Lasst uns über PT reden – Wenn es weh tut, ist es richtig!

Shownotes

Wir sind in Berlin – und tauchen diesmal richtig tief ein in das Handwerk hinter der Leichtigkeit: Puppenführungstechnik (PT). Gemeinsam mit Regina Menzel sprechen wir darüber, warum Puppenspiel körperlich ist, warum Training dazugehört – und was es braucht, damit eine Puppe wirklich „lebt“.

Willkommen bei FIESEMADÄNDE On Air – heute aus Berlin und mit einem Thema, das nach außen oft so leicht aussieht, innen aber ganz schön in die Arme, Schultern und den Kopf geht: Puppenführungstechnik, bei Carsten im Studium liebevoll-abgekürzt als PT. Und ja: Wer bei PT sofort an „Personal Training“ denkt, liegt gar nicht so falsch, denn genau darum geht’s auch. Körper, Haltung, Ausdauer, Präzision. Und manchmal eben auch: Muskelkater.

Carsten und Adrian treffen Regina Menzel – eine echte Koryphäe, die Generationen von SpielerInnen geprägt hat. Carsten bringt’s gleich auf den Punkt: PT hat ihn als Spieler „gemacht“ und wenn er heute Workshops gibt, denkt er mehrfach an das, was er bei Regina gelernt hat. Dazu kommt der typische Einstieg, den vermutlich alle kennen, die jemals eine Puppe länger als zwei Minuten oben halten mussten: „Arm hoch… und jetzt bleib da.“ Denn Puppenspiel sieht charmant aus, aber hinter dieser Leichtigkeit steckt Training – wie beim Tanz: Handwerk, das sich in den Körper einschreibt.

Regina erzählt, wie sie selbst zum Puppenspiel kam – ganz früh, über eine Freundin und ein Kinderangebot, das damals dafür sorgte, dass man „nicht zu viel auf der Straße“ ist. Daraus wurde bei ihr ein nahtloser Weg: Puppenspiel als Kind, später Studium, viele Jahre praktische Spielzeit und irgendwann der Schritt an die Hochschule, wo sie lange unterrichtet hat. Und genau da wird’s spannend: Sie spricht darüber, wie sehr Puppenspiel von Körperbewusstsein lebt und warum man Dinge trainieren muss, die man als „normaler Mensch“ im Alltag schlicht nicht macht.

Dann geht’s richtig in die Technik rein: Regina erklärt, welche typischen Baustellen am Anfang auftauchen – vor allem Hohlkreuz, hochgezogene Schultern und eine fehlende „Grundhaltung“. Sie beschreibt das Prinzip einer stabilen körperlichen Homebase, aus der heraus man spielt, sich zentriert, wieder Kraft findet und warum das entscheidend ist, wenn man lange spielen will. Dazu kommen Übungen und Routinen, die viele hassen, aber alle brauchen: diese berüchtigten „Käferübungen“, das Halten, das Zittern, das „Kirschen pflücken“ und genau da passt der Folgentitel so gut: Wenn es weh tut, ist es richtig. Nicht im Sinne von „kaputtmachen“, sondern im Sinne von: Der Körper merkt, dass er gerade etwas Neues lernt.

Ein weiterer Ausblick der Folge: Regina arbeitet an einem Buch, das sich bewusst auf die technischen Aspekte konzentriert – wie man Puppen bewegt, wie unterschiedliche Puppenformen funktionieren und wie die Bühnenbedingungen den Kontext liefern (Position von Puppe und Spieler im Raum, Zusammenhänge, Abhängigkeiten). Das Buch soll nicht nur für Studierende sein, sondern für alle, die Puppenspiel besser verstehen wollen: auch für Laiengruppen, Leitungen und RegisseurInnen, die Puppen ins Schauspieltheater integrieren – damit klarer wird, was man von Spielerinnen erwarten kann und was eben nicht „mal schnell nebenbei“ geht.

Kurz gesagt: Diese Folge ist ein liebevoller Reality-Check fürs Puppenspiel – mit viel Humor, viel Körper und viel Respekt fürs Handwerk.

Viel Spaß mit der Folge!

📣 Hinweis: Wer Carsten und seine Kolleg*innen zwischenzeitlich live erleben möchte, schaut am besten in den aktuellen Spielplan des Theater FIESEMADÄNDE im Figurentheater Mottenkäfig in Pforzheim: www.fiesemadaen.de/events

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo.

00:00:02: Hallo.

00:00:04: Äh, Mensch Adrien.

00:00:09: Altes Haus!

00:00:10: Das wollte du schon mal machen oder?

00:00:11: Einfach noch Hallo sagen.

00:00:12: Das wollte

00:00:12: ich schon immer wieder machen und ich hoffe dass einige von euch jetzt den Orstecker ausgenommen haben weil sie gedacht haben fremde Person hat sich angequatscht.

00:00:18: Nein auf jeden Fall hallo hier bei Fiesse Madende.

00:00:20: Und ja wir sind zurück.

00:00:22: Hallo Ja Wir sind zurück und es ist hier in einem sehr heißen Container.

00:00:25: der hatte bis gerade eben noch Lüftung beziehungsweise Air Condition.

00:00:28: aber die muss man jetzt gerade ausmachen damit man uns versteht Denn Adrian wir müssen jetzt langsam los.

00:00:32: hast du die Koffer gepackt?

00:00:33: Äh ja ich muss auch die Schlöpper einpacken tatsächlich und die Zahnbürste

00:00:36: Ich habe einen Kofferschehen lassen.

00:00:39: Ja genau, weil uns treibt es jetzt nach Berlin.

00:00:41: Wir haben ja schon erzählt dass wir da ein paar Gäste jetzt haben auf die wir uns sehr freuen und machen also deswegen auch dieses mal eine kleine Pause von unserem Thema.

00:00:49: Die lustige Figur im Puppentheater, Schrägschriefigurentheater Naja nur so ein bisschen, denn wir hatten's ja schon in der letzten Folge über Max Jakob davon das Handpuppenspiel nicht nur einfach ich halt die Puppe hoch und wacke ein bisschen rum, sondern das Bedarf einiger Arbeit.

00:01:04: Und was wir früher mal gesagt haben, wenn's weh tut ist es richtig.

00:01:07: Das gilt beim Puppenspiel eben leider genau so.

00:01:10: also wenn du denkst aber dann guckt sie richtig zum Beispiel ja und da gibt es eben noch viel mehr Dinge die man beachten muss um eine Handpuppe so zu führen dass er professionell ist.

00:01:17: eben und deswegen dachte mir wir machen einen kleinen Zwischen Break und haben jetzt die Regina Menzel eingeladen und zu der fahren wir direkt nach Berlin.

00:01:26: das heißt ihr müsst nicht in den Autobahn sondern ihr müsst nach U-Bahn

00:01:28: Ganz genau.

00:01:29: Und ich würde sagen, wir beeilen uns weil ja die Regine erwartet sicherlich schon auf uns.

00:01:32: Na dann los geht's!

00:01:33: Also

00:01:33: los geht es einsteigen Abfahrt bis gleich

00:01:36: bis gleich.

00:02:30: Ja hallo hier bei Fiese Madende und er wir sind zurück.

00:02:33: der Popentratsch für Anfänger Hallo Karsten Hallo Adriane

00:02:36: Hi

00:02:37: Hi Wir nehmen ja auch das dürfen wir verraten in Berlin?

00:02:40: Ja

00:02:40: wir sind hier im Theater am

00:02:45: Bergmann Kiez

00:02:46: Und sind da bei unserem Kollegen Daniel Wagner und proben da gerade.

00:02:50: Aber wir sind auch noch aus anderen Gründen da, weil hier habe ich ja mal vor hundert Jahren studiert.

00:02:54: Ja

00:02:55: lange her!

00:02:55: Genau und da wir das Thema Puppe an sich etwas vertiefen wollen haben wir heute eine Gästein bei uns... Wenn sich eine mit Puppen auskennt, dann die.

00:03:05: Auf jeden Fall!

00:03:05: Und zwar hast du sie ja auch live erlebt zu deiner Studiumszeit hier?

00:03:09: Ja, und ich freue mich total dass wir uns jetzt endlich mal wiedersehen nach locker zehn Jahren.

00:03:13: Wir haben uns einmal gesehen auf dem Festival und davor auch schon wieder zehn oder zwanzig Jahre nicht.

00:03:18: Ach, wie schön.

00:03:19: Heißt man sich doch willkommen oder?

00:03:21: Hallo

00:03:21: Regina Menzel!

00:03:22: Hallo!

00:03:25: Ja unglaublich schön dass du unser Gast bist hier bei Fiese Madenon.

00:03:28: Der Karsten hat schon angedeutet wir sind ja jetzt rund um auch die lustige Figur etwas tiefer getaucht.

