Ungerechtigkeit in seiner Zeit.

00:06:35: Das war jetzt so der Punch nicht direkt!

00:06:37: Was haben wir noch?

00:06:38: In den Niederlanden!

00:06:39: Ach ja komm ich gerade her!

00:06:41: Ja gerade im Kurzen oder... Stimmt!

00:06:44: ...in Amsterdam und da gibt es einen Jan Klaasen.

00:06:47: das ist ein enger Verwandter von Herrn von Kaspar und Pultschneller mit dem sehr trockenen Humor einer großen Schlagfertigkeit.

00:06:54: Aber es gab eben auch außereuropäisch, sag ich mal Helden die zu archetypischen komischen Figuren wurden in der Türkei Karagös.

00:07:04: Der kommt allerdings aus dem Schattenspiel.

00:07:08: Also keine Handpuppe.

00:07:09: Karagöse ist ungebildet aber schlagfertig geringt prädständig in Konflikte mit seinen gebildeten aber oft hochnäsigen Freunden unter anderem Hacky-Wat.

00:07:18: Noch schuhe ich.

00:07:18: auf das spricht man richtig aus.

00:07:20: Die Dialoge sind ein Feuerwerk an Wortwitz und vor allen Dingen Missverständnissen.

00:07:25: Ja, das war Jankulit aus Indonesien.

00:07:28: Hier gibt es die sogenannten Panakavanen.

00:07:31: Das sind zu Dina-Figuren.

00:07:33: Sie sind so offiziell Diner der Edlenhelden aber eigentlich sind sie Klüger.

00:07:40: deutschen ab und zu vor, also ich habe mal eine Faust-Insignierung gesehen.

00:07:45: Faust war übrigens ursprünglich kleiner Nebenzweig, Faust hat ursprünlich eine Puppentheatergeschichte die sich der Herr Goethe angeguckt hat und daraus dann erst seine Goethee gemacht hat.

00:07:56: Eigentlich ist es ne Puppenspielgeschichte und da war auch der Casper der Dealer.

00:08:03: Also das kommt schon ab und zu mal vor.

00:08:05: Selbst wenn Max Jakob, über den wir später reden werden gibt es eine Folge die mich damals als Kind sehr geprägt hat der Kasper wird König.

00:08:11: da war er Kasper Da war etwas ambivalent.

00:08:14: ist er jetzt der Diener oder nicht?

00:08:16: irgendwie schonen aber dann auch doch wieder nicht.

00:08:18: Aber das gibt's öfter

00:08:20: Mal.

00:08:20: Es ist schon interessant, wenn ich jetzt auch die Parallel, die du aufgemacht hast.

00:08:23: Dass es ja eigentlich immer, ich sage mein Allführungszeichen leicht unterschätzte Persönlichkeiten sind, wie aber letztendlich gegenüber den, ich sag es mal artigen oder höheren doch überlegen waren?

00:08:33: Ja allesamt!

00:08:34: Definitiv eben viel durch ihre Schläufe gemacht haben oder manchmal auch dann durch Gerissenheit... Manchmal auch durch einen Zufall, aber am Ende immer eigentlich gut dabei rauskommen.

00:08:46: Ja es gibt so, sag' ich mal drei Punkte die alle miteinander vereint.

00:08:52: Die haben alle drei wesentliche Eigenschaften.

00:08:54: Einerseits der Tabubruch, sie sagen das was normale Menschen auf der Bühne sich niemals trauen würden.

00:09:00: dann die direkte Ansprache zum Publikum.

00:09:02: Das Publikuum wird wirklich oft mit einbezogen und ist Teil des Stückes manchmal sogar unterhält bittet das Publikums auch um Hilfe, das Publikum war an vorgefahren dass hinten rum lauern kann.

00:09:13: es hat sich später beim Kinderteatern auch noch mal so weiterentwickelt.

00:09:16: Und natürlich eine gewisse Unverwößlichkeit egal wie oft unsere lustige Figur eins übergebraten kriegt.

00:09:22: Und egal, wie aussichtlos die Lage scheint sie stehen immer wieder auf und machen weiter.

00:09:28: Kleiner Funfact am Rande übrigens ist die Slapstick-Komödie, wie wir sie aus Hollywood kennen hat ihre Wurzeln direkt aus dieser Gewaltkomik.

00:09:35: sag ich jetzt mal also Charlie Chaplin oder Dick & Dove das hängt damit zusammen.

00:09:41: und zum Beispiel der Begriff Slap Stick der kommt sogar von diesem Hölzer in den Prügel, den Punch hatte oder auch der Casper.

00:09:47: Pulsinella auch um damit ihre Gegner zu verhauen.

00:09:51: da kommt das her.

00:09:52: Das ist ja schon spannend weil du jetzt die Gundofen so angesprochen hast.

00:09:55: also ist ja oft auch so dass teilweise Szenen da drin sind einer zu Schaden kommt oder wirklich was passiert wo wir drüber lachen.

00:10:03: Also interessant diese Parallel da.

00:10:05: Ja ja, und es gibt eben so Standards.

00:10:07: Wir haben auch mal ein Stück gemacht.

00:10:09: das war eine Auftragsarbeit für das Theater Wismar.

00:10:12: Das hieß Ein leiser Hauch von Schrecken Und da haben wir auch versucht Standard-Zähnen die es im klassischen Puppenstück gab damit einzuflechten.

00:10:23: Es gibt eben Punkte.

00:10:25: früher wurden die Texte oft nicht abgeschrieben oder generell aufgeschrieben sondern sie wurden vom Mund zum Mund weitergegeben.

00:10:33: Es gab damals kaum überlieferte Texte, das heißt jede Gruppe die Theater gespielt hat hatte ihre eigenen Versionen und haben sich oft nur ein Gerüst gebaut und innerhalb dessen wurde improvisiert.

00:10:46: so.

00:10:46: deswegen war auch gerade bei der Komite de la Arthe ganz wichtig dass einen Schauspieler immer diese eine Rolle hat und keine andere und sich auch die konzentriert hat um am Ende zu sein und wie die zu leben, und wie sie zu reagieren vor allem.

00:10:59: Da haben sich ein paar Standards herausgestellt.

00:11:01: zum Beispiel eine der für mich damals immer Eindruckslisten ist die wo da der Casper oder der Punch auch immer gehängt werden soll und am Ende baumelt dann halt der Hänker.

00:11:12: Weil dann steht dann der Caspar quasi vor dem Galgen und sagt ich weiß aber gar nicht wie das geht.

00:11:19: Und dann der Henker sagt kann man so doof sein?

00:11:21: Okay, ich zeig dir das mal.

00:11:22: Also musst deinen Kopf da durch die Schlinge stecken so siehst du und dann musst du hinten dran ziehen Und dann hänge ich dich auf ein Kaspar oder Pansteckt.

00:11:31: also quasi so zieht aber auch

00:11:33: David diese List.

00:11:35: im Prinzip

00:11:36: und da gibt es mehrere solche Standards geben und Die wurden gespielt und die hat man auch erwartet und So hat sich das dann fortgesetzt.

00:11:45: ja Ich bin gespannt besetzt sicher bei uns jetzt auch noch sofort genau wie.

00:11:49: wir können ja schon Mal sagen

00:11:51: So, ich möchte jetzt ganz kurz zum deutschen Caspar an sich noch mal ein bisschen näher eingehen.

00:11:59: Ich habe da ein tolles Buch vor vielen Jahren, also zwanzig sind es locker mal gekauft und das heißt Possenreiser im Puppenteater von der Ingrid Rambondit.

00:12:10: Ja, schon wieder Anwaltskonzerte.

00:12:12: Kurzer griffiger Name!

00:12:14: Und die hat da was Schönes aufgeschrieben zur deutschen Tradition des Caspar und das würde ich einfach mal ganz kurz... vorlesen, das macht es mir nämlich auch ein bisschen einfacher.

00:12:22: Also Kaspar oder Kaspal?

00:12:25: der Name des deutschen Spaßmachers geht auf Johann LaRosch zurück.

00:12:29: Der hat Gleed von Seventeenhundertvierundvierzig bis Achtzehnhundertsechs und der ja, der hat diesen Kaspar unter dem Namen in Wiener Volkstheater oder einer Wienervolkskomödie eingeführt.

00:12:45: Kaspar!

00:12:45: Trats wohl als Marionette, alles auch als Handpuppe auf in allen Regionen Deutschlands.

00:12:51: Die lustige Handpappenfigur Pulcinelle später unter dem Namen Kaspar bekannt war im Charakter von den Marionettenfiguren Hans Wurst und Kaspar Grundverschieden weil sie aus verschiedenen Wurzeln stammen.

00:13:03: während der Kasper des marionettentheaters vom englischen Pickelhering beziehungsweise Hanswurst kommt ist der Kaspar das Handpoppenspiel direkter Nahfahrer des Pulcinella Also des Italieners.

00:13:16: Als Marionette spielt er als Diener, Handwerksbursche oder Soldat eine Randfigur der es nie gelang im Mittelpunkt der Handlung zu stehen.

00:13:26: Als Handpuppenkasspern spielte er stets die Hauptrolle in den tradierten Standardstücken von denen ich es ja vorhin in der Einleitung schon hatte.

00:13:34: Der Kassper der Handpappenbühne war wie sein fetter Punch in England ein diabolischer Wüterricht der alles was ihm in die Quere kam überlistete und trotschlug Auch im aussehentlich eher sehr seinem englischen Ebenbild.

00:13:47: Wie dieser besaßergrimmige Gesichtszüge, einen breiten Mund, ein nach vorn stehendes Kind und eine lange Nase.

00:13:54: Und meist auch ein Buckel.

00:13:55: Genau!

00:13:55: Hier steht es, siehst du?

00:13:56: Seit Mitte des neunzehnten Jahrhunderts tritt er ohne Buckelenbauch auf.

00:14:00: Im zwanzigsten Jahrhundert wurde aus dem trinklustigen Kaspar mit seinem rebellischen Geist ein Strahlender Kaspar.

00:14:06: Aber dazu kommen wir später

00:14:07: nochmal

00:14:09: zu einem Handpuppen-Assemble gehören traditionsgemäß der Richter Der Hänker, der Teufel und der Tod.

00:14:15: Der Polizist, das Krokodil... ...die Hexe, der Räuber!

00:14:19: Jetzt wird es kriminell der Türke?

00:14:21: Nein!

00:14:22: Der Neger, der Chinesen und der Jude.

00:14:26: Seit der pädagogischen Reformbewegung in den zwanzigern Betraten auch Gretl seine Frau und die Großmutter und der Säpple

00:14:35: Die Bühne.

00:14:36: Dann kommen wir später auch noch mal dazu.

00:14:38: Ja und dann gab es zum Beispiel noch nebenbei, das darf man nicht vergessen.

00:14:42: Und da gibt's auch heute noch das Henneschen Theater Wenn ihr das kennt.

00:14:46: Traditionshaus in Köln Das kölnische Hennschen Theater.

00:14:51: Genau!

00:14:51: Da heißt eben die Sprachsmacherfigur Hennischen Ein Vertreter reinischer Gelassenheit und Fröhlichkeit.

00:14:57: Er wurde von Christoph Winters geschaffen.

00:14:59: Der hat im Jahr eighteenhundert zwei in Kologne ein ständiges Theater errichtet Und das Kölnsche Hennisse, das existiert bis heute noch Als feste Spielstätte in der Altstadt.

00:15:09: Im benachbarten Aachen spielt man quasi als regionale Variante mit eigenem Charakter, ebenfalls im festen Haus das Öcher-Schenchen!

00:15:19: Schon verrückt oder?

00:15:20: Wie das überall unterschiedlich genannt wird.

00:15:23: Ja ja krass, krass.

00:15:25: Also wie gesagt Hennesin gibt es heute noch.

00:15:26: Das kann man sich nicht so wie klassisches Handpuppenspiel vorstellen sondern da sind die Figuren aufstäben.

00:15:34: Also du hast quasi eine höher gesetzte Bühne, so ein bisschen wie wenn wir im Fernsehen drehen.

00:15:39: Also alles auf Stelzen und die Figuren sind auf einem Stab aufgespießt und der wiederum ist dann auf Rollen und dann schieben sie quasi die Figur hin und her und haben aber noch Stangen an den Händen und so... Das ist auch nochmal eine eigene Dynamik!

00:15:54: Aber es ist auch total lustig und die machen eben auch regelmäßig an Karneval ihre eigenen Programme.

00:16:01: Ja, gut Köln.

00:16:02: Tünnes

00:16:04: und Schale kommen daher.

00:16:06: Das sind auch so zwei lustige Figuren die früher hat man gesagt so Lazis machen also so eingesprengte witzigen Nummern, die nicht unbedingt mit der Handlung was zu tun haben müssen.

00:16:16: das waren sogenannte Lazi.

00:16:17: und da gibt es eben auch diese zwei komischen Figuren Hennesin und Schal.

00:16:22: Ich habe vorhin noch ein paar lustige Figuren unterschlagen.

00:16:30: Da gibt es ja zum Beispiel, was ich natürlich auch sehr mag vom Namen her ist der Mäster Jaggl.

00:16:37: Das ist die lustige Figu aus Schweden.

00:16:39: Dann geht's Pimperl und Kasparek Petrischka.

00:16:43: Und das haben wir sich ungefähr schon denken und es herkommt nämlich aus Russland.

00:16:46: Ja, genau.

00:16:47: Ach okay spannend!

00:16:48: Wahnsinn wie viel unterschiedliche Namensfetter sozusagen der gute Kerl da bekommt oder?

00:16:54: Ja ja

00:16:54: voll.

00:16:55: Hey Krastner aber da wollen wir doch mal mit dir noch mal reingucken.

00:16:57: oder weil was mich natürlich jetzt auch interessiert du hast jetzt schon so ein bisschen beschrieben wie er auch abgebildet war mit der Nase und dem Kind und so und ist ja eher schon auch ein bisschen rebelliv dann auch gewesen.

00:17:07: Aber kann man das dann abgrenzen?

00:17:09: Ist jetzt unser lieber Kasper eher ein Held oder ist er doch letztlich der Rebell?

00:17:13: Eigentlich, eigentlich ist er beides.

00:17:16: Also jeweils zu seiner eigenen Zeit aber halt auch parallel denn mittlerweile gibt es zwei Versionen vom Kasper in der heutigen Zeit.

00:17:24: Zuallererst war er aber Rebell.

00:17:25: Er war ein Anarchist und eine faule Socke.

00:17:28: Ein Typ mit frechem respektlos Mundwerk.

00:17:30: Heute wird man sagen eher im Anti-Held.

00:17:34: Er trank, er fluchte.

00:17:35: Er legte sich oft mit der Obrigkeit an.

00:17:37: Das mich an meinen Kollegen Jan.

00:17:40: Liebe Grüße in der Szene,

00:17:41: liebe Grüße!

00:17:43: Ja und legte es sich natürlich auch gerne mit dunklen Mächten an.

00:17:46: das macht jetzt ja nicht so happy also hat er zumindest noch nie erzählt.

00:17:48: aber wir wissen

00:17:50: sehr viel woher ist das alles?

00:17:51: Und dann im neunzehnten und zwanzigsten Jahrhundert also von der Romantik ausgehend wurde der Casper sagen wir mal gezähmt und zum pädagogischen Freund der Kinder.

00:18:02: Die lustige Figur hat sich also komplett zwei unterschiedliche Richtungen entwickelt.

00:18:07: Also ich rede wirklich vom Kasper von der deutschen Figur, in anderen Ländern gibt es da auch noch Unterschiede.

00:18:13: aber bei uns in Deutschland und jetzt komme ich wieder zum Anfang ja dann kann er eigentlich mittlerweile auf zwei Ebenen existieren.

00:18:18: für die Kinder ist er halt eben der schlaue Held der oft Unterstützung kriegt von seinem Freund Säppel und von der Gretl Und vor allem im Abendprogramm.

00:18:28: Da kommt immer öfter wieder der alte Jamax-Kasper durch, den wir bei unserem Leisten auch von Schrecken da drin hatten und so können sich mehrere Altersgruppen mit dem Kaspar identifizieren finde ich also einmal die Kinder weil sie halt natürlich auch so schlau und gewitzt sein wollen wie der Kaspar und ihm gerne beiden Abenteuer gegen Räuber, Zauberer und Hexen zusehen aber eben auch Erwachsene die auf der Bühne dann miterleben wie einer komplett frei dreht All das mit dem Polizisten und allen anderen Obrigkeiten macht, wie man es selbst gerne hätte.

00:19:03: Und sich nicht traut und auch gesetzesmäßig auch nicht tun sollte.

00:19:06: Und damit sind wir lieber Adrian.

00:19:07: Ich sag's ungern, wir sehen viel dabei im Horrorort!

00:19:09: Ja... Der Boog schließt sich leider immer wieder.

00:19:12: Denn da ist es genauso.

00:19:13: Ich komm nicht raus aus den Oberkasten.

00:19:15: Das hab ich schon gemerkt ja.

00:19:16: Was ich nur viel witziger finde, du hast jetzt gerade auch so für die Kinder der Held und so angesprochen.

00:19:20: Ich glaub alle die einschalten jeder kennt das.

00:19:21: Wenn Kinder vor so einem Kassballe-Theater sitzen wie fasziniert sie sich dann mit dem Menschen oder mit der Figur ja auch identifizieren?

00:19:28: Genau, genau.

00:19:28: Und dann ja auch nach Hause gehen und das Nachspielen...

00:19:30: Richtig unhaltmitfieberne weil sie eben auch da wieder Zuschauer in nem Film egal ob is' Horror am besten immer einen Schritt weiter sind, als der, dem es gerade passiert.

00:19:40: Also das ist halt immer viel spannender und viel lustiger wenn ich schon weiß.

00:19:43: oh da kommt jetzt das Koko-Deal aber da krasst man sich das nicht weil dann ist natürlich Polen offen.

00:19:48: Das darf ich so glauben.

00:19:49: Ich glaube jetzt müssen wir peep'n jetzt ab sofort.

00:19:51: Genau, dann ist BIM

00:19:52: offen!

00:19:54: Aber Karsten guck mal doch mal rein warum darf jetzt der Kerl eigentlich Dinge tun die vielleicht andere nicht tun dürfen?

00:20:00: Naja...ich glaub dass auch so ein bisschen der Kern seines Erfolges.

00:20:06: Ja, das kann ich mir nicht erklären.

00:20:07: Die Figuren haben ebenso wie die Narren bei unserer und auch übrigens finde ich jetzt so wie drüber Nachteilige bei der Fastnacht... ...die Narrenfreiheit!

00:20:17: Und die ist tieferwurzelt in unserer Kultur und in der Psyche.

00:20:22: Auch in meiner leider.

00:20:24: Also naja du bist ja als Narren oder als Casper in einem geschützten Raum indem man die normalen Regeln der Gesellschaft überspringen kann.

00:20:33: Also die gelten einfach.

00:20:33: kurz, ob das nun jetzt zeitlich begrenzt ist durch die Fastnachtzeige jetzt mal oder eben die Begrenzung der Kasparbude ist aber eigentlich wurscht.

00:20:42: Dazu fällt übrigens ein Zitat ein dass mich damals in meiner Studienzeit sehr fasziniert hat und zwar im Zitat von meinem so tollen Schauspieldozenten leider schon verstorben Horst Haavemann Autor auch von tollen Kinderstücken.

00:20:55: Eine absolute Corrifere und so ein inspirierender Mann, ich habe leider nur einen Unterricht bei dem gehabt das war Grundlagen Schauspiel damals an der Hochschule.