00:03:34: und zuletzt ja auch wenn ihr hier einschaltet die Hohensteiner Folge.

00:03:38: Regina Du bist ja eine ganz besondere Corrifée.

00:03:40: so viel darf ich schon andeuten an der Hochschule Karsten wo du auch zugange warst.

00:03:45: Nimm uns doch mal mit was hat die Regina dir denn für deinen Schatz?

00:03:48: hast du ihm mitgegeben auf deinem Weg?

00:03:49: Ganz viel Schmerz und Qual.

00:03:51: Okay,

00:03:51: oh

00:03:52: Gott!

00:03:53: Regina lacht

00:03:54: schon.

00:03:54: Ich sag mal so, aller Anfang ist es schwer.

00:04:00: Nein also sie hat uns... Einfach mal zu guten Puppen-Schülern gemacht.

00:04:06: Wir haben bei ihr Puppenführungstechnik gelernt, abkürzen wir bei uns immer PT und haben durch sie das Handwerk gelernt was wir brauchen um auf der Bühne zu bestehen sowie was tun hoffentlich.

00:04:15: Und ich denke immer an Sie!

00:04:17: Und wenn ich selbst Workshops gebe dann schon dreimal

00:04:19: Weil du so viel Schmerz erlitten hast auch

00:04:21: nur deswegen weil ich mich rechnen möchte mit denen auch weiter geht man andere

00:04:24: Menschen

00:04:26: Regina, du bist die Frau dem Menschen Schmerzen zufügt oder wie können wir das verstehen?

00:04:31: Ja.

00:04:31: Die einen sagen

00:04:32: so und die anderen sagen nicht so.

00:04:33: Ich finde es ja auch toll!

00:04:36: Nein eigentlich nicht.

00:04:37: Es ist ja mit der Puppenführung so wie mit allen Dingen alles was du physisch neu anfängst in ungewohnte Bewegungsbereiche kommst.

00:04:46: Das ist herausfordernd.

00:04:49: Also ich kann nur sagen wenn du jetzt hier bis halb mal zwei Minuten dein Arm höher Halt ihn mal so, wenn wir uns unterhalten.

00:04:57: Dann kannst du gucken was da in deinem Schultergürtel

00:05:00: ... Alle die einschalten, ich bleib dran und werde berichten.

00:05:03: Für alle die nicht sehen, Adrian hält gerade den Arm nach

00:05:05: oben?

00:05:06: Ja genau aber eben in einer schönen Höhe.

00:05:09: oder beide sind eigentlich besser, wenn ihr jetzt beide nimmst.

00:05:12: Was

00:05:12: von YMCA

00:05:13: hier macht!

00:05:13: Im

00:05:14: Prinzip ist er ähnlich.

00:05:18: Der Körper will trainiert werden und ich sage gerne pumpen spielen sie sehr charmant und leicht und lustig aus.

00:05:28: Und hinter dieser Leichtigkeit, bleiben wir mal bei Leichtigheit in der Pumpführung, steckt viel Arbeit, da stecken viel Training.

00:05:35: Jeder Tänzer kennt das!

00:05:37: Jede Tänzerin kennt das.

00:05:39: Naja, es ist ein Handwerk und jeder Handwerks-Boot muss lernen werden.

00:05:43: Du lernst natürlich auch in der Puppenführungstechnik Körperstellen kennen und Muskeln kennen und Bewegungsabläufe die du als normaler Mensch nicht machst.

00:05:51: Die müssen antrainiert werden?

00:05:52: Ja, das dauert halt eben.

00:05:53: Oder auch geweckt,

00:05:54: ne?

00:05:54: Die müssen schön geweckt beansprucht.

00:05:58: Vielleicht Regina bevor wir mal konkret diese Technik... Wie

00:06:00: ist das mit den Armen runtergenommen?

00:06:02: Bevor wir in diese Technik reingehen.

00:06:04: Schön, ohne dass

00:06:05: die ganze Stunde die Arme oben sind!

00:06:09: So habe ich das

00:06:10: damals mal gemacht,

00:06:10: haben wir hoch!

00:06:12: Krass!

00:06:12: Also

00:06:13: ein Monat Handpuppen-Kumpentraining da war es zu Bescheid.

00:06:16: Weil PT kenne ich ja als Abkürzung Personal Training.

00:06:19: also eigentlich kommt's

00:06:23: demnach.

00:06:24: Vielleicht bevor man mal konkret in dieser Puppenspieltechnik, die du auch als Dozentin an der Hochschule gelehrt hast rein gehen.

00:06:32: Weiß ich ja von dir, du bist ja selbst auch zuvor natürlich auch passionierte Puppenspielerin gewesen oder Figur- und Spielerin.

00:06:38: Vielleicht für alle die jetzt hier bei unserem Puppentradsch Veranfänger einschalten lieber Regina?

00:06:42: Nimm uns doch mal mit kurz bevor wir quasi an deine Arbeit in die Hochschule gehen!

00:06:46: Wie kamst Du denn zum Puppenspiel?

00:06:47: wie?

00:06:47: Was sah da so dein Weg aus?

00:06:49: was hat dich fasziniert?

00:06:50: Ja genau

00:06:51: Ja genau.

00:06:54: Es war sehr simpel, ich kam mit acht Jahren zum Puppenspiel.

00:06:57: Oh wow!

00:06:57: Ich mache seitdem ich acht Jahre bin Puppenspiel kann ich sagen.

00:07:00: und zwar gab es folgende Situation, ich hatte eine beste Freundin, meine Freundin Heike Und die Mutter von meiner Freundin Haike... Wer kennt

00:07:09: sie nicht

00:07:09: mehr?

00:07:10: ...war darauf bedacht dass die Heike nicht zu viel alleine Zuhause auf der Straße ist sozusagen So hieß das damals.

00:07:18: Die Eltern waren beide berufstätig und die Kinder waren dann zu Hause, also sprich auf der Straße.

00:07:23: Also hat sie sich überlegt im Mutter, das Kind muss was Sinnvolles machen und was Schönes?

00:07:28: Was ist denn für Kinder

00:07:29: schön?".

00:07:30: Und da kamen Sie oft Puppenspiel.

00:07:32: Und zur DDR-Zeiten gab es ein Haus ... Haus der jungen Pioniere German Titof.

00:07:39: Und das war in der Freien Futter Allee da, wo dann tatsächlich die Hochschule auch eingezogen ist.

00:07:45: viele Jahre später.

00:07:46: Also ich war als Kind da und hab da oben in den Räumen also rumgespielt, in denen ich dann später studierende unterrichtet habe.

00:07:53: Das war absolut falsch abgedreht!

00:07:55: Ich bin damals in das Haus rein, dachte ja, war in einer Zeitmaschine.

00:08:00: Jetzt war sie weg zwei Mal die Woche meine beste Freundin.

00:08:03: Zwei Nachmittage die Woche war die weg und das ging nicht.

00:08:07: Gar nicht, dann habe ich gesagt so da gehe ich mit.

00:08:11: Ob sie will oder nicht?

00:08:12: Dann bin ich mit und dann hat mir das so gut gefallen.

00:08:15: meine Freundin ist damit vierzehn Jahren ausgestiegen und meinte sie kann jetzt alles und ich hab weiter gemacht bis ich dann, also bis es da ging, siehzehn, siebzehn war ich.

00:08:26: Und dann gab's schon den Studiengang an der Schauspielschule damals in Schöneweide und da wusste ich, ich studiere Puppenspiel und dann hab' ich mich da beworben.

00:08:37: das ging also ziemlich... Alles ziemlich nahtlos.

00:08:40: Ich musste natürlich erst eine Berufsausbildung machen, mit Abitur habe ich gemacht.

00:08:44: also damals musste man entweder oder beides.

00:08:47: Also man muss sowas haben falls man nicht mehr in der Lage ist den künstlerischen Beruf auszuführen.

00:08:51: Bei

00:08:52: mir auch, ich hatte ja auch kein Abi Und hab dann eine Berufsausbildung gemacht und dann konnte ich studieren.

00:08:55: Ja, genau!

00:08:57: Dann habe ich mich da beworben, dann bin ich da angekommen, dann hab' ich mich verliebt, verheiratet, ein Kind gekriegt, dann sind wir nach Neubrandenburg.

00:09:05: Also ich hab dann zwanzig Jahre ungefähr aktiv gespielt und dann kam kurz vor der Wende die Frage an mich von der Hochschule ob ich nicht mal... Pumptechnik machen könnte, weil die Person, die das gegeben hatte bis dato ist ausgeschieden und jetzt suchten die jemanden.

00:09:25: Na ja doch, dich kannst du ja mal machen!

00:09:27: Also bin da auch wie die Maria zum Kinder so ein bisschen zu dem Fach gekommen und mein Vorteil war dass ich mich schon immer dafür interessiert habe, wie das alles miteinander funktioniert.