00:21:03: Ich hab den damals schon so geliebt, ey!

00:21:05: Das war so ein schlauer lustiger Mensch.

00:21:09: Ich habe glücklicherweise die Prüfung von unserem Vorspiel, die habe ich am Ende... also ne umgekehrt man hatte ja am ende jedes Szenenstudiums oder jedes Kurses hat man eine Prüfung.

00:21:22: Da kommen wir später mal dazu, wenn es ums Thema Hochschulen

00:21:24: geht

00:21:25: und die werden dann, wenn man Glück hat auch aufgezeichnet und ich habe tatsächlich die Aufzeichnung von unserer Prüfungen noch auf VHS-Kassette.

00:21:32: für diejenigen, die nur wissen was

00:21:33: das ist oder was das abspielen kann.

00:21:35: Ja

00:21:36: sogar das.

00:21:36: Ich glaube aber, dass jetzt langsam kaputt wird weil beim letzten Mal hat's Bandzalat gemacht.

00:21:40: Die Dinge halten ja auch noch in zwanzig Jahren oder so.

00:21:42: Ja, aber ich hab's auf der OS-Kassette und deswegen trau' ich mich es nicht mehr rein zu machen.

00:21:46: Und allein wenn man sich das anguckt was der da während der Prüfung ablässt ist so geil und macht so viel Spaß und dann versteht man soviel was Theater und gutes Schauspiel ausmacht.

00:21:58: Der sagt einmal einen Satz den ich nie vergessen habe Freiheit ist Umgang mit Begrenzung.

00:22:03: Den liebe ich den Spruch.

00:22:04: Und dazu muss man sagen, dass auch er aus dem Osten kam und dadurch absolut weiß wovon er redet oder denkt... Deswegen werden jetzt das bestimmt doch noch mal hören in unserer Noch-Ich-Spoiler schon wieder einer späteren Folge zum Thema Bubmelspiele in der

00:22:16: DDR!

00:22:16: Ja es kommt noch ganz viel jetzt.

00:22:17: also ist ja schon cool was wir noch im Theater haben.

00:22:20: Aber ich schweife ab.

00:22:21: Die lustige Figur weltweit hatte also die Möglichkeit sich kurzzeitig gegen alle Regeln zu stellen und war damit eben auch so eine Art Ventil fürs Volk.

00:22:31: Man muss sich vorstellen, dass das Theater und natürlich auch das Puppentheater ja des Fernsehens der Amleute war.

00:22:37: In den Zeiten von Zensur, von strengen Hierarchien da war es halt eben gefährlich den König oder die Kirche zu kritisieren.

00:22:44: Diese kleinen Holzkörper konnten Dinge sagen für die ein echter Mensch schlichtweg ins Gefängnis gekommen

00:22:51: wäre.

00:22:51: Sie waren quasi, ich sag jetzt mal der Dieter Bohlen der Figur im Steele.

00:22:57: So ein bisschen in die Richtung?

00:22:59: Ja man könnte auch sagen Harald Schmidt oder

00:23:02: so.

00:23:05: Weil man kann immer sagen das mache ich ja manchmal auch wenn ich improvisiere und dann irgendwelche Leute mehr oder minder beleidigen.

00:23:11: oder wir haben ja neulich... Wir waren ja beide miteinander bei Michael Hacius Und da ging die Exia-Streckenweis auch sehr übel mit dem Zuschauen um.

00:23:18: Ja, und du kannst als Spieler immer sagen... Das war nicht ich!

00:23:22: Ich hab doch nix am Hut.

00:23:24: Der Spieler versteckt sich also hinter der Puppe und die Obrigkeit drückt halt dann oft in Aube zu weil das lachen dann eben doch so den sozialen Druck gemindert hat.

00:23:35: Es war ein Ventil.

00:23:36: im Falle des frühen Kastbars und vor allem auch das englischen Punch hatte er noch nicht mal Sprache sondern er hat mithilfe eines sogenannten Swazzles mehr gepfiffen als geredet.

00:23:48: So war die Sprache dann eben auch durchaus Interpretation und Sache.

00:23:52: Das heißt sehr erklärt mir diesen Blättchen, was da quasi mitgelegt wurde?

00:23:55: Genau, genau.

00:23:55: Da können wir nachher vielleicht noch etwas zu sagen.

00:23:58: Also Caspar Punch wie die alle heißen waren ja halt eben alles keine echten Menschen sie sind nicht echt.

00:24:04: Sie waren die Symbolfiguren für Hunger über Lebensinstinkt und Schadenfreude.

00:24:08: Und Schaden Freude funktioniert ja bei den Kindern und bei den Erwachsern gleichermaßen, sonst gibt es ja nicht so viele Punch-O's im Fernsehen oder so YouTube Reels.

00:24:16: Die Fail-Reels, die sich jeder gerne anguckt.

00:24:18: Genau,

00:24:18: irgendwie aber auch die Fresse fliegt.

00:24:20: Das funktioniert einfach ist so!

00:24:21: Und da die lustige Figur nicht als vollwertiges Mitglied der moralischen Gesellschaft betrachtet wurde und wird verzeiht man ihr halt ehemal.

00:24:29: so gewisse Boßheiten weil sie halt auch rein instinktiv handeln Die denken nicht nach, die machen halt.

00:24:35: und wenn der Kaspers Gefühl hat dann muss den Polizisten jetzt einen drauf hauen.

00:24:38: Dann

00:24:38: macht er das

00:24:39: halt.

00:24:40: Oder sogar im Tod eine Reihenhaut.

00:24:43: Das ist für uns Zuschauer eine kollektive Genugung sag ich mal und für den Kaspas sowieso.

00:24:49: Im Alltag müssen wir uns halt an Regeln halten.

00:24:51: Die Puppe darf sich stellvertretend für uns eben mal kurzzeitig nennen.

00:24:56: was Mal zertrümmern.

00:24:59: Es ist ein Spiel mit der Macht Und das Lachen ist dabei einfach mal die schärfste Waffe.

00:25:05: Du

00:25:06: hast es jetzt schon angesprochen, im Prinzip schaffts ja sogar den Tod irgendwie zu zerdröbern oder halt in die Luft zu schlagen.

00:25:13: Was macht denn?

00:25:13: Oder warum ist denn genau die Figur so unsterblich?

00:25:16: Was macht sie so

00:25:16: unstärblich?!

00:25:17: In unserem Stück – ich komm nochmal drauf zurück, da ist er auch von Schrecken – sagte der Casper kurz bevor er gehängt wird... Ihr könnt mir alles nehmen!

00:25:26: Nur nicht mein Humor!

00:25:27: Wir werden immer jemandem brauchen, der uns hilft.

00:25:31: Manig scheinbar ausweglosen Situationen mit Humor und nicht so sagen auch mit Galtenhumor zu begegnen.

00:25:37: Lachen hilft einfach!

00:25:40: Es hilft komplizierte Themen ein bisschen anders zu verkraften oder auch... auch zu verstehen, also zum Beispiel im Bereich Politik.

00:25:48: Ich glaube nicht ohne Grund kommt Kabaret in der Hinsicht dann auch so gut an, gerade wenn es auch so ein politisches Themen und so... Ja

00:25:53: ja genau, politisches Kabarett macht's da nicht anders.

00:25:55: Also

00:25:55: z.B.,

00:25:55: jetzt die Art von Kabarett wird zwar leider immer weniger finde ich und glaub' ich was wiederum aber auch mit dem Mantel der Gesellschaft zu tun hat würde ich mal

00:26:03: sagen.

00:26:03: Es ist sehr vieles so, weiß ich auch nicht, zur Comedy-Formate, die irgendwie naja wirklich...

00:26:10: durch das Publikum, vor allem die Jungen, die auch kein Interesse mehr an Themen haben zum Teil.

00:26:14: Jetzt will ich nicht socialisieren, gibt es natürlich auch andere.

00:26:17: Aber eben auch diese ganzen Entschuldigung, wenn ihr zu sagt, diese Political Correctness-Debatten, die halt es einem wirklich sehr schwer machen gerade im Bereich Satire da irgendwas zu machen.

00:26:27: denn immer mehr Menschen verstehen heute einfach keine Satire mehr und das wiederum ist halt auch der Tod jeder Kunst.

00:26:32: also wenn ich immer das Gefühl habe Ich muss mich bei jedem für irgendetwas entschuldigen Dann ist es richtig schwierig und Satire muss, soll und darf alles sagen.

00:26:42: Satire MUST wehtun!

00:26:43: Ja klar das siehst du auch als wenn du die ganzen Kommentare bei den Comedians dann siehst ne?

00:26:48: Das is ja natürlich Satire, aber was deiner drunter gleich für ein Shitstorm abgeht... Was jetzt wieder wer irgendwie gesagt hat, dass man eine Darf und Ding sind, ist schon krass.

00:26:57: Aber nur so kann er finde ich wandeln oder nachdenken stattfinden.

00:27:01: Aber wenn sich gleich jeder wegen allem angepisst fühlt und auf die Breite gerade geht Oder ja, die Kunst, dass er Tiere nicht versteht.

00:27:08: Dann wird es halt echt schwierig.

00:27:10: Wir kommen zurück auf die lustige Figur und sie ist ja kein Individuum per se.

00:27:14: Sie isst ein Prinzip Ja?

00:27:15: Und in der Fachwelt nennt man das sozusagen Archetyp.

00:27:18: Die Lustige Figuren überlebt Weil weil sie das personifizierte Überleben an sich ist.

00:27:24: Der krass Bartdurst da hat Hunger Da hat Angst und vor allen Dingen will er einzig mich Spaß.

00:27:29: Das sind Bedürfnisse, so wie wir alle kennen, die sind zeitlos.

00:27:31: Und solange Menschen existieren werden wir die auch in dieser Figur wiederkennen.