00:09:41: Der menschliche Körper der Puppenkörper die Gedanken also wieder alles auseinander verzahnt und hab irgendwie schon immer die Schönheit der Technik erkannt und gehegt und gepflegt.

00:09:53: Und dann bin ich wie gesagt an die Hochschule nach zwanzig Jahren Arbeit praktischer Arbeit als Spielerin da war ich dann auch für zwei Jahre und da bin jetzt vor zwei Jahren ausgeschieden

00:10:05: Einfach

00:10:05: so.

00:10:05: Ich bin einfach gegangen, ich habe einfach meine Tasche

00:10:08: genommen und gesagt so... Das war's?

00:10:10: Das

00:10:10: war

00:10:11: es jetzt.

00:10:11: Tschüss!

00:10:12: Doch, ich hatte Schiss gemacht.

00:10:13: Und dann ging.

00:10:14: Dann hat mich nicht mehr umgedreht.

00:10:16: Ja also du hast ja wirklich eine Ära da geprägt, so kann man das schon sagen.

00:10:21: Wie lange warst Du denn insgesamt, Trizentin?

00:10:23: Na, ca.

00:10:23: twenty-fünf Jahre.

00:10:24: Fünfundzwanzig Jahre, ja hey also ne, dass ist natürlich auch eine Zeit wo du wahrscheinlich auch, das würde mich jetzt auch interessieren, hast du da einen Wandel erlebt vielleicht auch gerade, ja du nix schon in der Zeit wo du jetzt begonnen hast zum Beispiel an der Hochschule, was war dir da so aufgefallen?

00:10:39: Was hat sich wie verändert.

00:10:40: Ach

00:10:41: es wird... Es gab ein Wandel.

00:10:44: Unter zwei Aspekten konnte man das sehen.

00:10:45: Einmal war ich natürlich jünger, man war leichter und unbedarfter.

00:10:49: Man ist viel spielerischer mit allem umgegangen.

00:10:53: Das war das.

00:10:54: Dann war das alles neu.

00:10:55: Und dann war es aber auch eine Zeit.

00:10:59: Die Puppenbande waren immer ... Das waren Menschen außerhalb der Norm.

00:11:05: Und das mache ich ganz positiv.

00:11:07: Die haben ihr Ding gemacht, die haben auch in keine Schublade gepasst in dem Sinne.

00:11:11: Also nicht nur in dem Sinn, sondern überhaupt nicht!

00:11:14: Weil wenn wir da Studierende hatten, also konnten unterschiedlicher nicht sein.

00:11:20: Auch in der Herangehensweise ihrer künstlerischen Arbeit und ihrem Blick darauf... Damals war es kleiner Es war auch alles ein bisschen unbürokratischer, es war heutzutage an der Schauspielschule und dafür können die nicht.

00:11:40: Das sind Bestimmungen!

00:11:41: Da gibt's Bestimmung!

00:11:42: Da darfst du nicht mal mehr sozusagen... Ich übertreibe jetzt selber einen Nagel in die Leiste schlagen, da musst du jemanden von der Technik holen, weil wenn ihr dir auf den Daumenhaus bist, dann ist das nicht versichert.

00:11:51: Also alle so Zeug.

00:11:53: Und sehr, sehr bürokratesch.

00:11:57: Das ist ja auch klar, je mehr da sind, desto schwieriger wird das in der Organisation.

00:12:02: Du bist nicht mehr so spontan.

00:12:04: Früher war das spontaner.

00:12:05: wir sind in die Probebühnen gegangen Wir haben auf den Scheiß auf die Bühne gehauen und haben gesagt jetzt geht's los Jetzt, dann in den letzten Jahren als ich da war... Ich bin fast verrückt geworden.

00:12:16: Ich sage mal Leute, ich kann noch das Sehnt-Studium nicht vorherplanen.

00:12:20: Das soll doch eine Entwicklung werden also mit den Studierenden zusammen und da musst du es so plötzlich planen weil Du musst es bestellen!

00:12:27: Du musst das Licht bestellen.

00:12:30: War das im Zuge jetzt das Neungebäudes?

00:12:33: Ja,

00:12:33: das war am Zuge des neuen Gebäudes.

00:12:35: Es war in der Frankfurter Allee ja noch anders.

00:12:37: Das war auch nicht schön.

00:12:39: Da konnte jeder da rein.

00:12:41: Das hat auch keiner gepflegt, also das sind ja Werte die dann da hin und her verschoben wurden.

00:12:47: Aber

00:12:47: wir hatten eine tolle Putzraue damals?

00:12:48: Ja, das stimmt!

00:12:50: Die war toll und die haben uns dann einmal eingeladen zu unserer Premiere von Leiser auch vor Schrecken.

00:12:53: Und die war vorher noch nie im Figur und der Adat hat zwar jeden Tag geputzt aber sie hatten noch nie was gesehen.

00:12:58: Da haben wir so eingeladen zur Vorprämiere und da kam die richtig schön im Anzug und so und also im Kleidchen.

00:13:03: Warst ihr schon in der Frankfurter Allee mit?

00:13:05: Wir haben gerade den Wechsel mitbekommen von Ostkreuz...

00:13:07: Alles klar!

00:13:08: ...zu Fabrik

00:13:09: und dann die letzten zwei Jahre noch.

00:13:12: Aber das heißt aber, Regina.

00:13:14: Das höre ich ein bisschen raus, dass dir so auch diese künstlerische Freiheit oder dieser auch zum Schluss ein bisschen gefehlt hat und der Spielraum dafür.

00:13:24: Manchmal hast du dann Sachen bestellt?

00:13:26: Wie hast du gekriegt über Treibchen?

00:13:28: Dann kam die... Da war die Idee schon zwei Wochen verworfen.

00:13:33: Da wollte

00:13:36: es gar nicht mehr.

00:13:37: Also so, war schon durch.

00:13:38: War abgefahren jetzt so.

00:13:40: ein bisschen erzählt habe, eben du bist es gewöhnt.

00:13:42: Du machst halt irgendwas sofort und auf der Stelle, du machst das einfach!

00:13:45: Und dann will ich eben da mit meiner Puppe im Fernsehen, da brauche ich... Da muss ich was sprengen und dann muss dazu das passende Geräusch kommen und dann klappt das aber nie.

00:13:53: Dann gehe ich natürlich zuerst zu den Technikleuten von Drohnen und sage könnt ihr das an der Stelle machen?

00:13:57: Endlich redet man uns ja klar machen.

00:13:59: Und dann kriege ich einen auf dem Deckel, weil nee, nee, das muss erster Produktion sagen die muss es der Redaktion sagen und dann dem Regisseur und der entscheidet dann ob er ja oder nein.

00:14:07: in der Zwischenzeit hast er eigentlich schon keinen Lust mehr.

00:14:08: Ja,

00:14:11: ja.

00:14:11: In der Zwischenzeit

00:14:13: weiß

00:14:15: auch gar nicht

00:14:16: mehr was zu tun.

00:14:16: Was denn?

00:14:17: Wenn es zu lang geht dann natürlich!

00:14:20: Aber Regine jetzt gehen wir mal mit dir in das Thema Puppenspieltechnik weil ich glaube alle die hier einschalten die denken sich jetzt wie ihr war's also das sieht wahrscheinlich immer so locker flocking aus und die wenigsten denken wahrscheinlich oder die jetzt als Anfänger einschalten dass da ja wirklich Techniken dahinter stecken wie man gewisse Figuren spielt.

00:14:35: kannst du uns mal mitnehmen gerade hier als Puppentratsch für Anfängern?

00:14:38: was bedeutet Diese Puppenspieltechnik?

00:14:40: gibt es da verschiedene Formen der Bewegung oder Bewegungsabläufe.

00:14:45: Was hast du da konkret unterrichtet?

00:14:47: Man muss unterscheiden, es gibt einmal das Spiel mit der Puppe und dann gibt sie Technik.

00:14:51: Die Technik ist nicht das Spiel.

00:14:53: Das ist die Grundvoraussetzung um so einen Puppenkörper zu bewegen.

00:14:57: Jetzt steht der Pappenkörper nie für sich alleine, sondern da hängt immer ein Mensch dran.

00:15:02: Der hängt bei unterschiedlichen Puppenarten ... die Handpuppe, die Starpuppe.

00:15:11: Die Ganzkörper-Puppe und die Marionette.

00:15:14: Also vier.

00:15:15: Und diese sind von herangehensweise oder vom Verbindungspunkt zwischen Puppe & Spieler sehr unterschiedlich.

00:15:23: Aus diesen Verbindungspunkten ergeben sich die Übertragungswege ... für die ganzen Impulse, die man an die Puppe gibt.

00:15:31: Weil der Spieler ist ein Leiter und leitet durch sich durch an die Puppe.

00:15:37: Das muss er wissen, verstehen, kennen und physisch verinnerlichen.

00:15:43: Sonst läuft da nichts.

00:15:45: Sonst hast du also so Sachen, das hat man oft mal gerne genommen am Anfang und dann so machen wir die Handpuppe mit der Handpuppe... Das sieht man jetzt nicht ne?

00:15:55: Und dann siehst du richtig wie der Puppenkörper noch so mit dem Spielerkörper identifiziert ist, dass es da keine Trennung gibt, weil so eine Puppe muss im Raum stehen.

00:16:06: Es ist das erste Grundprinzip Boden, Erdanziehung, Schwerkraft.

00:16:11: Also was da wirkt?

00:16:12: Die Illusion musst du erzeugen und dafür gibt es auch also Techniken und das ist eine Übungssache!

00:16:18: Du musst sehr viel üben wie ein Musiker mit seinem Instrument.

00:16:23: Das ist dein Instrument.

00:16:25: die Puppe ist deinen Instrument und du fängst mit dem Instrument was du nimmst.

00:16:29: wenn alles Handpuppen sind dann ist es ne neue Handpappe fängest du wieder bei dreißig Prozent an und muss dann dich wieder hoch arbeiten zu hundert Prozent.

00:16:38: Und es waren also Übungspuppen.

00:16:39: Man kann sich jetzt nicht vorstellen, dass das mit Kaspar und Gretel keine Ahnung war.

00:16:43: Sondern das waren neutrale Puppen meistens weiß auch als weißes Gesicht nur ganz angedeutete Gesichtszüge, weißes Kostüm... ...und dann hast du quasi dieser neutralen Puppe das geübt.

00:16:52: Und vor allem was ich immer total spannend fand, dass man erst sich selbst beobachtet.

00:16:56: oder draußen auf der Straße wie gehen denn Menschen?

00:16:58: Wie starten die in Gang?

00:16:59: Wenn zum Beispiel die Ampel von Rot auf Grün schaltet, wie laufen die los?

00:17:02: Das haben die für einen Impuls, wo sagt man, was für ein Trock!

00:17:07: Wenn ich mich hinsetze, um genau zu gucken.

00:17:09: Okay jetzt macht da rücken das, jetzt macht mein Popo das dann macht er rücken wieder dass Und das dann auf die Puppe versuchen, so gut wie geht.

00:17:16: Eins zu eins zu übertragen.

00:17:17: Da

00:17:17: möchte ich wieder sprechen?

00:17:18: Das ist kein Eins-zu-Eins, keine Eins-zweifel.

00:17:21: Nein, es gibt ja eh nichts.

00:17:22: Das ist schon eine Abstraktion und du guckst immer auf das Wesentliche.

00:17:26: Ich weiß nicht, ob ich's damals schon gesagt habe... Ich sehe

00:17:30: z.B.,

00:17:31: wenn ich Puppen habe, sehe ich immer Bewegungslinien.

00:17:34: Ich sehe mal eine Mittelachse im Körper.

00:17:36: Dann sehe ich, wenn der Körper sich bewegt ... wie sich der Körper von der Mittelachse entfernt und dann sehe ich aber auch diese Bewegungslinien ganz abstrakt immer.

00:17:48: Ich sage also nicht beugen, sondern ich sehe, das macht sowieso einen rechten Winkel oder irgendwie so ja.

00:17:55: Aber

00:17:55: spannend!

00:17:55: Das heißt ja, da gibt es jetzt die Frage, wie realistisch aus eurer Sicht jetzt fachlich müssen dann die Bewegungsabläufe sein damit eine Figur lebendig wirkt?

00:18:04: Gar nicht.

00:18:05: Realistisch müssen sie nicht sein, sie müssen glaubhaft sein!

00:18:08: Sie müssen glaubhaft sein und das hängt wieder damit zusammen dass man mit den Seegewohnheiten der Menschen arbeitet.

00:18:14: Wir haben Seegewohnhalten also wir abstrahlieren ja auch.

00:18:16: Also man nimmt nicht die Bewegungen die man sieht alle auseinander sondern du siehst immer so das große Bild Und das muss der Spieler schnappen.

00:18:25: Das

00:18:25: ist wie auch im Sprechen.

00:18:26: also wenn ich mache gerne viel mit Dialekt und so und Ich muss dafür dem bayerischen Dialekt nicht perfekt können Sondern es muss so klingen zuhörer ein paar Anderspunkte, wo er weiß, ah ja genau.

00:18:35: Und akzeptiert es und all solches.

00:18:37: Das reicht

00:18:38: total aus.

00:18:39: Also quasi das große Ganze im Prinzip muss halt glaubhaft sein, dann will ich das nachvollziehen, der setzt dich hin, der steht auf, der läuft...

00:18:46: also beim Brandner Kasper zum Beispiel, da spreche ich nicht wie in Bayern sondern wie in Bayer, der versucht zwar krachthochdeutschen Sprecken.

00:18:52: So!

00:18:52: Ja

00:18:53: und dadurch klingt's aber so gut, gell?

00:18:56: Okay, verstehe.

00:18:57: Also ist es gar nicht so viel, dass man sagt dieser Perfektionismus in der Bewegung an sich?

00:19:01: Sondern wirklich dieses Video gesagt hast du guckst dir das große Ganze an und ist das stimmig mit dem was wir Menschen kennen aus der Beobachtung?

00:19:08: Genau.

00:19:08: Es braucht immer...es

00:19:09: muss dekungsgleich sein!

00:19:11: Mit den Silberonen halt.

00:19:12: Was nützen die da?

00:19:13: Du hamppelst auf der Bühne rum und machst ja irgendwas im Keinschwein weil es was du da machst.

00:19:17: Ja.

00:19:17: Das braucht diesen Wiedererkennungswert.

00:19:19: Und da arbeitet der Spieler dran und da erzeugt man diese Wiedererkennungswerte.

00:19:25: der erzeugt man mit jeder Puppenart etwas anders.

00:19:28: Also das sind andere Wege, während die Handpuppe ist so direkt da geht alles eins zu eins wirklich von der Hand in den Puppenkörpern.

00:19:35: wenn du dann die Stabpupper hast, da hast du ein Gebilde wo du über Mechaniken die Impulse überträgst.

00:19:41: Da sind die Arme und die haben Stebe unten dran und du musst die Armen über Stebe führen.

00:19:46: Du hast eine Mechanik für den Kopf der obere Teil ist.

00:19:50: Das

00:19:50: Rumpf ist dann auch?

00:19:51: Ja, genau.

00:19:51: Der Rumpff ist

00:19:52: Starre sozusagen aber unten bist du hier wieder für die Beine beweglich und das musst du koordinieren können.

00:19:59: Dann hast Du die Ganzkörperpuppe!

00:20:01: Für mich die Königsdisziplin weil da hängen von ein bis weiß ich nicht wie viele Spieler.

00:20:07: also sagen wir mal so optimal drei aber es kann auch vier sein oder fünf.

00:20:12: also das kommt drauf an das macht richtig Laune.

00:20:15: die dann natürlich.

00:20:16: Es gibt Szenische Absprachen, wenn man probt.

00:20:20: Aber wenn wir trainieren, gibt es keine Absprachung, sondern dann gibt's eine Übung, die sagt so Kinder.

00:20:26: Jeder hat ein S-Verantwortlich für einen Hörerteil an Fuß, Becken und Kopf.

00:20:33: Und ihr kommuniziert jetzt nur über den Pulte oder die Puppe?

00:20:36: Hier wird kein Ton gesagt!

00:20:38: Und es gibt immer ein Element, was die Bewegung anführt.

00:20:41: in den anderen können folgen.

00:20:43: Das finde ich toll!

00:20:44: Vielleicht hau mal das gerade noch zwischen.

00:20:45: Reinig war ja beim Norman Schneider auf der Filmpremiere und da gab's eben so eine Ganzkörperpuppe und der Fährmann also für alle die die Folge eingeschallen haben er hat ihm genau das erzähl.

00:20:55: ich glaube zu tritt saßen sie auch darunter.

00:20:57: einer hat den einen Arm der andere den anderen arm und das war die größte Herausforderung weil Sie haben sich auch nur bei einem kleinen Bildschirm gesehen ihr kaum Luft bekommen dass das aber glaubhaft in dem Fall wieder oder synchron passiert, dass klar ist, dass diese Arme natürlich so realistisch als möglich funktionieren.

00:21:12: Aber jeder hat ein unterschiedliches Körperteil geführt, ja?

00:21:15: Also

00:21:15: unglaublich!

00:21:16: Naja also bei der Puppenart arbeitest du... Du musst für dich das als Spieler das Bewusstsein schaffen, dass du ein Teil eines Ganzen bist.

00:21:24: Das wird richtig philosophisch, diese Form finde ich.