00:27:37: Und deswegen ist es ja auch gerade, weil man jetzt vorhin gesagt hat, die lustige Figur in solchen Zeiten umso wichtiger das Menschen diese Leichtigkeit erfahren dürfen oder diese Form der Kunst?

00:27:46: Ja dann kommt sie zu, dass da Kaspar halt im Gegensatz zum Menschen nicht wirklich verletzt werden kann egal ob er sich in den Ofen geschmissen wird oder vom Krokodil gefressen oder er fliegt irgendwo vom Hochhaus runter.

00:27:56: Der kommt einfach wieder wenn er selbst noch einmal erhebt.

00:27:58: Ist so

00:27:59: wie bei Mario Kart einfach wieder da.

00:28:02: Resilienz tief in uns verankert und muss ja auch sein, nämlich nach jedem Rückschlag auch wieder aufzustehen.

00:28:09: Und dafür ist der Casper einfach da.

00:28:11: Also doch ein Held?

00:28:13: Ja!

00:28:14: Und was er auch ist, er ist anpassungsfähig.

00:28:16: Wir haben ja schon gehört dass er eben sehr lange existiert und sich halt auch gewandelt hat als Mittelalter.

00:28:22: Da war Han Derber oft betrunkener Bauernbursche.

00:28:24: Auf dem Jahrmarkt war er im politischer Rebellen, der die Obrigkeit verspottet hat.

00:28:29: ab der Romantik war er auf einmal Kinderfreund vor allem auch durch den Hohensteiner Kasper.

00:28:33: Und da kommen wir später noch mal dazu, ja und heute kann er eben alles ein der kann das talerische Kultfigur sein mit satirischen Kommentaren also eben im Abendprogramm und ganz um gar nicht altmodisch wenn man ihm den Freiraum lässt und werden immer wieder neu interpretiert.

00:28:49: Das heißt wie könnte man das jetzt abgrenzen?

00:28:51: Wie war er zu früher und wie ist er heute?

00:28:54: Gute Frage!

00:28:55: Also wie gesagt hast du diese Unterscheidung von Ja, Jama Kaspar, Marionette und so weiter.

00:29:03: Aber eigentlich immer so will ist der Kaspar ja eigentlich ein Nachfahrer von den Hofnarren.

00:29:08: Definitiv!

00:29:09: Und der Weg vom Nahrer zum Kaspar verlief über mehrere Stationen sag ich mal.

00:29:13: also einmal eben der Mittelalterliche Hofner da besaß die Narrenfreiheit Die Wahrheit ungestraft auszusprechen.

00:29:21: was er so denkt war halt auch oft melancholisch weise stand außerhalb der sozialen.

00:29:28: Dann gab es die Komite der Art, also im sechzehnten Jahrhundert.

00:29:30: Da entstand dann die Figur des Alekino, also das Harle-Kin.

00:29:36: Das war ein Dienertyp verfressen, listig akrobatisch und schon viel körperlicher als jetzt da klassische Nahe.

00:29:43: Und

00:29:43: dann gab's eben den Hans Wurst in Deutschland und in Österreich.

00:29:47: Im achzehntem Jahrhundert wurde die Figure vom deutschsprachigen Raum dann eben ans Wurst oder auch Pickelherring so hieß er auch mal zwischendurch.

00:29:57: Ziemlich vulgär und vor allen Dingen, er war eine Schauspielrolle und keine Puppe.

00:30:04: Es gab da mal ne Zeit, das führt jetzt alles ein bisschen zu weit.

00:30:07: Ich glaub' da wär mir ja gar nicht mehr fertig.

00:30:09: aber es gab dann die Zeit da wurden diese lustige Figuren halt eben auch doch verboten.

00:30:15: Ja okay weil dann doch zu auf Sessig und... Richtig!

00:30:19: Irgendwann gab's dann doch Stress und dann verschwand der von einer Schauspielbühne, kehrte dann aber eben als Puppee wieder zurück.

00:30:25: Ja, weil die Puppe darf hier auch mehr als ... Genau.

00:30:29: So im Achtzehnhundert kristallisierte sich dann da eben der Kaspar raus wie wir ihn heute kennen besonders geprägt durch viele Vorstadtbühnen und zwar von Franz Von Pocci.

00:30:38: Der hat den Kaspar Larifari erfunden.

00:30:40: Da kommt daher dieses Larifarie Wahrscheinlich.

00:30:44: Denk mal ja, geh ich mal schön aus.

00:30:45: Und da war der Kasper eine Marionette.

00:30:48: Der war zwar auch immer noch ein Taugenix, aber er war schon ein bisschen feinsinniger und nicht mehr ganz so gewalttätig.

00:30:54: Und damit auch ein bisschen familienfreundlicher.

00:30:57: Ich komme wieder darauf zurück, einen gewissen Herrn Maxiakop und die Hohensteiner.

00:31:01: Aber das Gespräch war dann internistisch.

00:31:03: Ja!

00:31:03: Wie oft haben wir das denn schon gesagt?

00:31:05: Sehr oft.

00:31:05: Es ist bestimmt fünfmal.

00:31:06: Aber für alle, die es so nicht verstanden haben kommt auch nur eine Frage.

00:31:10: Aber wenn man alles in diese Folge packt... Nein, das

00:31:13: wird ausufern.

00:31:15: Absolut Ja, und obwohl der Hofner oder Kasper verwandt sind haben sie sich trotzdem in verschiedene Richtungen entwickelt.

00:31:20: Also der Hofnahr zum Beispiel oft intellektuell hintersehnlich sprachgewaltig wie ich schon sagte eher instinkt getrieben schlagfertig körperlich arbeitet als Berater der mächtigen und ja ein Spiegel der Wahrheit sozusagen.

00:31:38: Der Kasper aber war die Identifikationshöhung für das einfache Volk und später eben speziell für die Kinder.

00:31:46: Und ja, jetzt gehe ich glaube ich doch noch ein bisschen ein auf das klassische Ensemble was so ein Kaspartheater mittlerweile hat Die klassische Rollenverteilung.

00:31:55: also im traditionellen deutschen KasparTheater gibt es Ja man kann sagen ein festes System Das fasst wie ein psychologisches Modell funktioniert.

00:32:03: Also du hast einerseits den Kasper der ist da held Mit dem gesunden Menschenverstand und mit dem Witz Als Gegenpol hast er dann einen Säppel.

00:32:12: Die Müdlichkeit, manchmal auch ein bisschen langsam ist aber eben als Sidekick gar nicht schlecht.

00:32:17: Und du siehst es ja auch zum Beispiel in Filmen oder auch in Comics das die Helden alle so einen gewissen Sidekick haben.

00:32:23: also ob jetzt Batman und Robin hat?

00:32:25: Stimmt!

00:32:26: Da gibt's ja ganz viele weil die ganz oft auch die Rolle des Zuschauers einnehmen.

00:32:32: Weil dieser Sidekick die Fragen stellen kann die vielleicht der Zuschauer hat und stellvertretend kann er die Frage dem Helden stellen, der beantwortet sie dann.

00:32:42: Ist ja wirklich so, wenn ich die Filme reflektiere voll.

00:32:45: Ja?

00:32:46: Und da gibt es eben ganz oft den Buddy dabei.

00:32:49: Der wird auch oft immer sehr vom Publikum gemocht weil er halt immer meisterlustig ist, weil ihm was passiert oder irgendwas schief geht und so... ...und der ist aber eben der, der die Zuschauer

00:32:58: mitholt

00:33:01: mit rein sieht in die Geschichte.

00:33:02: Dann haben wir die Gretel.

00:33:03: wie soll's sein?

00:33:04: das ist natürlich die Stimme der Vernünft Klar, die häusliche Ordnung.

00:33:07: Natürlich!

00:33:08: Die Retterin in der Not auch manchmal tatsächlich... ...dann der Polizist als Staatsmacht natürlich oft das Ziel von hohen und Sport kommt auch gerne immer mal zu spät wie auch das Superheld-Flesch wenn er normal ist.

00:33:26: Dann haben wir noch, das Krokodil ist so ja die Verkörperung von der Gefahr von Urängsten also steht für ganz viel für alle Ängste.

00:33:34: lieber haben.

00:33:35: Und auch da Kaspar kommt halt mit der Pritsche und haut dann die Probleme einfach tot.

00:33:40: Der Teufel natürlich als das Böse, die Versuchung und am Ende muss auch der natürlich besiegt werden.

00:33:45: Und da geht es ja noch den Trick mit der vierten Wand.

00:33:47: Du hast ja vorhin schon ein bisschen angesprochen also dieser technische Trick, der eigentlich rein psychologischer ist.

00:33:52: Der Kaspar ist die einzige Figur aus dem Stück, die raustreten darf, die mit dem Publikum reden darf.

00:34:00: Also gibt er generell so ein paar... Regeln, da kommen wir dann beim Thema Handpuppe noch mal dazu.

00:34:05: Also welche Figuren zum Beispiel von unten nach oben erscheinen?

00:34:09: Welche treten von der Seite auf?

00:34:10: Da gibt es ja auch.

00:34:11: also kann sagen alle magischen Figuren die dürfen natürlich von unten auftreten, weil ihr entweder aus der Hölle kommt oder von so einer anderen laufen ganz normal auf die Bühne und meist hat auch nur da krass bei Beine Die ja dann, wenn er mit dem Publikum redet... Stimmt.

00:34:26: Zertrüber?

00:34:27: Ja

00:34:27: genau!

00:34:30: Manchmal hat der Teufel auch noch Beine damit man seinen Hof sieht und da hat er mal ein normales Bein oder einen Pferdehof zum Beispiel.

00:34:37: Und so ist der Kasper eben oft der Einzige, der direkt mit den Publikumen kommuniziert und fragt an die Kinder als Üblicher sei alle da!

00:34:46: Oder bittes Publikums Hilfe.