00:21:28: Man sieht es, du bist ein Teil des Ganzen und es ist nicht mehr wichtig wer den Witz raushaut sondern es geht um dieses Ganze.

00:21:37: Du bist ein Teil und du gibst genau an der richtigen Stelle.

00:21:41: Und das schaffst du über Intuition,

00:21:44: ne?

00:21:44: Ja total!

00:21:45: Du

00:21:46: bist und arbeitest im Dienst in der Puppe, das geht um nichts anderes.

00:21:50: Mit Ego ist da nischt?

00:21:51: Nein, generell nicht bei der

00:21:53: Pippe.

00:21:54: Aber da merkt man es ganz toll!

00:21:56: Wenn einer die Führung übernehmen will, dann geht das ganze Ding nach hinten los.

00:22:00: Dann kräscht das.

00:22:01: Und dann gibt's die Marionette, die Übertragungswege über Federn hat.

00:22:06: Da musst du sehr gut mit der Erdanziehung, mit dem Pendel ... Wir arbeiten mit den Gesetzen des Pendels.

00:22:14: Das ist wieder eine ganz hohe Körperdisziplin, weil du baust ja so ein Dach und dann hängt die hier und dann gibst du die Impulse, wie wir auch noch verzögert haben.

00:22:25: Und dann kommen, der muss erst mal den Fahnen langen.

00:22:28: Ja klar!

00:22:28: Das ist auch ne hohe Kunst... Und ich hab dann immer manchmal so, man sieht sie ja kaum noch in der Realität im Alltag.

00:22:37: Aber wir bilden sie eben noch aus damit sie nicht verloren geht und der eine oder andere sich vielleicht doch irgendwann dafür entscheidet sich dieser Puppenart wieder zu widmen.

00:22:48: Also die Aufgabe einer Schule finde ich ist es Wissen zu bewahren auch und Wissen weiterzugeben und nichts vom Plan zu nehmen was im Moment up to date ist.

00:23:00: Aber man kann ja auch mischen, das mache ich ja auch ganz oft beim kleinen Gespänz oder jetzt hier beim kleinen Wassermann da gibt es eine Handpuppe, da gibt's auch eine Marinette in groß und klein und so ist das ja auch immer irgendwie da.

00:23:11: Und da mal für den Zuhörer als wir mit ihr angefangen haben damals zweit die Studienjahr weil vielleicht das aller Erste und ich weiß noch ich muss dir die Hälfte von dem Sitzen verbringen weil du dich noch erinnern kannst?

00:23:21: Weil wir hatten damals bei Herrn Damian Dökel, er hatte Bewegung.

00:23:26: Das war in so einer Sporthalle und da war immer noch Röhnerad.

00:23:29: Der stand da rum und hat mich immer angelacht bei den Kasten.

00:23:32: Stell dich zu mir hinein!

00:23:34: Und dann habe ich das gemacht und hab dann halt verloren.

00:23:37: Oh nein!

00:23:37: Ich bin mit einem

00:23:38: Schienenbein direkt auf eine Röhre drauf... ...und hatte dann eine Mordsbäule am Schienenbein, was dann auch aufgeschitten werden muss am Ende,... ...und konnte dadurch aber nicht mehr stehen.

00:23:46: Dann habe ich alles im Sitzen gemacht und Regina war so nett und hat es einfach mitmachen lassen.

00:23:51: Ich habe sogar eine gute Note bekommen hinterher.

00:23:53: tatsächlich war das auch so, wir haben angefangen wie sie es schon sagte mit dem Pendel ne?

00:23:58: Mit einer Holzkugel erstmal an einem Seil.

00:24:01: Dann irgendwann waren sogar mal Einkaufstüten vor dann geguckt haben.

00:24:04: okay jetzt muss die Pendel und muss genau an der Stelle, an den Punkt auf dem Boden muss die stehen bleiben und sagen exakt still!

00:24:10: Und dann hast du erst das gemacht und dann irgendwann da warst man, da war ins Kegel zwischendurch ja und dann irgendwas kommt dann mal die Puppe.

00:24:17: Aber gut, dass du es jetzt gerade anreißt vielleicht bevor ich mit dir Regina noch weitergehe.

00:24:20: Was war so für dich als du damals studiert hast?

00:24:22: Vielleicht auch in der Puppenspieltechnik die größte Herausforderung?

00:24:26: Marionette!

00:24:27: Und das war so, dass ich erstmal gesagt habe Ich möchte's nie wieder tun.

00:24:34: Hat doch nicht lange gehalten weil dann schon bald unser Fordiplom ungefähr ein dreiviertel Jahr später.

00:24:38: und was haben wir gemacht?

00:24:41: Aber das war, hör mal mit die größte Herausforderung.

00:24:43: Nimmst du das auch wahr Regina?

00:24:45: War das durchweg so der Entgegner?

00:24:48: Ich finde alle Puppenarten sind die größten Herausforderungen.

00:24:51: Es kommt immer darauf an wie natürlich da was man für ein Typ ist welche Konstitution man schonmal mitbringt.

00:25:00: ich finde jede Puppe Art ist auf ihrer Weise herausfordernd.

00:25:04: Karsten hat die Marionette als am herausfordernsten empfunden nicht während meiner Studienzeit Wahrscheinlich, weil du gesessen hast.

00:25:16: Na doch!

00:25:17: Du warst ja da nicht im richtigen Winkel.

00:25:21: Und diese... Da gibt es so Basics und Grundlagen.

00:25:24: Die hab ich mir ja nicht ausgedacht.

00:25:26: Ich habe auch studiert an der Schule.

00:25:29: Und da war dann Peter Waschinski.

00:25:31: Der hat ... Ich kann das alles nicht mehr nachvollziehen.

00:25:34: Ich weiß nicht mehr wie dieses Fach aus der Taufe gehoben wurde.

00:25:38: versucht zu recherchieren, war also kein herausfinden mehr weil viele auch nicht mehr da sind.

00:25:45: Ich weiß nur dass er einen großen Anteil hat das mit aus der Taufe gehoben und die hatten damals eben... Die haben das schon erkannt, dass differenzierte Bewegungen große Qualität im Puppenspieler so machen.

00:25:58: Und dann wurde dieses Fach aus der taufe geholfen und auch etabliert.

00:26:01: Er hatte einen großen großen Anteil.

00:26:03: Er hat es dann nicht mehr gelehrt, also als ich dann studiert habe.

00:26:08: Nicht mehr!

00:26:09: Da waren dann andere wie Gabriele Henel oder Werner Henry hat mal PT gemacht.

00:26:14: Dann kam in der lange Strecke Ulrike Mierau, aber er hat es eben mitentwickeln.

00:26:19: Auch nicht alles!

00:26:20: Aber viele Basics... auch gerade also so Maionette, obwohl ich dann auch mal rausgefunden habe, da waren wir mal für irgendwelche französischen ganz alte Maionettenspieler, die haben auch erstmal mit der Kugel gearbeitet.

00:26:32: Also irgendwoher musste man das ja auch alles holen.

00:26:36: Deshalb kann man eben nicht sagen wer hat's erfunden?

00:26:41: Das kann man so nicht sagen, weil es sehr viele Einflüsse gibt.

00:26:46: Das wird alles dazu benutzt um sich zu sensibilisieren und die Kondition aufzubauen

00:26:53: und so.

00:26:53: Also das sind ja tatsächlich wenn ich dich richtig verstehe eine Ansammlung von verschiedenen Erfahrungen.

00:26:59: auch also wie jeder für sich seine Technik entwickelt der bringt den Einfluss da rein, der andere bringt den einflussen.

00:27:06: letztendlich bildet dass ja eigentlich dem Pool an Techniken die dann vermittelt werden Und

00:27:11: das ist ja nicht nur das, sondern es waren auch Dinge dann zum Beispiel um verkrampfte Körperstellen wieder locker zu machen und so weiter.

00:27:17: Wir haben uns regelmäßig massieren gelernt oder eben auch richtig stehen dass man nicht zu lange im Hohlkreuz ist und solche Sachen.

00:27:24: Was sind denn da so typische Fehler, sage ich nicht gerne.

00:27:27: Aber typische Herausforderungen, die Studierende vielleicht am Anfang haben oder machen?

00:27:31: Das ist schon... also das hohe Kreuz des Berühmte.

00:27:34: Das sind die hochgezogenen Schultern.

00:27:36: Also wenn du nicht weißt wie du ... Ich habe immer vermittelt, wie eine körperliche Grundhaltung des Spielers und die ist ganz wichtig!

00:27:43: Und die musst du wirklich... exerzieren am Anfang.

00:27:46: Die musst du so ins Blut kriegen, dass du nicht mehr darüber nachdenkst.