00:34:48: Und das funktioniert eben, weil sich da durch die Kinder oder die Zuschauer generell halt auch als Komplizen fühlen können.

00:34:55: Und wenn die Kinder dann schreien, ja hinter dir ist es kongoliert!

00:34:57: Das finde ich jetzt so witzig hier.

00:35:00: Ja und damit sind sie ein aktiver Teil der Spielmechanik und der Casper zieht seine Macht direkt aus der Energie der Zuschauer, fühlt sich angespornt wie der Fußballer von seinen Fans und gebt dann nochmal richtig Gas.

00:35:12: Also witziger Fakt, Profipuppenspiel haben ganz oft auch Hornhaut Tatsächlich zum Beispiel am Finger, also gerade zum Beispiel an einem Finger wo der Kopf drin steckt.

00:35:20: Ah weil du

00:35:21: immer datst!

00:35:22: Genau ich hab das mal eingebaut und zwar habe ich während Corona ein Sherlock Holmes geschrieben Ich wollte mal so einen klassischen wie Arthur Conan Doyle schreiben würde und ein Sherlock Homes geschrieben aber mit einer moderneren Dramaturgie.

00:35:37: Wie Stephen King schon selber in seinem Buch über das Schreiben und Leben sagte, schreib über Ebbes was du kannst.

00:35:43: Das hat ihn auf Badisch gemacht aber er hat es so geschrieben.

00:35:45: Womit man sich auskennt.

00:35:47: Also einfach um den Einstieg zu erleichtern.

00:35:49: Und das habe ich gemacht und womit kenne ich mich aus?

00:35:52: mit Puppen.

00:35:52: Deswegen hieß das Stück oder heißt es auch noch Sherlock Holmes' und die Puppe am Galgen.

00:35:57: Da rede ich über eine Schaustellerfamilie, die eben mit ihren Pappen... Dorf zu Dorf zieht.

00:36:07: und unser Sherlock Holmes erkennt eben den Puppenspieler daran, dass er zum Beispiel Hornhaut am Finger klickt hat.

00:36:15: Weil das genau die Stelle ist wo dann der Kopf von der Puppe gedreht wird und dadurch reibt es natürlich immer am Fingernknochen.

00:36:21: Krass!

00:36:21: Okay, jetzt habe

00:36:24: ich wieder was gelernt dir.

00:36:26: Ich hoffe nicht auch alle die einschalten.

00:36:28: also ihr wisst wenn er ab sofort jemanden zieht mit Hornout an der Fängergruppe könnte ein Figurnspieler sein.

00:36:36: Ja krass?

00:36:37: Da fällt man nochmals ein.

00:36:38: Also vielleicht da Kaspar wurde ja auch dann durch die Romantik dann sehr verklärt und hat eben auch zur Kinderarzt-Jung benutzt.

00:36:45: Pädagogik spielt mittlerweile auch nicht eine große Rolle.

00:36:50: Ticken zu doll, also ich bin auch nicht so der Fan von zum Beispiel, sagen wir mal, so Umweltkasperstücken oder Verkehrskasper.

00:36:57: Da haben wir gar keinen Bock drauf.

00:36:58: Der Moralzeigefinger?

00:37:00: Ja ja genau,

00:37:01: das kann man schon noch anders machen aber es finde ich immer etwas ätzend.

00:37:06: Aber es funktioniert und bevor die Kinder irgendwie auf ein anderer Art lernen dann doch lieber mit Kasper.

00:37:11: Aber ich sage mal pädagogisch gesehen ist für mich der Kasper schon auch immer noch relevant eben im Gegensatz zu einem YouTube-Video.

00:37:21: Oder eine Netflix-Serie ist da krass bald interaktiv, erwendet sich an die Kinder wie ich schon sagte und die machen mit, können mitgestalten sie rufen, warnen, helfen.

00:37:32: das wiederum stärktes Selbstwertgefühl oder halt auch das Wirksamkeitsgefühl?

00:37:37: Genau!

00:37:37: Ich kann dabei sein, ich kann mit gestalten im Prinzip ja

00:37:40: und Sie haben trotzdem eben eine emotionale Bewältigung in dem geschützten Raum weil es sind ja im Theater oder wenn ich dann halt den Kindergarten komme im Kindergarten, auch da haben sie einen geschützten Raum und können sich da äußern ohne jetzt gleich ahnen oder fürchten zu müssen.

00:37:53: Dass es irgendwas nach sich zieht auf

00:37:55: Decke gibt's ja?

00:37:56: Ja also tatsächlich ich hab mir ganz lange am Anfang, wenn sich gerade frisch von der Hochschule kam habe ich so ungefähr zehn Jahre viel an deutsch-französischen Schulen gespielt Und da ist die Erziehung auch nochmal eine ganz andere.

00:38:08: Da gab´s auch durchweg mal zwischendurch immer klappst du auf den Hintern.

00:38:14: Die waren alle total diszipliniert, auch wenn die immer reinkamen.

00:38:17: Wir standen da schon mit unserer Bühne und dann kamen sie im Gänse-Marsch, kamen die alle reinmarschiert, alle ganz still.

00:38:23: Und wir hatten eben auch so Stücke wo man mal mitmachen muss.

00:38:26: Da haben die am Anfang immer gestreckt.

00:38:29: Nein nein!

00:38:29: Er könnte einfach einrufen, ruft rein... Dann haben sich dran gewöhnt, dann war das okay.

00:38:33: aber dann sind die auch wieder genauso leise aufgestanden.

00:38:36: Jeder hat seinen Partner an die Hand genommen, dann sind sie wieder rausgegangen Und dann mal große Pausen, die sind ja alles so explodiert.

00:38:44: Ach krass!

00:38:45: Das erklärt vielleicht, warum sie manchmal echt zu laut sind.

00:38:48: Auch

00:38:49: jetzt doch im Alltag.

00:38:50: Die Rebellion.

00:38:51: Ja genau und die Bühne funktioniert da eben sowohl als Schutzraum aber halt auch als Labor für große Gefühle.

00:38:57: Großgesetze sagt aber man kann da eben auch mal was zulassen ohne dass es ist ja auch dunkel, man zieht's ja nicht gleich hin... Genau.

00:39:04: ...und der Kollege sieht das auch nicht gleich.

00:39:06: sich fast in die Hosen fingelt.

00:39:07: Ja, als wenn dann das Krokodil auftauchten ist es gruselig.

00:39:10: aber durch den Kastprobe hat er die Angst auch wieder weggenommen.

00:39:13: Er ist der Stellenvertreter, der sich traut.

00:39:15: und was das Kind eben vielleicht nicht traut genau wie bei einem Erwachsen mit dem Regeln.

00:39:21: Und naja, in so einer komplexen Welt nehmen wir's hin da bietet so ein Stück natürlich auch Struktur.

00:39:29: Da ist halt einfacher, es gibt Gutes, es gib Böse.

00:39:31: ja ich habe das versucht bei meinem Kaspar Krachon und Abriss Birne so ein bisschen aufzuweichen, dass sowohl der Kaspar als auch der Teufel als auch da Tod nicht nur gute oder nur schlechte Eigenschaften haben.

00:39:43: Und wenn ich dann hinter einmal die Kinder frage, Mensch welche Figur wird ihr gerne?

00:39:46: Ja!

00:39:46: Ich werde gerne nach ihm was da tot ist.

00:39:48: Oder also das gibt es auch.

00:39:50: Also wollen nicht alle nur Kaspar sein weil der Kasper kann auch ne Arschloch sein.

00:39:53: Wenn er jetzt netter dargestellt wird wie früher aber trotzdem kann ja auch ein Depp sein.

00:39:58: Da gibts zum Beispiel so eine Szene bei mir Kassmann will halt ein Haus bauen und dann steht er auf einer Wiese.

00:40:04: Und da soll das Haus hingebaut werden, da ist aber ein Blümchen.

00:40:09: Da kommt ein Schmetterling angeflogen und dann streichelt ein Schmeterling so und sagt dann Mensch!

00:40:14: Hallo du süßes kleines Schmetternlängchen!

00:40:17: Du ich wollte schon immer mal wissen ob das stimmt dass ihr nicht mehr fliegen könnt wenn man euch am Flügel berührt.

00:40:21: Hing!

00:40:22: Oh nein!

00:40:22: Das habe ich dich am Flügel berührt!

00:40:28: Tappt dann so davon, das tut mir uns aber leid.

00:40:30: Aber weißt du was ist gar nicht so schlimm?

00:40:31: Dann bist jetzt eben ein schöner Schmetterlingskäfer.

00:40:33: Ist doch auch schön!

00:40:36: Der reicht sich später der Schmetternling.

00:40:37: Ich kann es schon mal vorweg spoilern.

00:40:40: Da kommt Kaspernicht ungestraft

00:40:41: davon.

00:40:43: Ja okay, da kann ich verstehen dass man sagt den möchte ich nicht sein.

00:40:45: Jetzt sind wir im Moment ja.

00:40:46: Ein Flügelschlag lässt irgendwo anders einen Reißsack umfallen.

00:40:51: Genau.

00:40:51: Ja dann für alles finde ich natürlich auch Sprachförderung und Fantasie.

00:40:57: Also jetzt auch ich in meinem Fall, der ja nun auch im Vorzehenspiele mit dem sehr hohen Ausländeranteil.

00:41:01: Ich finde das schon wichtig und mir natürlich genau die Wortwahl zu überlegen.

00:41:06: Allerdings ist es auch nicht so unterfordern weil ich finde schon auch dass die Kinder noch Fragen haben dürfen und das fördert ja auch wiederum die Kommunikation.

00:41:14: weil dann frage ich halt vielleicht meine Nachbarn du was hat er gerade gesagt?

00:41:18: Was ist das für ein Wort oder für einen Sprichwort?

00:41:21: kann das deutsche Kind, das dem authentischen Kind auch mal erklären.

00:41:24: Absolut

00:41:25: nicht!