00:27:50: Wenn du dich hinstellst Becken breit stehst du so und von hier aus gehst du los egal in welche Richtung weil das ist der zentrale Punkt oder der Punkt wo du autist deine Homebase Und hier kannst Du dich entspannen Hier kannst du dich zentrieren hier kannst du Kraft schöpfen und je schneller du das kannst wenn du mal kurz runter darfst Bist du wieder da, dass du länger kannst spielen?

00:28:16: Und frumpumt ist jetzt natürlich

00:28:18: ganz toll für die Zürcher.

00:28:19: Ich

00:28:21: hab's

00:28:21: gerade gemacht!

00:28:22: Du hast die Bewegung gemacht.

00:28:23: Einmal vom Arm der oben steht dann wieder die Zentrierungen zum Rumpf und dann wieder zack hoch.

00:28:29: Also so was...

00:28:30: Was ich immer toll und interessant fand und was ich heute noch sehr gerne einsetze in allen möglichen Lebenslagen im bestimmten Körperbereich hineinatmen um da eben eventuell aufkommenden Schmerz um den zu reduzieren.

00:28:43: Ich merke, jetzt wird der Arm langsamer.

00:28:44: Echt lahm!

00:28:45: Dann wirklich genau dorthin zu atmen und nur da hin... ...und dann wird es lockerer.

00:28:49: Ja und so Dinge lernt man da.

00:28:53: Es

00:28:53: ist ja schon interessant, wie viele Sachen da ja auch parallel eigentlich stattfinden?

00:28:57: Ich meine wahrscheinlich zu achtzig oder neunzig Prozent dann irgendwann wenn man es kann unterbewusst logischerweise was würdet ihr sagen?

00:29:04: oder auch du Karsten aus deiner jetzt spielerischen Erfahrung Wie viel ist dann Intuition weil man's einfach Unterbewusst sozusagen E drin hat?

00:29:11: Und wieviel denkt man noch nach über eine gewisse Technik?

00:29:14: Gut, ich mach den Job jetzt über zwanzig Jahre.

00:29:15: Ich muss da groß gar nicht mehr nachdenken.

00:29:17: Das ist auch das Ziel?

00:29:20: Ja.

00:29:20: Am Anfang stehen alle doch ... Und irgendwann hast du das drin.

00:29:32: Du hast Rhythmus drinnen, du hast die Bewegung im Gefühl... Du machst es damit du's ins Gefühl kriegst.

00:29:37: Du musst das alles ins Körpergefühl kriegen und dann ist es wie bei allem.

00:29:41: Alles was du dann weißt, das rufst du intuitiv ab Darum geht's.

00:29:46: Du rufst es nur noch ab, du denkst nicht drüber nach.

00:29:49: Es ist halt ein Werkzeugkasten, so versteh ich schon der aber unterbewusst einfach da ist.

00:29:54: und dann weißt du jetzt ruf' ich das ab und jenes ab und okay

00:29:56: Das weiß du nicht mal, das machst du einfach.

00:29:58: Also darüber denkst du nicht nach

00:29:59: Und dahin

00:30:01: solls ja auch gehen.

00:30:03: Das ist das völlig Bescheuer des.

00:30:04: Aber ich hab zum Beispiel ewig lang Juju zu uns Judo gemacht also Kampfsport und da macht man auch Flugrolle und sowas alles.

00:30:09: Dann hat man auch zum Beispiel an der Hochschule Acrobatik bei Herrn Beek und haben wir auch gelernt von einer hohen stelle irgendwo runter zu fallen und sich richtig abzurollen.

00:30:18: Und dann ist es irgendwann mal passiert bei mir zuhause, dass ich eine falsche stufe genommen habe, falschen schritt gemacht und bin diese halbe treppe runtergefallen und hab im flug automatisch ohne drüber nachzulegen die flughrolle gemacht und mit unten aufgekommen.

00:30:30: wir tat nix weh nichts und genau so muss funktionieren.

00:30:33: das

00:30:33: ist das innovative was du machen drauf hast.

00:30:36: ja

00:30:37: und was würdet ihr jetzt sagen?

00:30:38: also da will ich jetzt auch nochmal gerne mit euch reingucken weil ich nehme schon war oder widerspricht mir gerne.

00:30:43: bitte Ist das ein bisschen auch eine eigene Handschrift entwickelt, oder?

00:30:47: Im Spiel.

00:30:47: Das ist ja... Ein Handwerk hat nichts mit der künstlerischen Handschrift.

00:30:51: Was hast du erwähnt, ne?

00:30:51: Ja!

00:30:51: Die

00:30:52: künstlersche Handschrift ist so individuell wie es Individuen gibt.

00:30:56: aber die Basics also zu sagen, dass braucht einen Boden, das braucht eine Achse, das bräuchte Kraft, das brauchte Richtung, das braucht Richtungswechsel, was das auch meint, das ist überall dasselbe in welchem Rhythmus, in welchen Tempo, in welche Färbung und in welcher Temperatur du das machst.

00:31:14: Und das ist so vielfältig wie das Leben.

00:31:18: Ja, aber ich finde es wichtig dass wir's auch hier aufmachen als glaube für alle die einschalten.

00:31:22: das gibt dann Unterschied.

00:31:24: also

00:31:25: wenn du länger jetzt so uns angucken würdest, wie wir spielen.

00:31:29: Würdest du das auch merken?

00:31:30: Dann irgendwann wer dahinter steht.

00:31:32: Du erkennst sofort den Jochen Menzel, du erkennt sofort Daniel Wagner, du wirst sofort mich erkennen und du erkannst sofort eine Regina.

00:31:37: Du merkst es einfach!

00:31:39: Also gut hast du's anschrieben.

00:31:40: Wie war's für dich?

00:31:41: Hast du dann Vorbilder gehabt?

00:31:42: oder hast du einfach gemerkt, Carsten, dass ist jetzt mein Stil denn damit fühle ich mich wohl.

00:31:46: So habe ich das entwickelt.

00:31:47: Vielleicht hatte schon Vorbildern.

00:31:49: Ja natürlich hat mich da sehr geprägt auch Regina sowieso.

00:31:53: Das ist dann irgendwann ein Mischmarsch aus ganz vielen

00:31:56: Punkten.

00:31:56: Man muss immer aufpassen, ich bin ja komisch mit den Vorbildern.

00:32:00: Weil das ist ja so neun Monate schon eine ganze Weile... Was hast du für Vorbilder?

00:32:05: Und die inspirieren ja auch!

00:32:06: Die inspirieren aber du darfst nie versuchen sie zu kopieren.

00:32:09: Nee nee, kopieren ist ganz gefährlich weil du schaffst... Du kommst da nie ran

00:32:12: Aber das will ich nicht, du kommst ja nicht ran.

00:32:15: Du bist ja viel zu individuell und einzigartig als dass du etwas kopieren müsstest.

00:32:20: Ja genau

00:32:21: Also das musst du gar nicht.

00:32:22: Also zu denken, du musst so sein oder so spielen wie ein anderer.

00:32:26: Das ist ein völliger Fehlgedanke aus meiner Sicht, der dir auch dein kreativen Hahn zumacht.

00:32:35: Da brissen die ab!

00:32:35: Ich habe z.B.

00:32:36: mal einen Regie gemacht bei der Music Linie I und da habe ich vorher gespielt und hab dann einfach die Regie und bester Freund von mir hat meine Rolle gemacht Und er hat dann vorher das Video gesehen von der vorherigen Vorstellung, wo ich noch gespielt habe und hat dann immer irgendwie krampfhaft versucht mich nachzumachen.

00:32:51: Ich hab gesagt, hör auf damit!

00:32:52: Du musst einen Weg selber

00:32:53: finden.".

00:32:54: Das hat er und dann war das super.

00:32:55: Ja spannend also ich finde es auch interessant jetzt.

00:32:58: Ich bin ja hier jederlei in der Runde.

00:32:59: deswegen frage ich immer so neugierig nach was kann man denn auch ein Unterschied machen?

00:33:04: Ich denke ihr seht es sowieso dass sie inzwischen sagt ja das macht für mich vielleicht auch von der Technik her ein Unterschied zwischen einem guten und halt auch im Profi Spieler

00:33:12: Absolut, also siehst du es sofort?

00:33:14: Die Profi

00:33:15: siehst so sofort.

00:33:16: Leute ich hab mal zu einem Festival im Puhlen da hab' ich mal Asiatische Handpuppenspiel gesehen.

00:33:22: Leute, ich war so von den Socken und habe noch nicht gesehen.

00:33:26: Da hatte so eine kleine Handpuppe in der Jacke an und jetzt zieht die Birker auf der Bühne aus mit der Puppe und zieht diese wieder an.

00:33:33: Ich hab geguckt, da habt ihr das gesehen.

00:33:35: Das müsst ihr auch kennen!

00:33:39: Wahnsinn.

00:33:39: Jetzt muss man natürlich gucken.

00:33:41: Perfektion ist nicht alles.