00:41:25: Ich glaube es ist der Punkt wo die Qualität der heutigen TV-Formate so leiden weil sie alles irgendwie schon vorweg nehmen

00:41:32: und heute ja wie ich schon gesagt habe der Casper muss halt auch nicht mehr so moral prädigten halten so wie es eben ganz früher noch romantik war und auch bei der Erziehung dann Die Gewalt ist natürlich auch fast komplett weg logischerweise.

00:41:46: Ja.

00:41:46: also der Caspar ist einfach so ein analoges Live Event.

00:41:49: sag jetzt mal Da brauchst du dann keine Pixel-Magie oder so, das ist einfach nur eine gehörige Portion Frechheit und eine gute Dramaturgie.

00:41:57: Und dann funktioniert es trotzdem noch!

00:41:59: Ich habe mir die Frage schon gestellt ob wir so eine Figur heute noch brauchen... Aber weil eben gerade in Zeiten von Netflix etc.

00:42:09: Ja wobei du da ja auch schon gesagt hast, ich finde das weil du sagst brauchen wir die Figur überhaupt noch find' ich eine wichtige Frage.

00:42:14: und gleichzeitig hast du ja auch gesagt dass vieles was ja heute existiert der eigentlich von dieser Figur adaptiert wurde also eigentlich ist hier so oder so noch da?

00:42:22: Ja ja ja ja.

00:42:23: Ich bin doch echt...ja doch!

00:42:24: Also je länger ich drüber nachdenke ich bin überzeugt ja wir brauchen den.

00:42:28: Wir haben unsere Nachanfreiheit zwar teilweise auch in anderen Bereichen verlagert Aber so das Grundbedürfnis, das ist ja gleichgeblieben.

00:42:35: Heute ist es vielleicht nicht mehr so oft da karstbar was ich persönlich schade finde auch finanziell.

00:42:41: Aber es gibt ja auch andere Figuren.

00:42:43: also wie man schon davon hatten davorhin satiriker Late Night Moderatoren sowie Harald Schmidt eben damals... Ja oder

00:42:51: auch der Böhmermann der genauso polarisiert.

00:42:54: Da werden halt ja auch Autoritäten und Promis oder gesellschaftliche Trends parodiert.

00:43:00: Dann natürlich das Internet.

00:43:03: Das Internet ist eigentlich das größte Gruppenzater

00:43:06: in vielerlei Hintsägen!

00:43:07: Naja,

00:43:07: ich meine Meme ist ja nichts anderes als ein Casper-Clutch.

00:43:11: Also das XXI Jahrhunderts jetzt halt aber immerhin.

00:43:14: Es entwickelt sich finde ich eine etwas komische Richtung und ich muss ja jetzt leider ab und zu mit meiner Tochter auch immer mal so YouTube Reels und Memes und sowas gucken Und es hat ja jetzt neben sie keine Dramaturgie mehr, das hat dann nicht einmal mehr einen Abschlussgeg

00:43:26: Nee, gar nicht.

00:43:26: Null!

00:43:27: Das

00:43:27: irritiert mich immer komplett.

00:43:28: und dann guckst du das an, dann geht es irgendwie so drei Minuten vier Minuten oder ist es vorbei und du denkst was haben wir jetzt gesehen?

00:43:34: Aber die Tochter lacht sich tot.

00:43:36: aber im Prinzip also genauso wie sie glaube ich so Puppen-Spieler hinter einer Spieler ist zu verstecken konnten ist halt auch die Erstellung von so einem Meme erstmal anonym.

00:43:44: Leider bist natürlich dann so ein YouTuber sage ich mal keine Ahnung.

00:43:48: ich kenne hier alle nicht so richtig aber so Laser Luca oder so ja Da halte ich halt meine Fresse in die Kamera und dann... Ja klar, ist halt vorbei mit der Anonymität.

00:43:55: Aber die wollen es ja auch!

00:43:57: Aber den meisten Angebote bei denen man sowas angucken kann, das hat jetzt mit zur Tiere nichts mehr so groß zu tun.

00:44:05: Ah, aber ... Die tatsächliche physische Figur also beziehungsweise die Puppe, die hat ja einen entscheidenden Vorteil.

00:44:12: Und zwar die unmittelbare Präsenz.

00:44:14: Also gut?

00:44:14: In einer Welt, die halt immer korrekter wird, wird sowas dann ja auch mal vielleicht auch erfrischend und befreiend.

00:44:22: Und auch simpel wahrgenommen, also das ist jetzt eine Erfahrung die ich mache.

00:44:25: wenn man dann tatsächlich mal damals in der Marotte so was wie siebzehn Blondenschafe rettig gespielt haben.

00:44:30: Also wo wir auch erwachsene Themen eingebaut haben dass eben zum Beispiel der Teufel hat kein Bock mehr seit vierhundert Jahren ein Stück siebzen Blondenschaf für retti zu spielen immer das gleiche und er kriegt immer die Hucke voll und will alles nicht mehr und verkleidet sich als Psychologe und dichtet quasi allen Also der Hexe, den Polizisten und Krokodil.

00:44:50: Und da krähtel allen ein Problem an.

00:44:52: Er sagt ja Probleme Leute!

00:44:54: Eine Probleme müsst ihr lösen... ...und es geht nicht mit diesem blöden Kasper.

00:44:57: Und dann kriegt das alles irgendwie nicht mit.. ..und will sein Stiefel durchspielen.... ...und wird die ganze Zeit diese siebzehn Blöde scharfig rettig spielen... ....und auf einmal macht aber keiner mehr mit.

00:45:05: Und darauf fühlen sich natürlich Erwachsene auch sehr abgeholt.

00:45:09: Versteh ich?

00:45:12: Ja, es bietet eben auch wie beiden Kindern.

00:45:13: dann für Erwachsener echte Interaktionen keine... Algorithmen und Bildschirmwarning.

00:45:20: Ja,

00:45:21: wie im Kino zählt aber auch hier das Gesamt des Gemeinschaftserlebnis.

00:45:25: Miteinander in einem Raum sein, zusammen lachen, zusammen weinen... Und so verbindet es Theater jetzt egal ob Puppenspiel oder Schauspiel alle Altersklassen.

00:45:33: Alle Kulturen die zum Beispiel im Humor oft so viel ähnlicher sind als man denkt.

00:45:39: Das ist krass!

00:45:40: So kann Theater finde ich auch was, was Kino bei allem bombast doch nicht kann oder nicht so oft schafft.

00:45:48: damals mal, ganz will ich das nämlich nicht abstreiten.

00:45:51: Aber dass fremde Menschen am Ende als Familie ja also ein Anführungszeichen oder zumindest als zusammengehörende Gruppe nach Hause gehen, das habe ich im Kino selten erlebt.

00:46:01: es gibt schon auch

00:46:03: Ja, aber es ist ja wenig.

00:46:06: Klar ist natürlich einfacher wenn man weiß mal geht jetzt den nächsten Star Wars Film im nächsten Star Trek oder so oder in dem nächsten Herr der Ringe dann hast du da schonmal eine Fan-Gemeinde.

00:46:13: Deine Community.

00:46:14: Genau

00:46:15: das ist natürlich was anderes.

00:46:16: aber zum Gesamterlebnis.

00:46:18: ich weiß z.B damals als wir haben zwölf Jahre Krimi die lang gemacht und das war total krass die sind hinterher sind die weil wir halt auch geguckt haben dass nicht immer nur bekannte Leute an einem Tisch sitzen und ein Tisch war immer ein Team.

00:46:31: Das heißt, du musst es dich mit denen irgendwie auseinandersetzen.

00:46:34: Das war ja immer total schön weil da sind bestimmt ein zwei Freundschaften entstanden.

00:46:39: oder auch bei meinen Edlinger sagen ich merk so richtig am Anfang das sind immer so fünf sechzig Personen ungefähr und die kennen sich natürlich in erster Linie alle nicht.

00:46:47: Und dann laufen sie mit mir durch.

00:46:49: Edlingen haben gemeinsam Spaß und du merkst so, jetzt fangen sie sich an zu unterhalten.

00:46:54: Weil der Dittrich gerade umbaut und so kommt auf einmal Leute ins Gespräch und das hast dem Kino nicht weil im Kino hast du zwar schon eine Art Gemeinschaftserlebnis aber es ist im Dunkeln und jeder bleibt trotzdem für sich.

00:47:03: Und ne Puppe kann natürlich auch Hemmungen abbauen.

00:47:07: oder man kann was ich besonders stark gemerkt habe bei unserer Satire erst wieder da also diese Hitler-Parodiene von Timur Fermisch Da ist es schon auch so dass zum Beispiel dieses Stück im Schauspiel nicht so gut funktioniert.

00:47:26: Also der Film ist eine Sache für sich, den finde ich jetzt auch nicht so tolle.

00:47:30: aber es gibt auch Theateraufführungen die dann nicht so Gut funktioniert haben außer in Stuttgart meine ich weil da wurde Hitler von einer Frau gespielt damals das hat gute Kritiken bekommen.

00:47:42: und tatsächlich unsere Inszenierung Weil durch die Puppe hast du einen anderen Abstand Also da steht es nicht einer, der sich als Hitler verkleidet hat.

00:47:50: Sondern er ist diese Puppe.

00:47:52: Und dadurch ist das so ein Comic Relief und das nimmst du irgendwie besser an... ...und kannst dich davon besser abgrenzen, als wenn er jetzt wirklich leibhaftiger Mensch steht?

00:48:02: Ja klar logisch!

00:48:03: Ja okay macht doch Sinn.

00:48:04: ja weil du identifizierst halt dann doch logischerweise als Mensch eher den Menschen in dem Moment wie die Figur.

00:48:10: Richtig

00:48:10: richtig.

00:48:11: Und so hast du einfach so einen Abstand und uns wird alles ein bisschen verfremdet und damit komme ich auch mit so schweren Themen besser klaren.

00:48:18: Und das hilft ja dann wahrscheinlich auch für die gesamte Traumaturgie besser, oder?

00:48:22: Wenn du dann die Figur hast...

00:48:24: Ja klar!

00:48:24: Also in der Traumaturgie erfüllt da Casper, also genau wie danach halt einfach, ja wie ich schon sagte,

00:48:29: diese Relief.

00:48:33: Also wenn die Handlung zu ernst oder zu bedrohlich wird, zum Beispiel im Kindertheater, das Kokodil und der Teufel tauchen auf, dann bricht da Caspar die Angst meist durch den Lachen.

00:48:45: Er macht ein Witz oder verhaut es eben, legt das Krokodil rein und räubert durch irgendeine List.

00:48:51: Die Möglichkeit ist auch so lustig, dass alle Kinder hinterlachen.

00:48:55: Man könnte sagen, der Kasper ist da nah, der einen Königspalast, den man früher gearbeitet hat, verlassen hat um auf dem Marktplatz mit den Leuten zu lachen.

00:49:06: Ja klar.

00:49:08: Aber jetzt wird es mich natürlich interessieren, wer schwebt dieses Bild noch mal von einem Clown mit?

00:49:13: Gibt's da eine Abgrenzung für dich?

00:49:17: Zwischen

00:49:18: Nahrung

00:49:19: oder Clown?

00:49:20: Weil das würde mir ähnlich auf dieser Gaul-Clown so.

00:49:24: Das

00:49:24: hat schon seine Verbindung definitiv.

00:49:27: Die haben viel gemeinsam und der Clown ist ja... Ich kenne mich jetzt bei Clownery nicht so toll aus.

00:49:31: Wir hatten auch in der Hochschule mal das Thema Clownary Bei einer ganz tollen Dozentin bei der Mina Tinaburi, da haben wir viele gelernt.

00:49:42: Das war ein sehr langer Workshop damals.

00:49:44: Der ging über einen Monat oder fast zwei Monate.

00:49:47: Da ging es erst mal los mit neutraler Maske also einfach nur eine weiße Maske und dann nur noch darum dass man die Elemente fühlen sollte.

00:49:57: Am Anfang haben uns alle sehr unwohl gefühlt das weiß ich noch weil auch von ihr nie ein Feedback haben.

00:50:03: Das war echt schwierig und wir waren am Ende, waren wir alles so sauer weil die nie was gesagt hat, sie hat immer noch gesagt ihr merkt es irgendwann selbst.

00:50:10: Haben wir auch.

00:50:11: Okay krass!

00:50:12: Aber das war richtig schwierig.

00:50:14: War schrecklich aber das war hinterher wie einer Haare lieb.

00:50:17: Einen der besten Workshops ich je gemacht habe.

00:50:20: Also gut, aber was kann ich zum Clown sagen?

00:50:22: Der Clown ist ja ein Exzentriker also danach findet er eher Der ist ja kopflastig.

00:50:30: Und der Kasper, der agiert aus dem Bauch raus und beim Clown, dem seiner Heimat, würde ich mal sagen, ist so eher das Scheitern.

00:50:39: Stimmt er!

00:50:41: Man kann es glaube ich so beschreiben, dass danach halt klüger als ein Umfeld.

00:50:47: Der Kasper da ist flinker als ein umfeld.

00:50:49: aber der Clown... ...der ist oft zumindest scheinbar dümmern oder ungeschickter, aber genau darauf zieht er seine Macht.

00:50:56: Wenn wir mal so einen Zirkusclown denken Ist ja immer irgendwas total Ungeschicktes oder was dann so ganz plötzlich passiert, aber am Ende spricht es für ihn.

00:51:04: Ja, am Ende kommt er immer gut aus dem Haus.

00:51:07: So war auch Charlie Chaplin.

00:51:08: Richtig!

00:51:09: Dann gibt's noch den Antiklauen, das sind sogenannte Buffone.

00:51:13: Das sind so richtig böse Artige.

00:51:15: Die sind auch sehr geil, aber das muss man können.

00:51:17: Der Klauen hat seine Wurzeln, meine ich, in der Comedy-Adelarte entwickelt sich dann eher weiter zum Umfeld des Grasbos.

00:51:27: Wie der Kasper stammt, der Clown eher aus dieser tölpelhaften Dienervigur.

00:51:32: Und der Zirkusclown das war ja so von einer Entstehung her schätzt sich jetzt mal also achtzehn bis neunzehntes Jahrhundert.

00:51:38: Während der Kaspar auf der Bühnen blieb eroberte der Cloun dann halt die Manege und hier muss er halt auch ohne Sprache funktionieren weil je nachdem ist die Akustik in so einem Zelt ähnlich gut und wenn da ein paar Leute hocken dann wird es immer schwieriger.

00:51:52: Das heißt er musste natürlich alles sehr körperlich machen und sehr visualisiert arbeiten.

00:51:57: Ein entscheidender Unterschied zum Casper ist vielleicht auch die Hierarchie.

00:52:02: Also innerhalb der Clownstramaturgie gibt es fast immer ein festes Duo, dass das Verhältnis von Macht und Ohnmacht spiegelt.

00:52:10: Da gibts den weißen Clown.

00:52:14: Das ist so ein Nachfahrer des Alekino, also des Hallekins oder des Hofnahren.

00:52:19: Also autoritär schlau... Ernst und repräsentiert schon auch trotzdem so eine gewisse Ordnung.

00:52:24: Und der dumme August, das ist dann die zweite Abteilung.

00:52:27: Das ist eben den, den wir mehr so... Der

00:52:28: Zirkusklauen sozusagen

00:52:29: immer kennen.

00:52:30: Genau.

00:52:30: Also der Meistraun gibt es ja auch im Zirkust aber nicht so oft?

00:52:34: Nee!

00:52:34: Und wenn, dann ist er dort auch eher ein bisschen also nicht ganz dümmlich.

00:52:38: Ja, und eher so eine tragische Stimmung

00:52:40: halt.

00:52:40: Ja genau, sehr tragisch.

00:52:41: Das erinnert mich auch oft an diese Pantomime

00:52:43: Die

00:52:44: sind ja auch so ganz weiss

00:52:45: und schlicht.

00:52:46: Genau, genau!

00:52:48: Und der dumme August ist halt eben so der manigische Klau.

00:52:50: Der bunte,

00:52:50: der heilige...

00:52:51: Unkaotisch, Scheißerteile.

00:52:53: Irgendwas

00:52:53: passiert immer.

00:52:55: Trotz der Unterschiede gibt es eine rote Linie vom mittelalterlichen Nachhinein über den Kaspar und das ist und bleibt am Ende die Archive.

00:53:03: Das haben sie alle miteinander gemeinsam.

00:53:06: Ich würde mal gerne noch mit dir eine Schleife drehen.

00:53:07: Zwar hast du ja vorhin diesen Swezzel erwähnt, ne?

00:53:10: Swezzel hieß das Blättchen, wo ich kurz gesagt habe es legt man sich in den Mund oder das sind ja so Pfeifgeräusche.

00:53:15: Ich glaube, dass gibt's sogar zu kaufen um so Vogeln zwitschern zu imitieren, was eigentlich nie funktioniert aber es gibt es halt auf jeden Fall.

00:53:22: Vielleicht kennt ihr das, leckt man dann so rein und soll man anscheinend irgendwelche Vögel imitierten können oder anlocken können sogar.

00:53:28: Nehmen wir uns doch mal mit!

00:53:29: Was ist das?

00:53:31: Das ist eine Graumenpfeife oder man nennts auch Mundpfeipe.

00:53:35: Das sind zwei kleine Metall- oder.

00:53:38: früher waren es auch Elfenbeinplättchen, zwischen denen dann ein Stoffband war.

00:53:42: Oder heute wird man sagen so eine Frischhaltefolie.

00:53:45: Allofoli?

00:53:46: Nee, allofoli jetzt nicht!

00:53:48: Der Puppenspieler nimmt das Ding in den Mund und presst dann mit der Zunge dieses Plättchen gegen den Gauern.

00:53:56: Und wenn er jetzt spricht oder ausarte, dann vibriert also diese Membranen.

00:54:00: Es gibt ja so Musik jedes Moment, das nennt sich Kasu... Ja

00:54:02: richtig

00:54:03: Das klingt wie so ein kleines Saxophon, das ist genau das gleiche Prinzip.

00:54:06: Du hast einen Fellmembran und durch deine Stimme... also du pust es nicht rein sondern du summst und durch die Vibration wird deinen Summen übertragen und wird dadurch lauter.

00:54:16: und so ist es da eben auch.

00:54:18: Ja, das muss man echt üben.

00:54:20: Ich kann's ein bisschen.

00:54:21: Ich habe eben im Zuge von meinem Sherlock Holmes versucht das an, weil ich da eben auch diese Punch-Szenen spiele.

00:54:26: Habe ich das da auch eingebaut.

00:54:28: aber das ist echt verdammt nicht einfach.

00:54:34: Was so schwer wie die... Weißt du kennst den Nasenflöten?

00:54:37: Ja!

00:54:38: Deshalb hab' ich am Anfang auch nicht kapiert, wie es funktioniert.

00:54:41: Ich dachte ich muss da rein pusten, aber nee, nee.

00:54:43: Ich halte das ja quasi nur unter meine Nasen, der Rest passiert ja eigentlich in meiner Käme.

00:54:47: Ja genau!

00:54:47: Durch den Ton und dann des Vibrieren und dann die Luft...

00:54:50: Oder Maultrommel?

00:54:51: Ich hätte mir da fast mal mit diesem Scheiß Metalldeckenzahl ausgehauen.

00:54:57: Ja nun bei dem Special muss halt aufpassen dass ich nicht verschlüpft

00:55:00: bin.

00:55:00: Naja eben!

00:55:01: Aber die Legende besagt ja so die richtigen Hardcore-Puppenspieler also gerade die Englischen haben es einen ganzen Tag drin Was?