00:33:42: Perfektion ... ich nenn's nicht gerne Perfektionen sondern Detailreich.

00:33:47: Du musst detaillreich sein.

00:33:49: Eine schöne Blüte hat viele Blütenblätter und je mehr Blüdenblätter die hat, desto voller wird sie und desto opulenter ist sie.

00:33:57: Und so ist es mit dem Spielen auch hier.

00:33:59: Detailreicher du wirst Und das baut sich auf.

00:34:02: Du fängst an, in großen Linien zu arbeiten und dann kommen immer mehr Details dazu.

00:34:07: Immer mehr Details bis deine Blüte voll ist und keine Perfektion.

00:34:17: Obwohl auch aber Liebe zum Detail.

00:34:20: Das ist das was mich über twenty-fünf Jahre in diesen Beruf gehalten hat.

00:34:24: also die Liebe zum detail so vermitteln da bin ich nicht müde geworden.

00:34:28: Ich habe merkt wo die Gewege Mit Strenge, mit Nachsicht über die Jahre.

00:34:34: Wenn du deinen Handwerk nicht kannst, kannst du eben nicht spielen.

00:34:36: Wie sage ich immer was nützt dir?

00:34:38: Die schönste Idee wenn du sie nicht in der Realität umsetzen kannst?

00:34:42: und über die Technik setzt du deine Ideen in die Realität herum und das auf sehr unterschiedliche Art und Weise in den vier verschiedenen Formaten.

00:34:50: Also ich zum Beispiel hab ja auch viel Regie mit Amateuren.

00:34:53: Und da siehst du es ganz deutlich, ob jemand einen Handwerk hat oder nicht.

00:34:57: Ob ich mit dem Profi arbeite?

00:34:58: Alles übertrieben gesagt kann ich einem Profisagen weine und dann weint er... Und wenn ich das im Amateur sage, dann muss ich ihm vorher vielleicht erklären wie er es machen muss.

00:35:06: Das ist der Unterschied.

00:35:07: Der macht es auch irgendwann aber

00:35:08: es dauert.

00:35:08: Ja oder ich habe jetzt so ein Beispiel gehabt.

00:35:10: Ich kann natürlich einen Kopf bewegen Aber ich muss ja auch die Halsmuskulatur vielleicht die Schultern alles dazu beachten und nicht einfach eben nur den Kopf drehen.

00:35:18: Oder ich kann spielen dass die Handpuppe über ein Glatteis läuft ob zu einer Treppe hoch oder runter geht Ob sie mit dem Fahrstuhl fährt oder auf eine Rollbahn ist oder ob sie auf einem Bürostudel sitzt und hin und her rollt oder auf dem Stuhl sitzt einfach nur.

00:35:32: Ich finde es gut, dass du das jetzt auch gerade noch mal erwähnt hast.

00:35:35: Deine Technik oder Popenspieltechnik als Fach begleitet dann das ganze Studium?

00:35:39: Weil ist es ja schon aufwendig wahrscheinlich, Übung viel dabei oder ist es wirklich nur ein Abschnitt?

00:35:44: Sind die ersten vier Semester intensiv zweimal die Woche und drei Stunden die Woche sozusagen?

00:35:51: Man möchte natürlich, dass die Leute auch selber trainieren.

00:35:54: Aber das ist immer so eine Sache des großen Pensums also was man an einem Studium wirklich zu bewältigen hat.

00:36:02: Das muss ich dazu sagen, es ist wirklich eine Menge.

00:36:04: Ja, wir

00:36:05: hatten damals in den Sechsten und Fünfzig Stunden noch.

00:36:07: Und dann mussten manche sogar noch arbeiten hinterher.

00:36:10: Wenn sie kein Barf bekommen haben oder

00:36:11: so... Ist jetzt besser!

00:36:13: Aber doch umfangreich ne?

00:36:15: Sehr sehr.

00:36:16: Und sehr viele unterschiedliche Dinge denn es gibt ja nicht mehr reden heute über Popenführungstext.

00:36:20: Aber wenn du von der Ausbildung gehst, dann gibt es Gesprächen.

00:36:22: Bewegung, Pandemieme...

00:36:24: Du musst doch Referate schreiben zum Beispiel.

00:36:26: Dann musst du mündliche Prüfungen vorbereiten.

00:36:28: Text lernen?

00:36:29: Ja, Text lernen.

00:36:30: und dann gibts Szenestudien wo du dann alles was du in Einzelfächern gelernt hast sprechen etc.

00:36:36: Solltest du in die Anwendung kriegen im szenischen Arbeiten?

00:36:39: Da muss man sagen das war für mich mit des tollsten Erlebnis.

00:36:42: Das war die erste so richtige Prüfung.

00:36:45: Geschichten erzählen hieß es damals noch.

00:36:47: Wo du zum ersten Mal alles zusammenbringen musstest.

00:36:50: Zum ersten Mal ein Gesangsunterricht, Puppeführung muss das stimmen die Sprecherziehung muss sich schon so ein bisschen stimmen.

00:36:55: Da ist quasi jetzt das Auto und muss gleichzeitig links und rechts in den Rückspiegel gucken, muss einen Rückspiegel benutzen und muss gleichzeitig kuppeln.

00:37:03: Das war schon sehr spannend aber cool also.

00:37:05: Aber ich finde es ein schönes Beispiel was du aufgemacht hast weil das kennen sicherlich alle die einschalten wir fahren ja selbstverständlich Auto.

00:37:10: manchmal erschreckenderweise wissen wir gar nicht wie wir von A nach B gekommen sind.

00:37:14: und wenn man uns mal überlegt wie wir am Anfang in einem Autosassen?

00:37:16: Ja, aber genau so finde ich es eine schöne Metapher jetzt eigentlich für das was ihr ja da auch gelernt habt.

00:37:23: Also in dieser Popenspieltechnik du lernst halt alte verschiedene Facetten die irgendwann hoffentlich dann automatisch ablaufen.

00:37:29: Die

00:37:29: kommen schon.

00:37:31: Das kommt ja immer darauf an wie oft du sie dann einsetzt.

00:37:34: Je mehr du das einsetzt desto schneller kommen die unterbewusst ans Licht.

00:37:39: ans Licht, liebe Regina.

00:37:41: Kommt ja hoffentlich auch irgendwann mal noch deine Expertise nämlich in schriftlicher Form.

00:37:46: da würde ich gerne noch mit dir abbegen du bist ja nicht mehr an der Hochschule.

00:37:49: also wir wissen ja du bist in einen wohlverdienten Ruhestand gegangen und man hat dir ja wie soll man sagen fast schon ans Herz gelegt bitte lass deine Expertisen irgendeiner form zurück.

00:37:59: das heißt es wird ein buch von dir geben.

00:38:01: Ja, es wird ein Buch geben.

00:38:02: Ich habe in dem Zuge, also bin der Bitte nachgekommen und hab dann natürlich überlegen müssen was alles von den Erfahrungen die ich machen durfte in fünfundzwanzig Jahren Leertätigkeit in zwanzig jahren praktischer Arbeit das spielt ja da alles mit rein auch mein Studium und so.

00:38:21: Was davon will ich aus?

00:38:22: Und teile das Also mit anderen und zwar so dass sie vielleicht wenn Sie sich eine Abbildung angucken und die Beschreibung lesen also eine Bewegung nachzumachen, mit den Puppen.

00:38:34: Dieses Buch ersetzt natürlich einen praktischen Unterricht weil du brauchst immer ein Korrektiv und das hast du nicht wenn du alleine mit dem Buch bist.

00:38:43: aber es ist informativ und das macht den Horizont erstmal auf was da alles mit dazu gehört.

00:38:49: und dieses Buch behandelt vorrangig, schwerpunktmäßig tatsächlich die technischen Aspekte.

00:38:55: Wie bewege ich die Puppe?

00:38:56: Wie kann ich unterschiedliche Puppenformen bewegen?

00:38:59: Also so dass theoretisch auch ich mir das angucken könnte und könnte das beginnen zu üben zumindest ja anhand von dem Buch

00:39:06: oder du wirst es dann auch.

00:39:07: was eben dazu gehört dass zum Beispiel dass die Bühnenbedingungen immer den Kontext liefern für die Position der Puppee im Raum des Spielers zur Puppei also die ganzen Zusammenhänge in diesem großen Kosmos der Puppen.

00:39:22: Die ganzen Verbindungen und Zusammenhänge, weil da gibt es eine Menge!

00:39:26: Und die machen auch alle Spaß.

00:39:28: wenn man sie denn anwendet kommt dann wirklich die kuriosesten Sonne davor raus.

00:39:35: Ich habe immer wieder gestaunt, ja?

00:39:37: Also du machst irgendeine Übung, dann guckst ihr an was die Leute das so machen.

00:39:40: Da saß ich dann dachte ach nee so geht's auch.