00:55:09: Damit es auch nicht austrocknet.

00:55:10: Und dann ist das halt immer an der gleichen Stelle ... Die essen da mit, die trinken damit und ... Boah!

00:55:15: Ja, dann verstehe ich mir das vor meinem Essen.

00:55:17: Dann schiebe ich das irgendwie in die Backe oder so wahrscheinlich.

00:55:19: Das stucke ich ja mit runter.

00:55:23: Ja, und dann würde ich auch noch mal gerne ein anderes Instrument mit dir reingucken.

00:55:26: Und zwar hast du vorhin ja schon erwähnt, ne?

00:55:27: Der Casper haut ja manchmal aus seinen Gegnern bisschen auf den Kopf Da spricht man ja von der Pritsche.

00:55:33: Ja?

00:55:33: Was hat's damit auf sich?

00:55:34: Das

00:55:34: is' ein Prügel als bei dem der Casper eben seine Gegner, wie du schon sagst auf die Fresse oder auf den Kopf.

00:55:41: Aber das ist kein einfacher Stock, sondern es sind zwei- oder drei Holzplatten, die eigentlich nur unten am Griff miteinander verbunden sind.

00:55:49: Also du hast dann diese drei Platten, also das Hauptteil ist das in der Mitte und da hast du links und rechts nochmal zwei und die werden unten zusammen... also da wo der Griff ist, da werden sie dann zusammengenagelt oder ganze Klebe, noch so immer.

00:56:00: Und wenn du dann quasi auf dem Kopf oder irgendwo drauf haust klatscht es natürlich.

00:56:05: Ja, okay.

00:56:06: So

00:56:06: ist das eigentlich und da steht dieser Klatsch-Turm und dann ... Ist richtig laut!

00:56:12: Bei siebzehn Blunt und Schafi Rettig haben wir noch ein bisschen verstärkt.

00:56:14: Da haben wir nämlich nicht nur diese Pritsche gab's sondern auch in dem Moment wenn der Krasparmeter Pritscher zum Beispiel auf den Teufel drauf haut, gab's unten noch...

00:56:22: Ein Bass drum oder wie?

00:56:24: Wie beim Schlagzeug.

00:56:25: Also einfach einen Fußdruck

00:56:27: rein

00:56:27: und da hat man so alte Deckel und so drauf gemacht.

00:56:29: Und dann habe

00:56:31: ich gleichzeitig mit einem Pitschen schlagt und mit dem Fuß drauf getreten, da war das so laut dass die Leute in der ersten Reihe einmal so hochkühlt sind.

00:56:38: Da

00:56:39: waren sie alle wieder weg!

00:56:42: Genau, haben sowohl die Pritsche als auch die Svessel, die wurden dann eben irgendwann auch aus der Kasparbude.

00:56:48: wie ich schon sagte also ab dem Moment wo dann der Kasper für die Kinder kompatibel gemacht werden musste war dann vorbei.

00:56:54: und ja so eine Svessel, die klingt dann auch wild gruselig, das wollten sie dann auch nicht haben.

00:57:00: Und

00:57:01: bei der Brigitte ist es nur beim Thema Gewalt.

00:57:06: Aber in England, also da gibt's ja immer noch so Punch-and-Judy Shows ganz viel lustigerweise an Stränden oder auf Marktplatz sowie früher, dann gehen die Puppenspieler mit ihrer meist tragbaren Handpuppenbühne auf den Strand und dann Spielhüter.

00:57:21: Da haben alle noch dieses Wessel im Mund.

00:57:25: Weißt du was?

00:57:25: Wir gucken mal... Ob wir irgendwo so ein Geräusch finden?

00:57:31: Warte mal, wir gucken

00:57:31: mal.

00:57:33: Da guck ich auf YouTube und hab hier was gefunden.

00:57:35: Rot Burnets Punch and Judy Show.

00:57:37: Das klingt tatsächlich eher wie eine Entenpfeife ... Aber es ist trotzdem das Wessel.

00:57:50: Da hat Punch gerade sein Baby in der Hand und versucht es zu beruhigen, weil's

00:57:55: gerade gemeint hat.

00:58:05: Krass!

00:58:05: Es hört sich aber eher an wirklich wie eine entenpfife.

00:58:09: Habt ihr mir jetzt viel mehr als schrilles helles Pfeifen vorgestellt oder so?

00:58:13: Genau, hier habe ich noch eines gefunden.

00:58:14: Auch Branchen-Judy.

00:58:16: Also das ist mir schon ganz oft aufgefallen.

00:58:18: Ich hab es auch leider noch nie live gesehen also von England.

00:58:20: jetzt da machen sich so die Puppenspieler sogar keine Mühe irgendwelche Stimmen zu verstellen oder so.

00:58:25: Als man hört jetzt quasi... Es müsste Judy sein, also die Kräte, die sich gerade mit Panche streitet.

00:58:33: Klingt halt wie der Puppenspieler.

00:58:47: Könnte auch Donald Duck sein!

00:58:48: Aber echt?

00:58:48: Ein Streit zwischen Donald Duck und Karl-Ardnöwe?

00:58:53: Okay, verrückt.

00:58:54: Also das habe ich mir jetzt wirklich akustisch komplett anders vorgestellt.

00:58:57: Und damals war es so... also da gab's eben den Puppenspieler, das war der Professor oder Principal, also der Theaterchef und dann gab's aber immer noch einen Bottler, also das kommt nicht vom Butler, sondern ein Bottler heißt deswegen so weil er immer eine Flasche dabei hatte und ging dann eben durchs Publikum und hat da Geld eingesammelt.

00:59:21: Okay, deswegen Bottler.

00:59:22: Und der hat aber Musik gemacht zum Beispiel nebenbei und es gab ganz rüber auch im Mittelalter schon immer noch oder ganz oft ein Tier dazu.

00:59:31: Meist Katzen.

00:59:33: Und

00:59:33: ich saß dann mitten auf der Bühne als ob das Spieler ist so drauf und dann saßen wir da stark oder konnten auch irgendwie einen Kunststück zeigen oder so.

00:59:40: Stark!

00:59:40: Hey, aber ich würde sagen haben wir doch jetzt auch mal einen schönen Ausflug gemacht oder hier rund um die lustige Figur?

00:59:45: Ja... Ich bin erstaunt dass ich noch so viel wusste.

00:59:48: Herr Siste Ich hoffe, ich habe kein Mist erzählt.

00:59:50: Wenn ich doch ein Mist erzählt habe und da draußen in den Fachleute dann dürft ihr euch bitte gerne beschweren und dann können wir ja eine Folge machen.

00:59:57: Da können wir euch einfach einladen würde ich sagen!

00:59:59: Dann könnt Ihr ja mit Ulzer drüber quatschen.

01:00:01: Dann könnt ihr mit uns schimpfen und wie gesagt es ist nur ein Anreißen dieser Themen.

01:00:06: Wir können das nicht zugenommen werden.

01:00:07: Wir könnten das immer mal wieder einstreuen aber wir wollen Euch auch nicht... zu der Belangweile.

01:00:12: Nein, und ich glaube jetzt haben wir ja auch noch schöne Anschlüssthemen dann auch thematisch wo es ja eigentlich aus ein bisschen nochmal mit der Lustigen wie logischerweise weitergeht also ein bisschen gut.

01:00:20: Es geht ganz schön in dem Thema weiter

01:00:22: richtig und zwar eben als nächstes tatsächlich mit dem hohen Schanner Kasper, also Max Jakob und wie sich da der deutsche Kasper zu dem entwickelt hat den wir heute so kennen zum hohen Schenner Popenspiel fest.

01:00:33: Genau, also von dem her bleiben wir ja schon auch noch mal weiter beim Thema.

01:00:37: Und das kommt auch mittlerweile früher raus weil es ist so dass wir hatten eigentlich für heute einen Gast der dann wegen dem haben wir ja verschoben und da musste uns leider kurzfristig absagen.

01:00:47: die begrüßern dieser stelle.

01:00:48: wir können gut verstehen aber jetzt habe ich

01:00:53: Ich finde, du hast es sehr gut

01:00:54: gemacht.

01:00:55: Ja danke ich bemühe mich und habe gehofft dass da noch ein bisschen was hängen blieben ist aus meinem Studium.

01:00:59: Ich hab ja mal studiert.

01:01:01: Genau deswegen reden wir beim nächsten Mal eben über Max Jakob über den Hundsteller Caspern.

01:01:06: auch da werden wir sogar mehrere Gäste

01:01:09: haben.

01:01:10: Und dann die Folge wollen wir ein bisschen früher rausbringen.

01:01:14: das war jetzt nicht immer so.

01:01:15: im Turnuswechsel sind das heißt Ihr müsst jetzt vielleicht nur zwei Wochen

01:01:19: warten.

01:01:19: Ja, seht's uns nach.

01:01:20: wie gesagt!

01:01:21: Wir haben es ja ein bisschen anders geplant und jetzt haben wir es dann noch gekonnt.

01:01:23: Improvisiert gelöst für euch und von dem her vielen Dank würde ich sagen.

01:01:27: oder an der Stelle fürs Einschalten bei uns hier bei der lustigen Figur und du hast noch was hier zum

01:01:31: Abschluss.

01:01:32: Kommen wir lassen einen Punch nochmal kurz klatschen.

01:01:47: In diesem Szene?

01:01:48: Cup of tea ist auch eine gute Idee.

01:01:49: Cup

01:01:49: of Tea ist gut, das machen wir jetzt bis dahin ciao!

01:02:02: Das war's,

01:02:03: das war es.

01:02:06: Jetzt ist Schluss!

01:02:08: Mit fiesem Adenten und

01:02:13: Schalten

01:02:14: Sie auch der Nächste Mal bitte wieder ein

01:02:18: unbedingt Unbedingt Tschüssi Koski.

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