00:39:46: Also auch für dich immer noch ein Aha-Erlebnis.

00:39:48: Immer,

00:39:49: immer!

00:39:50: Ich fand es auch noch so lustig.

00:39:51: Bei uns in der Klasse war Lutz Großmann mit dabei.

00:39:54: Wir haben dann auch uns immer vor PT oder wenn PT losging auch erst mal aufgewärmt und so weiter ein paar Übungen gemacht also um Kraft zu kriegen für die Körperteile, die wir so brauchen.

00:40:02: Da gab's diese Käferübung und so.

00:40:05: Die habt ihr nicht

00:40:06: erinnert?

00:40:06: Oh, wir haben sie gehasst.

00:40:07: Also Beine ausstrecken... über dem Boden schweben lassen, die Arme auch ausstrecken und dann erst mal halten.

00:40:15: Oder dann Kirschen pflücken und immer so bleiben oder vor allen Dingen wenn du so bleibst, dann fängt irgendwann alles an zu zittern und sie hat uns eh mal das solange aushalten lassen bis bei Lutz zum Beispiel der ganze Körper irgendwie nur noch gewartet

00:40:27: hat.

00:40:29: Das war so lustig aufgrund!

00:40:33: Also sagen wir mal so, wir werden auf jeden Fall alle auf dem Laufenden halten wenn das Buch denn dann erschienen.

00:40:38: Und

00:40:39: ich will eine Wettmung?

00:40:39: Ja!

00:40:40: Du bekommst

00:40:42: zwei...eine

00:40:42: Vorlagen und einen...

00:40:45: Ein Hallo und ein Tschüss!

00:40:51: Also das heißt aber zusammenfassend, Regina.

00:40:53: Das Buch richtet sich jetzt nicht nur an Studierende, klar schon auch...

00:40:57: Ja es richtet dich auch an Studieren, aber ist schon an alle Puppenspielinteressierten gerichtet.

00:41:02: Egal ob du in der Leingruppe arbeitest oder eine Leinggruppe anleitest und wenn du was wissen willst darüber um damit zu arbeiten für Regisseure die immer mehr am Schauspieltheater die Puppen einarbeiten.

00:41:16: Nicht dass sie das alles jetzt können oder machen müssen sondern zu bekommen, wenn man da mal durchgeht.

00:41:23: Durch so ein Buch war es das alles brauchen was sie von ihren Spielern erwarten können und was sie nicht erwarten könnten.

00:41:28: also weil's einfach nicht geht Leingruppen.

00:41:31: Logischerweise dass es ja auch Abläufe gibt das muss man wissen die halt eben anatomisch dann in der Form nicht möglich sind.

00:41:36: Das

00:41:36: ist das eine und das andere

00:41:38: interessant.

00:41:41: Aber was auch noch wesentlich ist, die müssen einfach die Bedingungen schaffen.

00:41:45: Die meisten Schauspielregisseure vergessen dass da ein Mensch dran hängt und der Körper ist da!

00:41:50: Und wenn man den nicht sieht... ...den Menschen dann sieht man ihn auch nicht.

00:41:54: und dem denken sie cool mach mal so, mach malso, mach ma so.

00:41:58: Puppe im Schauspiel integriert braucht Bedingung und die spielen in unterschiedlichen Räumen und das muss man wissen.

00:42:06: Es reiht sich ja nicht an dem Beispiel was du mal in einer Folge zuvor erzählt hast von deinen Rollen ja auch im Team dass dann irgendwelche Leute zu dir sagen, mach mal das die Puppe da sind und es in die Hand nehmen wo du sagst das geht nicht.

00:42:16: Ich hatte meine war hier am Meeringdamen und wir hatten eine Probe und ich war jung und gut drauf

00:42:25: brauchte

00:42:25: das Geld hatte so ne Halbkörperpuppe.

00:42:29: Das ging alles super und der Regisseur sagte, Prima Regina.

00:42:32: Lauf mal dahin!

00:42:34: Mach mal so, mach mal so... Ich sag, wenn du mir jetzt sagst ich soll noch einen Ratschlagen?

00:42:39: Der geht nicht.

00:42:40: Kannst du das

00:42:41: denn nicht?

00:42:41: Weil der Volchik soll Steppen und Dings in der Hand haben Und hier noch die Puppe machen und so.

00:42:46: weil wenn man das so sieht sieht es einfach aus.

00:42:49: aber das hat eben seine und das soll auch einfach aussehen und das macht auch den Profi aus Aber es hat eben auch seine Grenzen und man muss für den Spieler gute Bedingungen schaffen.

00:42:58: Je freier der Spielerkörper ist, desto besser spielt die Puppe.

00:43:02: Das Ganze ein ganz einfaches Rezept und das vergessen die meisten gerade gerne beim Film.

00:43:09: Ich sage nur

00:43:11: Boot

00:43:11: Als ich die Puppe in diesem Boot spielen sollte und quasi dort eingeklemmt war, wo andere ihre Füße zum Paddeln hinmachen.

00:43:17: Und irgendwann gesagt habe ich Leute, ich kann es auch fast nicht mehr reden weil's mir hier alles so zuschmürt dass ich da keinen Ton nach auskriege.

00:43:23: Aber das sind ja Punkte ne?

00:43:24: So viel zu dem Thema.

00:43:25: Das muss man auch Menschen erst mal klar machen, dass es da

00:43:28: auch Grenzen gibt.

00:43:28: Ja und dafür ist dann eben auch das Buch damit man weiß ah wo kann man das einordnen was braucht das alles wie viel Platz brauchen die Körper?

00:43:37: Dann freuen wir uns drauf.

00:43:38: Ich werde auch reinlesen liebe Regine

00:43:41: dann mal so alt bist wie ich und auch so groß wie ich, dann braucht dein Körper auch noch mehr Platz.

00:43:45: Ja klar, ja weil Intelligenz breitet sich ja irgendwann aus durch den ganzen Körper.

00:43:49: Das ist automatisch.

00:43:51: Durch

00:43:52: jede Zelle!

00:43:54: Und wir atmen durch jede Zlle unseres Körpers in den Raum

00:44:02: hinein.

00:44:02: Das ist auch etwas komisch, aber

00:44:04: Mensch Regina dann darfst du zum Abschluss jetzt noch in den Raum hineingeben weil das würde mich schon interessieren.

00:44:09: Ich wünsche mir dass es in der Welt bleibt.

00:44:13: also im Zuge der ganzen Technisierung etc.

00:44:16: möchte ich wünsche dieses Handgemacht, weil es hat einen unschätzbaren Wehr.

00:44:22: Die Menschen träumen wenn sie Puppen spielen sehen.

00:44:26: die Menschen öffnen sich und die Puppe erinnert den Menschen an ihre Lebendigkeit.

00:44:32: Das macht sie automatisch unabhängig von welchem Kontext also von welchen Stück in dem Sie spielen völlig unabhänglich.

00:44:42: Sie verweist auch daraufhin, sie erinnert uns daran.

00:44:45: Wir sind nicht alle gleich und doch haben wir eins gemeinsam.

00:44:49: Wir leben.

00:44:50: das ist es was uns miteinander verbindet.

00:44:53: in welcher Qualität wir das tun liegt in unseren Händen.

00:44:57: Buchstäbliche Puppenspiel.

00:44:59: Was für ein schöner Abschluss hier!

00:45:01: Hey, also ich darf mich bedanken, Regina Menzel zu Gast hier bei uns.

00:45:04: Also es hat sich allein schon für dieses Gespräch gelohnt nach Berlin zu kommen.

00:45:08: Tausend Danke dass du uns in die Welt des Puppen Spiels und der Puppenziel Technik heute mitgenommen hast.

00:45:13: Sehr gerne.

00:45:13: Und ich

00:45:14: durfte meine Lehrerin mal wieder

00:45:15: sagen.

00:45:15: Ja wie schön.

00:45:15: Ich hoffte mit dem Schülern

00:45:19: der ersten Stunde.

00:45:19: Es war... Wir waren als unser Schulgegang war unsere Mentorin das erste Mal für sie und für uns sowieso.

00:45:25: Das hat sehr toll gemacht keinen besseren Einstieg in Berlin wünschen können.

00:45:29: Oh, wie schön!

00:45:30: Dann würde ich sagen geh mal jetzt raus und ihr geht kuscheln.

00:45:32: und für alle anderen hören wir uns wieder bei Fiese Madente und er hat den Punkentrat für Anfänger.

00:45:36: Danke euch!

00:45:38: Tschüss!

00:45:54: Und

00:45:59: er

00:46:00: und schalten

00:46:02: Sie auch noch das nächste Mal.

00:46:04: Bitte wieder ein

00:46:06: unbedingt,

00:46:07: unbedingt!

00:46:09: Tschüssi Koski, tschüssi KOSKI.

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